Die Fastfood-Ketten McDonald's und KFC arbeiten heimlich am Untergang Russlands, das glaubt zumindest der 26-jährige Boris Chernyshov. Chernyshov ist Abgeordneter im russischen Parlament, der Duma. Und will nun gegen die Fastfood-Läden vorgehen.

McDonald's und KFC sollen als "ausländische Agenten" registriert werden, weil ihr Essen eine Gefahr für die Russen sei.

Einen entsprechenden Antrag hat Chernyshov an die Lebensmittelaufsichtsbehörde geschickt (RBC auf Russisch, The Moscow Times auf Englisch).

Was soll der Antrag?

Burger und Hühnchen der Fastfood-Läden seien schlecht für die Gesundheit. Allerdings würden die Anzeigen der Fasstfood-Ketten "immer nur die guten Seiten dieser Produkte" zeigen. Statt einheimische Lebensmittel zu essen, würden Russen nur noch die "schädlichen Bestandteile" des Essens ausländischer Ketten zu sich nehmen, Palmöl zum Beispiel.

Das alles schade der Gesundheit russischer Bürger, sie würden dicker und kränker. Also müsste die Restaurants als "Agenten" gebrandmarkt werden. So will der Abgeordnete  McDonald's und KFC  dazu zwingen, auf ungesundes Essen hinzuweisen. (The Moscow Times)

So sieht das Essen im russischen McDonald's aus:

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Wie realistisch ist der Antrag?

Zunächst ist es nur der Vorschlag eines Abgeordneten – allerdings hat das Parlanent erst in der Vorwoche ein ähnliches Gesetz zu "ausländischen Agenten" beschlossen. Als Agenten müssen sich alle Medien registrieren, die nicht mit russischem Geld finanziert werden. Damit will Russland die Medien noch genauer kontrollieren. (Süddeutsche Zeitung)

Journalisten und Menschenrechtsorganisationen sind von diesem neuen Gesetz betroffen. Chernyshov schlägt nun vor, auch Restaurants in die Liste aufzunehmen.

Was steckt wirklich dahinter?

Das Gesetz zu den "ausländischen Agenten" ist eine Reaktion Russlands auf eine Maßnahme der USA. Das US-Justizministerium hatte Anfang November vom russischen Sender RT gefordert, sein Washingtoner Büro als "ausländischer Agent" registrieren zu lassen. Aus US-Sicht betreibt RT Propaganda, mit der Registrierung wollte die US-Regierung den Sender besser kontrollieren. (SPIEGEL ONLINE)

Präsident Wladimir Putin hatte das zunächst als "Angriff auf die Meinungsfreiheit" verurteilt, später gab er nach. RT ist nun in Washington als Agent registriert. Nun revanchieren sich die Russen – vielleicht trifft es nicht nur Medien sondern auch Fastfood-Ketten.


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