Dem billigen Fusel geht es an den Kragen.

In Schottland war es bisher (wie in vielen anderen europäischen Ländern auch) möglich, sich für sehr wenig Geld sehr stark zu betrinken.

Dagegen hat das Land nun ein weltweit einzigartiges Gesetz erlassen: Es schreibt einen Mindestverkaufspreis für alkoholische Getränke vor. Ab dem 1. Mai liegt er bei 50 Pence, also etwa 57 Cent, pro Alkoholeinheit, das heißt 10 Milliliter reinen Alkohols. (BBC)

Besonders die Preise von billigen Hausmarken-Gins, -Wodkas und -Whiskys, aber auch von Weinen und Mehrfachpacks Bier werden im Supermarkt nun steigen. Eine Dreiliterflasche Cider, die vorher für 3,70 Pfund erhältlich war, wird nun beispielsweise mindestens 11,25 Pfund kosten. (The Independent)

Gerade solchem Billigalkohol, der laut Regierung "Problemtrinker" anzieht, soll das Gesetz an den Kragen. Starker Alkoholkonsum ist schon lange ein Problem in Schottland. Trinker und Trinkerinnen sterben früher, Erkrankungen, die auf Alkohol zurückzuführen sind, belasten das Gesundheitssystem.

Dagegen will die schottische Regierung mit diesem Gesetz vorgehen. Höhere Preise sollen den Konsum der Bevölkerung eindämmen. "Diese Maßnahme wird tausende Leben retten", so die Staatssekretärin für Gesundheit, Shona Robison, über die Einführung des Mindestpreises. (BBC)

Ein Gesetz wie das in Schottland gibt es bisher sonst nirgendwo auf der Welt. Auch dort gingen der Einführung fast sechs Jahre juristischer Streitigkeiten bevor – bis der höchste Gerichtshof es Ende vergangenen Jahres in seiner jetzigen Form verabschiedete. Nun denken auch Wales und Irland über eine Regelung nach dem schottischen Vorbild nach.


Gerechtigkeit

Reichsbürger bezahlt im Supermarkt keine Mehrwertsteuer – und wird dafür verurteilt
2,18 Euro haben oder nicht haben.

Ein Spartrick der anderen Art: In Dresden stand am Montag ein 27-Jähriger vor Gericht, weil er mehrfach nicht den auf dem Kassenzettel ausgezeichneten Kaufpreis bezahlt, sondern die Mehrwertsteuer abgezogen hat. (Sächsische Zeitung)

  • Julian R. hat bei zwei Einkäufen insgesamt 2,18 Euro zu wenig bezahlt.
  • Die Staatsanwaltschaft vermutet dahinter eine Masche von Reichsbürgern.