Til Schweiger ist nicht mehr nur Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor, sondern wie es sich für einen erfolgreichen deutschen Promi gehört Besitzer eines Restaurants. Das "Barefood Deli" öffnete vergangene Woche in Hamburg, Innenstadt, beste Lage. Hamburgs Einkaufsmeile liegt nur ein paar Meter entfernt.

Wie darf man sich das vorstellen?

Wie ein riesiges Landhaus-Loft. Weiße Wände, helles Holz, viel Beige. Bunte Herbst-Gräser stecken in grauen Keramikvasen, die so wirken, als hätte Schweiger sie selbst getöpfert. Das Interieur ist farblich aufeinander abgestimmt, von der Serviette bis zur Bastlampe. Skandinavisch-inspirierter Einrichtungsstil zur Spagetti-Bolognese – wem das gefällt, der kann auch gleich die Schweiger-Bettwäsche und den Til-Kaffeebecher mitnehmen.

Wer verbringt hier die Mittagspause?

Die halbe Stadt, zumindest noch im Moment. Zur Mittagszeit wird es richtig voll. Im "Barefood Deli" sitzen Anzugträger, die sich zum Business-Lunch treffen, neben Touristen, die Stadtkarten studieren. Einen Fensterplatz sollte man möglichst meiden, wie sich schnell herausstellt. Sonst isst man seine Rinderbulette, während sich schaulustige Schweiger-Fans an der Scheibe die Nase platt drücken.

Was kommt auf den Tisch?

"Ich selbst finde Chichi-Läden furchtbar und bin auch kein Freund der Sterneküche", sagte Schweiger bei der Eröffnung seines Restaurants. Und so liest sich auch die Speisekarte: Es gibt hausgebeizten Lachs, Südtiroler Schinkenspeck, Cheeseburger und Linsensuppe. Bodenständige und solide Hausmannskost. Die Portionen sind nicht gigantisch, aber machen satt.

Es ist nicht schwer zu erraten, welches Gericht besonders gut laufen wird. Das Rezept für "Til's Bolognese" hat der Schauspieler nach eigener Aussage persönlich beigesteuert. Für 11,50 Euro kann man jetzt probieren, was der 52-Jährige seinen Kindern an einem Samstagabend kredenzt.

"Til's Bolognese" – der "Tatort"-Kommissar unter den Gerichten(Bild: Sinah Hoffmann)
Noch Hunger? Hier ein paar Vorschläge für die Speisekarte aus dem Netz:
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Wie ist der Service?

Sein Personal hat Til Schweiger gecastet, ernsthaft. Gastro-Erfahrung sei wünschenswert, aber nicht erforderlich, hieß es in der Bewerbung. Das Resultat: Die Kellnerinnen, alle ungefähr Anfang 20, erinnern zwar stark an seine Töchter Luna und Lilli, sind aber mit dem Ansturm der ersten Tage ein wenig überfordert. Bis zu einer Stunde müssen Gäste auf ihr Guacamole-Brot warten. Ungünstig, wenn man fix wieder zur Arbeit muss.

Fazit!

Ja, das "Barefood Deli" ist ein netter Laden. Ein bisschen so wie Schweigers Filme. Hübsch, stimmig, glatt – massenverträglich.

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