Wir pochieren uns ein Dessert!

Die eiförmigen Tamarillos waren früher als Baumtomaten bekannt. In Neuseeland, wo sie heute kommerziell angebaut und dann exportiert werden, wurden sie erst im 20. Jahrhundert umbenannt. Sie kommen ursprünglich aus dem nördlichen Teil der Anden in Südamerika, wo die Ureinwohner sie schon vor langer Zeit anpflanzten.


Aus unserer Serie
Exoten und Vergessene


Ungekocht werden die Tamarillos wie eine Kiwi halbiert und das gelbe Fruchtfleisch wird mit den geleeartigen schwarzen Kernen aus der ledrigen Schale gelöffelt. Bei uns findet man sie ab und an im Obstregal der besser sortierten Supermärkte, im Feinkostladen gibt es sie das ganze Jahr über.

Pochierte Tamarillos


Rezept – du brauchst für 3 Portionen:

  • 3 Tamarillos
  • 1 Stange Zitronengras
  • ½ Vanilleschote
  • 20 g Ingwer
  • 375 ml Weißwein
  • 60 g Rohrzucker

Tamarillos, Ingwer, Zitronengras, Vanille, Rohrzucker und Wein – mehr braucht es nicht. Die pochierten Taramillos passen mit ihren Ingwer- und Vanillekomponenten besonders gut als Dessert in die Weihnachtszeit. Sie sind nicht zu süß, eher fruchtig frisch. Die Früchte waschen und an den beiden Enden ein Kreuz einschneiden.


Die Früchte für ein paar Sekunden in kochendes Wasser halten und anschließend mit kaltem Wasser übergießen. Jetzt lassen sich die Tamarillos ganz einfach schälen. Die Stiele nicht abtrennen, um sie später besser in den und aus dem Topf zu befördern. Vom Zitronengras die äußerste Schicht entfernen und den Rest in Streifen schneiden. Den Ingwer waschen und ungeschält in Scheibchen schneiden, die Vanilleschote halbieren und aushöhlen. Alle Zutaten – bis auf die Tamarillos – in einen mit dem Weißwein gefüllten Topf geben und 10 Minuten kochen lassen. Dann die Temperatur runterschalten, sodass sie knapp unter dem Siedepunkt liegt.


Jetzt wird pochiert. Dabei gart man die Lebensmittel in einer Flüssigkeit bei etwa 75 bis 90 Grad, also noch vor dem Siedepunkt. So werden Vitamine und andere Inhaltsstoffe, aber auch das Aroma besser erhalten als beim Kochen. Die Herausforderung: Die Temperatur muss konstant bleiben. Die Tamarillos müssen nun in den Topf gelegt werden und 10 Minuten garen. Sie sollten komplett von der Flüssigkeit bedeckt sein.


Nach den 10 Minuten den Topf vom Herd nehmen und warten, bis er abgekühlt ist. Über Nacht alles im Kühlschrank ziehen lassen. Die vollgesaugten Früchte nehmen innen eine rötliche-gelbe Farbe an. Am nächsten Tag können die Tamarillos in der Weißweinsoße serviert werden.