Bild: Carsten Rehder/ dpa

Ok, für den eigenen Garten wäre sie vielleicht etwas übertrieben, aber man kann ja träumen: Von einer eigenen Bier-Pipeline. 

Auf Wacken wird dieser Traum gerade Wirklichkeit. Hier schuften Arbeiter mehrere Wochen lang, baggern Gräben und verlegen unterirdische Leitungen, um für das Festival Anfang August die Bierversorgung sicher zu stellen (bento). 

Kein Scherz!

(Bild: Giphy )

Wacken ist eines der größten Metal-Open-Airs der Welt. Im vergangenen Jahr kamen rund 75.000 Besucher in das 1850-Einwohner-Dorf Wacken in Schleswig-Holstein – und tranken rund vermutlich Tausende Liter Bier. Wie viel genau verraten die Veranstalter nicht.

Um den Durst zu löschen, mussten alle Fässer mit schweren Lastwagen angekarrt werden. Sie zerstörten den Boden, machten ihn matschig. Das neue Pipeline-System sei nun viel nachhaltiger und schone den Boden, sagt Anna Lorenz, Sprecherin des Festivals.

Wie funktioniert das System? Und die wichtigste Frage: Bleibt das Bier kalt? Hier sind die Fakten zur Bier-Pipeline:
Wie lang ist die Pipeline?

Einen Kilometer. Allerdings bleiben die insgesamt sieben Kilometer langen Bierleitungen nicht das ganze Jahr über in den dafür vorgesehenen Rohren liegen. Sie werden nur extra zum Festival eingeführt und danach wieder rausgezogen.

So sieht es beim Aufbau der Bier-Pipeline aus:
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Die Arbeiter haben nicht nur für die Bier-Pipeline Gräben gebuddelt. Jetzt gibt es auch Leitungen für Glasfaser, Wasser und Strom. Zusätzlich verlegten sie ein Drainagen-System, damit der Boden bei Regen nicht völlig aufweicht. Insgesamt haben die Investitionen eine Million Euro gekostet. 

Wie bleibt das Bier kühl?

"Das Bier wird in Kühltanks gelagert, die muss man sich wie große Milchtankwagen vorstellen", sagt Lorenz. Zusätzlich gebe es eine Begleitkühlung bis in den Bierwagen und zum Zapfhahn. Dank eines Gasgemisches im Tank sollte der Druck auch ausreichend hoch sein, um das Bier bis dorthin zu transportieren.

Welches Bier gibt es zu trinken?

Einige halten es für Plörre, andere für richtig gutes Bier: Es ist Becks.

Schmeckt das Bier jetzt anders – nach Plastik oder Metall?

Der Deutsche Brauer-Bund sagt: Nein, ausgeschlossen! Die Schläuche müssen auf Lebensmitteltauglichkeit geprüft sein. "Dabei gehen selbstverständlich weder Geschmack noch Geruch und schon gar keine Bestandteile vom Schlauch in das Bier über", sagt Sprecher Marc-Oliver Huhnholz.

Was passiert, wenn jemand das Rohr anbohrt?

"Das ist sehr unwahrscheinlich", sagt Lorenz. Die Rohre sind in 80 Zentimeter Tiefe verlegt. Anzapfen sei da nicht möglich. Außerdem werde auf Wacken ein Technikteam vor Ort sein, das die Leitungen kontrolliert. Und sollte doch etwas ausfallen, könne jeder Bierstand schnell auf Fassbetrieb umstellen.

Die besten Wacken-Bilder aus dem letzten Jahr:
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Gibt es Vergleichbares schon woanders?

Oh ja! Wo ist nicht schwer zu erraten: Auf dem Münchner Oktoberfest natürlich. Hier stellt die Paulaner-Brauerei in zwei Zelten die Bierversorgung über Leitungen sicher.

Auch in der belgischen Stadt Brügge fließt das Bier durch den Boden. Vier- bis fünfmal am Tag mussten Tanker früher durch die engen Gassen pendeln – von der Brauerei mitten in der Innenstadt zur drei Kilometer entfernten Flaschenabfüllung. Das geht seit September vergangenen Jahres deutlich einfacher. (SPIEGEL ONLINE)

Haben auch Kneipen in Deutschland solche Pipelines?

Es gibt Gaststätten, die bereits mit sogenannten Ausschanktanks ausgerüstet sind. Verlegt sind die Leitungen teilweise frei oder auch in Leerrohren durch Decken und Wände, heißt es bei Brauer-Bund. Man spricht aber hier nicht von "Pipelines".


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