Wir haben für dich einen Burger aus Pflanzenfleisch probiert!

60 Milliarden Landtiere werden jedes Jahr getötet, um auf der Welt den Appetit auf Fleisch zu stillen. Massentierhaltung und Fleischproduktion erzeugen mehr Treibhausgase als die Ölindustrie und verbrauchen unverhältnismäßig viel Land, Energie und Wasser. (Fleischatlas)

Das Problem: Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, muss deutlich mehr Futtermenge eingesetzt werden. In einem Kilo Rindfleisch stecken bis zu zehn Kilo Futter, ganze 15.000 Liter Wasser werden angeblich bei der Produktion verbraucht. (Zeit)

Experten sind sich einig: Wenn wir weniger Fleisch und stattdessen Pflanzen äßen, könnten wir sehr viel mehr Menschen problemlos ernähren, das Klima entscheidend entlasten und sehr viel Weide- und Ackerland zurück an die Natur geben. (Guardian)

Das einzige, was uns abhält? Fleisch ist doch so lecker!

Außer Genuss gibt es wenig, was heute noch für Fleisch spricht. Trotzdem wollen die meisten nicht auf Fleisch verzichten. "Warum muss Fleisch eigentlich aus Tieren sein?", fragte sich deshalb Ethan Brown, Gründer der US-Firma Beyond Meat. Er ist der Meinung: Tiere heute seien heute nur noch fühlende Bioreaktoren, die für uns aus Pflanzen Fleisch machen. Das kostet viel Energie, Geld und Rohstoffe und sorgt in den weltweiten Mastanlagen für viel Tierleid. 

Brown arbeitete deshalb mit Forschern der "University of Missouri" daran, die Tiere aus dieser Rechnung herauszunehmen. Das Fleisch wird im Labor direkt aus pflanzlichen Proteinen, Fett und Aminosäuren erzeugt. Ihr Endprodukt, der "Beyond Meat"-Burger, ist in seinen Augen deshalb auch kein Veggie-Burger. Brown sagt: "Es ist Fleisch, nur eben aus Pflanzen." (Beyond Meat

Tod oder Tofu? Beyond Meat will dir die Entscheidung abnehmen, mit Pflanzenfleisch aus dem Labor. 

In den USA sind seine Burger (so wie die des sehr erfolgreichen Konkurrenten "Impossible Burger") ein riesiger Hype. bento konnte "Beyond Meat" jetzt in Deutschland testen, erste Restaurants importieren die Patties aus den USA und nehmen sie hierzulande auf die Karte. Sie sollen schmecken, riechen und sich im Mund anfühlen wie Fleisch. Anders als die meisten hier verkauften Fleischersätze, die oft als fad, mehlig oder zäh im Kühlregal versauern, sollen sie so auch eingefleischte Carnivoren überzeugen. 

Ob die neuen Burger dem Hype gerecht werden, siehst du oben im Video.

Das sind die Vorteile: 

Die Burger verbrauchen nach Angaben des Herstellers 99% weniger Wasser, 93% weniger Land und etwa die Hälfte der Energie, die man für die selbe Menge an Rindfleisch benötigen würde. Außerdem enthält ein Patty mehr Eiweiß, weniger Fett und keine Antibiotika, Hormone oder Cholesterin. Und natürlich sterben keine Tiere dafür.

Das sind die Nachteile:

  • Bisher müssen die Patties aus den USA importiert werden. Das tut aktuell nur die (bei vegetarisch und vegan lebenden Menschen wohl eher unbeliebte) PHW-Gruppe, zu der auch Wiesenhof gehört. (ngin)
  • Im Großhandel kostet eins der Burgerpatties etwa 3 Euro und ist damit vergleichsweise viel teurer, als Fleisch von Tieren. Beim Transport über den Atlantik entstehen zudem wieder vermeidbare Klimagase.
  • Außerdem ist "Beyond Meat" immer noch ein Industrieprodukt, dass stark verarbeitet wurde. Wer Wert auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung hat, kocht vielleicht lieber selber und entwickelt neue Rezepte in der eigenen Küche. 

Aber, schmeckt er denn?

(Bild: Beyond Meat)

Ja! Zwei bento-Redakteure haben den Burger als klassischen Cheeseburger mit Ketchup, Senf, Eisbergsalat und saurer Gurke probiert. Einmal medium, einmal medium-rare. 

Ergebnis: Die Burger waren bei dieser Zubereitungsart vom Geschmack und der Textur nicht von Fleisch zu unterscheiden. 

Zubereitet wurden sie für uns von Koch Jeremy Bailey, dem Inhaber des "Burger Labs" in Hamburg. Er ist von dem Patty begeistert, warnt aber auch: "Wenn man das 'Fleisch' alleine isst, schmeckt und riecht es nicht wie Rindfleisch. Erst durch die Kombination mit den anderen Komponenten entsteht der klassische Burgergeschmack. Da kann man als Veganer dann aber auch nostalgisch werden."

Wer Lust auf den "Geschmack von früher" hat und einen saftigen Burger ohne Tierleid probieren möchte, kann dem Ding eine Chance geben.

Ob eine Produktion in Europa geplant ist und wann das Pflanzenfleisch in Deutschland in den freien Verkauf geht, ist bisher nicht klar. Eine Presseanfrage von bento an "Beyond Meat" blieb bisher unbeantwortet.

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Haha

Weißt du, als was diese Politiker und Politikerinnen früher gearbeitet haben?
Nein, nicht alle haben Jura studiert.

Du denkst, alle Politikerinnen und Politiker sind Juristen? Stimmt nicht! 

Also, zumindest nicht ganz. Denn auch wenn mit Abstand die meisten Bundestagsabgeordneten Rechtswissenschaften studiert haben (Berliner Zeitung), gibt es genug Politiker, die etwas anderes gelernt und gearbeitet haben.

Weißt du, als was diese ehemaligen und derzeitigen Bundestagsabgeordneten früher gearbeitet haben?