Bild: Hatice Kahraman

Obwohl Muslime seit rund einer Woche tagsüber nichts trinken und essen, dreht sich im Ramadan doch vieles um Essen. Es gibt zwar kein typisches Ramadan-Gericht, weil sich vieles auch von Haushalt zu Haushalt ändert, aber ich möchte euch einige meiner Lieblingsrezepte im Ramadan vorstellen.

Der Tag beginnt im Ramadan eher mitten in der Nacht. 

Das "Frühstück" wird im Ramadan Suhur genannt und endet dieses Jahr um etwa 3.40 Uhr. Damit man nicht nur mit einer Mahlzeit den Tag überstehen muss, sollte man kurz aufstehen und etwas trinken und essen. Einige mögen dann bereits richtige Mahlzeiten. Ich esse allerdings ungern zu dieser Uhrzeit. 

Um dennoch etwas zu mir zu nehmen, versuche ich einfach, etwas zu trinken und Nüsse oder eine Banane zu essen. Im Ramadan werden vor allem viele Datteln gegessen und Milch getrunken. 

(Bild: Hatice Kahraman)

Wer nichts essen möchte, sollte aber dennoch wenigstens ein paar Gläser Wasser trinken.

Wer eine richtige Mahlzeit am Suhur zu sich nehmen möchte, dem empfehle ich eine türkische Gemüsepfanne mit Eiern. Um nicht alles mitten in der Nacht kochen zu müssen, kann das auch schon am Abend zubereitet werden. Die Eier können dann einfach kurz vor dem Essen dazugegeben werden. 

Für die türkische Gemüsepfanne mit Eiern braucht ihr:
  • 5 Eier (für fünf Personen)
  • 2-3 spitze Paprika
  • 2 Tomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Esslöffel Öl
  • etwas Wasser
  • eine Prise Salz, Pfeffer und Paprikagewürz
Und so wird es zubereitet: 
1/12

Die klein gehackten Zwiebelstücke in einer Pfanne mit etwas Öl goldbraun anbraten lassen und dann die vorher geschnittenen Paprika- und Tomatenstücke dazugeben. Danach mit etwas Wasser (1-2 Löffel) anbraten, bis alles durch ist. Das Ganze vom Herd nehmen und erst bei Verzehr die Eier und die Gewürze dazu geben und gut durchmischen, bis die Eier stocken. 

Am besten warm und mit Brot servieren.

Am Ende gibt es dann das Iftar – das ist das Abendessen nach dem Sonnenuntergang, dieses Jahr ist das um kurz vor 22 Uhr. Beim Iftar wird eigentlich immer eine Suppe getrunken. 

Ich empfehle eine einfache Linsensuppe. Dafür braucht ihr:
  • 1 Glas Linsen (für 6 Personen)
  • 7 Gläser Wasser
  • 2 Esslöffel Öl
  • 3 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Kartoffel
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Tomate
  • eine Prise Salz, Pfeffer, Paprikagewürz und getrocknete Minze
Und so geht's:
1/12

Die Zwiebel, die Karotte, die Kartoffel und die Tomate klein schneiden und in einen Topf mit etwas Öl geben und anbraten. Danach die Linsen waschen und ebenfalls dazu geben. Alles gut durchmischen und das lauwarme Wasser und die Gewürze dazugeben. Das Ganze dann einmal zum Köcheln bringen und dann auf niedriger Stufe für ca. 40 Minuten auf dem Herd durchziehen lassen. Danach vom Herd nehmen und mit einem Pürierstab alles pürieren. Fertig ist die Suppe.

