Bild: Rewe / David Ebener / dpa
Hmm, Laser-Avocado!

Ein bisschen cool klingt es schon: Gelasertes Obst und Gemüse im Supermarkt soll uns dabei helfen, endlich mehr Plastik zu sparen. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Was hat es mit dem Laserobst auf sich?

Das Verfahren, das unter Fachleuten als "Natural Branding" bekannt ist, dient dazu, Obst und Gemüse ohne Plastik oder Sticker zu labeln. Dabei wird mithilfe eines Lasers die entsprechende Kennzeichnung auf die Schale von Avocados, Kokosnüssen, Süßkartoffeln oder ähnlichem gebrannt. Und das ohne den Einsatz von Chemikalien

(Bild: Rewe)

Wieso werden Bio Obst und Gemüse überhaupt gekennzeichnet?

Das liegt an einer EU-Verordnung, die besagt, dass Bio-Ware von herkömmlichen Produkten klar getrennt werden muss: Deshalb sieht man im Supermarkt oft Bio-Bananen in Plastikhüllen oder einzeln eingeschweißte Gurken. Kassierinnen und Kassierer müssen die – meist teurere – Biogurke auch vom herkömmlichen Modell unterscheiden können, um so Betrug zu vermeiden. Also wird Bio eingeschweißt.

Da Bio-Produkte in geringeren Stückzahlen angeboten werden und die herkömmlichen Artikel meist nicht verpackt werden, wird dabei theoretisch etwas Plastik gespart. Trotzdem erhöhen die Verpackungen der Bio-Lebensmittel die Masse an Müll.

So ist die Lage:

Innerhalb der letzten sechs Jahre ist die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland um 30 Prozent gestiegen. Durch Verfahren wie Natural Branding könnten laut einer Hochrechnung des deutschen Naturschutzbundes jedes Jahr 93.000 Tonnen Müll weniger produziert werden. (Handelsblatt)

Warum gibt es jedes Jahr mehr Verpackungsmüll?

Thomas Reiner vom Deutschen Verpackungsinstitut erklärt die steigende Menge gegenüber dem Handelsblatt so: 

Die gestiegene Zahl an Verpackungen hängt mit der gestiegenen Anzahl an Produkten zusammen, die wir uns leisten. Dazu kommen Faktoren wie die steigende Zahl der Singlehaushalte, die kleinere Portionen erwarten.

Wieso gibt es Laserobst noch nicht überall?

Dass Natural Branding noch nicht so weit verbreitet ist, liegt vor allem an den Investitionskosten: Enstprechende Lasergeräte sind ab circa 10.000 Euro zu haben, große Supermarktketten brauchen aber mehrere Maschinen, da sie sehr viele Produkte vertreiben. Bei ausgewählten Märkten von Edeka, Rewe, Penny und Aldi gibt es schon einzelne gelaserte Lebensmittel im Sortiment. (Handelsblatt)

(Bild: Daniel Karmann/dpa)

Welche Nachteile hat der Laser?

Nicht jede Obst- und Gemüsesorte kann durch Natural Branding gekennzeichnet werden. Besonders bei kleinen Produkten wie Trauben oder Ware mit dünner Schale geht es nicht. Auch Zitrusfrüchte können nicht auf diese Weise gekennzeichnet werden, da ihre Schale zu schnell vernarbt

Die verschiedenen Supermarktketten probieren die Technik trotzdem an unterschiedlichen Waren aus: Während Rewe Gurken weiterhin in Plastik verpackt, um die Haltbarkeit zu gewährleisten, hat Edeka die Lasergurke schon im Sortiment

Thomas Reiner hält verpackte Gurken allerdings für sinnvoll:

Es geht bei diesem Thema nicht wirklich um Kennzeichnung [...] Eine Salatgurke hält ihre Frische unverpackt etwa drei Tage. Mit dem "Strumpf" aus Polyethylen sind es rund 20 Tage.

Er betont aber auch, dass eine fehlende Plastikverpackung bei Obst und Gemüse den Vorteil haben könnte, dass Händler mehr auf regionale Waren schauen – denn durch kürzere Transportwege ist das frisch geerntete Obst und Gemüse schneller im Verkauf und die Umwelt wird zusätzlich geschont. (Deutsches Verpackungsinstitut)

Einigkeit herrscht übrigens in puncto Sicherheit: Waren, die mit dem Laser gekennzeichnet wurden, kann man ohne gesundheitliche Bedenken konsumieren. 


Gerechtigkeit

Mit diesen Omas sollten sich Rechte und prügelnde Polizisten nicht anlegen

Als ich Oma Lotte in einem kleinen Hamburger Café treffe, bin ich über eine halbe Stunde zu spät. Technikprobleme mit dem elektronischen Kalender, dies das. In einem Taxi muss ich peinlich berührt zu ihr brettern. Mit stahlgrauen Haaren, einem akkurat geführten Papier-Kalender und einer bronzefarbenen Steampunk-Sonnenbrille wartet Lotte auf der Sonnenterrasse auf mich. 

Sie schaut mich durchdringend an und sagt nur: „In meiner Generation wäre das eine Frechheit.“ Recht hat sie. Und sie erinnert mich gleich daran, dass mit Omas nicht zu spaßen ist. Besonders nicht mit dieser, denn die 63-Jährige hat ein sehr aktives Netzwerk gegen rechte Populisten und Bauernfänger mit aufgebaut, die "Omas gegen Rechts".