Bild: privat
Und sie verrät ihr Lieblings-Dessert vom Weihnachtsmarkt.

Als Kind haben vermutlich viele von uns davon geträumt, den ganzen Tag Schokolade zu essen. Sarah Gierig, eine Konditorin aus Neustadt in Sachsen, lebt diesen Traum. Naja, fast.

Die 32-Jährige ist eine der wenigen Schokoladen-Sommeliers in Deutschland und sogar die erste Schokoladen-Sommelière Ostdeutschlands. 2017 ließ sie sich ausbilden, heute glänzt sie mit ihrem Wissen in der Bäckerei und Konditorei ihrer Eltern, in der sie bereits seit 12 Jahren arbeitet.

Aber was macht man als Schokoladen-Sommelière und wie viel Schokolade isst man wirklich? Wir haben Sarah gefragt.

Was machen Schokoladen-Sommeliers eigentlich?

Schokoladen-Sommeliers halten Seminare und Verkostungen für Berufskolleginnen und -kollegen ab und vermitteln, was wichtig ist und was bei Schokolade beachtet werden muss. Als Expertinnen und Experten geben sie Interviews und moderieren zum Beispiel Schokoladenfestivals und ähnliche Veranstaltungen. Außerdem haben sie ständig die Trends im Auge und bieten auch private Kurse für Schokoladen-Liebhaberinnen und -Liebhaber an. Während ihrer Ausbildung eignen sich Schokoladen-Sommeliers Wissen über Schokolade an. Über die Geschichte, die Herkunft, die Herstellung. 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Das kommt natürlich immer darauf an, was bestellt wird und was gemacht werden muss. Es gibt Tage, an denen arbeite ich nur mit weißer Schokolade, dann gibt es Tage, an denen muss ich nur mit dunkler Schokolade arbeiten oder auch nur mit Milchschokolade. Oder es gibt das volle Programm: Pralinen, Sterne, Bruchschokolade, Tafeln oder auch Torten, oder auch Küchlein mit Schokoladenfüllung.

Woran erkennt man gute Schokolade?

Ich sage immer, man muss Schokolade mit den Sinnen genießen. Sehen: Sie muss zunächst natürlich gut aussehen, einen schönen Glanz haben. Hören: Wenn sie knackt, weiß man, dass viel Kakaobutter drin ist und keine Fette, die in keine gute Schokolade gehören, wie zum Beispiel Palmfett oder Butterreinfett. Riechen: Gute Schokolade muss ganz toll riechen. Aber das Schmecken ist natürlich das Wichtigste: Wenn der Geschmack richtig intensiv ist, ist es eine gute Schokolade.

(Bild: privat)

Ist günstige Schokolade schlechter als teure?

Nein, auf keinen Fall. Da kommt es immer auf den Geschmack der einzelnen Person an. Ich zum Beispiel liebe Kinderschokolade, obwohl sie quasi nur aus Zucker besteht. Wenn man aber bewusst Schokolade isst und etwas Gutes essen möchte, ist das natürlich etwas anderes. Was man aber beachten sollte: Die Schokolade sollte 30 Sekunden lang im Mund behalten werden, dann schmilzt die Kakaobutter, und alle Aromen entfalten sich. Das ist eine Art Qualitätstest. Natürlich müssen auch hier die Sinne wieder aktiv werden.  

Gibt es ein Land, das besonders gute Schokolade macht?

Auf jedem Kontinent schmeckt die Schokolade anders. Der Herstellungsprozess, die Inhaltsstoffe und auch die Rezeptur spielen eine wichtige Rolle für den Geschmack und die Qualität der Schokolade. Mir persönlich schmeckt Madagaskar-Schokolade am besten, weil sie sehr fruchtig ist, auch brasilianische Schokolade esse ich gerne, die ist aber eher säuerlich-herb.

Weihnachten steht vor der Tür – bei all dem guten Essen bleibt der Schokoweihnachtsmann oft auf der Strecke. Wie überlebt er bis Ostern?

Bei der Schokolade ist es ganz wichtig, dass sie vor Licht, Luft und Feuchtigkeit geschützt wird. Auch sollte sie nicht mit anderen Lebensmitteln gelagert werden, die einen starken Eigengeruch haben, weil Schokolade ziemlich geruchsempfindlich ist und den Geruch schnell aufnimmt.

Eine Frage, die uns alle beschäftigt: Manchmal verändert die Schokolade ihre Farbe und wird von einer grauweißen Schicht benetzt. Wie kommt es dazu?

In dem Fall wurde die Schokolade nicht richtig temperiert, also setzt sich die Kakaobutter ab. Der Schokolade war es dann wohl zu warm oder sie war Sonnenlicht ausgesetzt. Sie ist sehr temperaturempfindlich, man sollte sie nie Temperaturschwankungen von plus/minus zehn Grad aussetzen. 

(Bild: dpa/Monika Skolimowska)

Jetzt aber zu Weihnachten: Was ist dein liebstes Dessert in der Weihnachtszeit?

Schokofrüchte auf dem Weihnachtsmarkt! 

Und wie sieht die perfekte heiße Schokolade aus?

Da gibt es natürlich in der Zubereitung Unterschiede. Einige Menschen bereiten heiße Schokolade mit Wasser zu, andere bereiten sie mit Milch zu. Ich persönlich mag meine heiße Schokolade etwas extravagant und scharf. Im Prinzip wie die heiße Schokolade früher bei den Azteken. Die haben den Geschmack der Schokolade immer mit verschiedenen Gewürzen wie Zimt oder Chili verstärkt.

Isst du denn Schokolade noch so gerne wie früher?

Dadurch, dass ich so viel Schokolade probieren muss, weiß ich jetzt erst richtig, wie sie schmecken muss. Ich würde sogar sagen, dass ich sie jetzt noch lieber esse als früher – weil es sie in so vielen verschiedenen Variationen gibt. Meine Liebe für Schokolade wächst täglich.


Gerechtigkeit

Das Nacktheits-Verbot auf Tumblr ist für Trans*menschen eine Katastrophe
Es geht um viel mehr als Pornos.

Tumblr sperrt jetzt alle Fotos, Videos und Gifs, die menschliche Genitalien, weibliche Brustwarzen und Sex zeigen. Viele Nutzerinnen und Nutzer sind frustriert bis empört, schließlich verlieren wir alle damit einen kosten- und virenfreien Zugang zu Pornos und erotischen Darstellungen. 

Aber für genderqueere und Trans* Menschen geht es dabei um viel mehr: Wir verlieren unseren sicheren Hafen im Netz – und ein Stück Selbstbestimmung.

Tumblr war mit Abstand das queerste soziale Netzwerk – auch deshalb, weil es kaum Ansprüche an die Nutzercommunity stellte: Zum Registrieren reichte eine abrufbare Email-Adresse, darüber hinaus gab es keinerlei Vorgaben. Von der URL bis zu den Profildaten wie Name oder Pronomen konnten Nutzer*innen selbst bestimmen, was sie von sich preisgeben und wie sie sich präsentieren.