Neben der Suppe gibt es auch immer eine Hauptspeise

Einer meiner Lieblingsgerichte sind gefüllte Auberginen. Dafür braucht ihr:
  • 250 g Hackfleisch
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 spitze Paprika
  • etwas Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Tomaten
  • 1 halbes Glas Wasser
  • 5 kleine Auberginen
  • 3 Esslöffel Tomatenmark
  • eine Prise Salz, Pfeffer und Paprikagewürz
So geht's:
1/12
  1. Die Auberginen zuerst in Streifen schälen und dann in Salzwasser für ca. 30 Minuten einweichen lassen, damit das Salz das Wasser der Auberginen entziehen kann. Währenddessen die Zwiebeln in Öl anbraten, das Hackfleisch dazugeben und zusammen weiter braten. 
  2. Danach die Paprika, die Tomaten und etwas Petersilie klein schneiden und ebenfalls in die Pfanne geben. Dazu kommt dann etwas Knoblauch und die Gewürze. Alles gut durchmischen und das Wasser dazugeben. 
  3. Nachdem alles durch ist, vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. 
  4. In der Zwischenzeit die Auberginen in Öl anbraten, bis sie etwas goldbraun sind. Danach können die Auberginen vom Herd genommen und mit einem Messer in der Mitte aufgeschnitten werden. Um die Öffnung für die Füllung etwas breiter zu machen, am besten mit einem Löffel über die Öffnung gehen. Den Inhalt der Aubergine aber drin lassen. Danach können alle Auberginen mit dem Hackfleisch gefüllt werden. 
  5. Bevor das Ganze in den Ofen geht, noch etwas Tomatenmark mit Wasser mischen und die Soße über die Auberginen gießen. Die gefüllten Auberginen bei 180 °C Umluft für ca. 30-40 Minuten im Ofen lassen. 

Am besten schmeckt das Ganze übrigens mit Reis serviert. 

Wer keine Lust auf etwas Aufwendiges hat, macht türkischen Yufka-Börek. Dafür braucht ihr: 
  • 1 Packung türkischen Blätterteig
  • Ca. 250 g Schafskäse
  • etwas Petersilie
  • 1 Ei
  • 1 Glas Öl
  • 1 Glas Milch
Und so geht's:
1/12
  1. Den Schafskäse klein bröseln und mit der kleingehackten Petersilie gut mischen. Das Öl, die Milch und das Ei in einer anderen Schüssel mischen. Dann die erste Schicht des Blätterteigs in eine Auflaufform geben und darauf die Öl-Milch Soße gießen. 
  2. Danach die zweite Schicht des Blätterteigs darüber legen und etwas Schafskäse verteilen – aber keine Öl-Milch Soße mit dem Schafskäse vermischen. Mit dem restlichen Blätterteig alles weiter schichten und am Ende die restliche Soße großzügig über die letzte Schicht geben. 
  3. Wer will, kann darauf noch etwas Sesam streuen. Das Ganze sollte idealerweise für eine Stunde durchziehen, bevor es in den Ofen geht. Wer allerdings keine Zeit dafür hat, kann es auch direkt für 30 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen geben.

Im Ramadan ist man eigentlich schon nach der Suppe und spätestens nach der Hauptspeise satt. Aber wer dennoch Lust auf etwas Nachtisch hat, dem empfehle ich die ägyptische Nachspeise Umm Ali. Ursprünglich wurde die Nachspeise mit altem Brot und mit Kamelmilch zubereitet, heute verwendet man oft Croissants und normale Milch.

Für Umm Ali braucht ihr:
  • 5 Croissants (für 6 Personen)
  • 1 Liter Milch
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 60 g Kokosnussflocken
  • 60 g Haselnüsse
  • 60 g Mandel
  • 60 g Rosinen
  • 150 g Creme Fraiche
Und so geht's:
1/12
  1. Die Milch mit dem Zucker, Vanillezucker und dem Creme Fraiche in einem Topf erhitzen. Währenddessen die Croissants in kleine Stücke zerpflücken und in eine große Auflaufform geben. 
  2. Danach die klein gehackten Nüsse und die Rosine in die Auflaufform geben. Man kann auch andere Nüssen nehmen oder die Rosinen weglassen. 
  3. Die warme Milch dann auf die Croissants und die Nüsse gießen – fertig ist der Nachtisch. Wer möchte kann, das Ganze noch für 20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen geben, bis es etwas goldbraun ist. 

Fühlen

Das kennen alle Muslime, die heute das Fasten brechen
Wie es sich für mich anfühlt, das Ende des Ramadans zu feiern

Heute ist es endlich so weit: Das große Ramadan-Fest steht an. 29 Tage Fasten sind geschafft! 

Heute füllt sich unser ganzes Wohnzimmer mit Verwandten und Freunden, alle reden durcheinander, die Kinder spielen und die Erwachsenen erzählen Witze, es wird gelacht und vor allem gegessen. Sonst schaffen wir es nie, alle zusammenzusitzen.

Heute schon. Denn ab heute jetzt essen und trinken wir wieder normal. Und das wird gebührend gefeiert: Drei Tage voller Besuch, Süßigkeiten und Geschenke!

Auf diesen Tag freue ich mich schon das ganze Jahr. Weil meine ganze Familie sich sieht oder wenigstens hört. 

Es gibt so viel Tolles am Ende des Ramadans: