Immer nur Döner ist doch auch keine Lösung.

Es sollte mittags mehr zu essen geben als nur Asiatisch, Döner oder Pizza; das sagt Karol Kasierski, 34. Er möchte mit seinem Start Up in der Berliner Food Szene mitmischen. Seine Idee: Ein Piroggen-Imbiss in Berlin Mitte. Organic Polish Street Food.

Schon 2014 haben zwei Berliner ein Start-Up mit dem polnischen Traditionsessen gestartet. Angefangen haben sie mit einem Stand auf dem Markt in Neukölln, mittlerweile reisen sie mit den Piroggen durch ganz Deutschland. (Facebook)

Karol erfüllt sich seinen Traum: Ein eigener Piroggen-Imbiss(Bild: Karsten Kaminski)

Es sei schon immer sein Traum gewesen, sich selbstständig zu machen, sagt Karol. Der gebürtige Pole ist in Kaiserslautern aufgewachsen und kommt aus einer Gastronomen-Familie. "Als ich letztens mit meiner Oma in Polen über meine Start-Up Idee geredet habe, erzählte sie mir, dass ich ihr das schon vor 15 Jahren gesagt habe.“

Bei einer Reise nach Warschau sah er überall Piroggen-Ketten. Warum sollte Piroggen Fast-Food nicht auch in Berlin funktionieren? "Ich würde gerne diese ganze osteuropäische Küche mehr in den alltäglichen Fokus der Leute rücken.“

Erste Pirogge zum Probieren bereit(Bild: Saskia Uppenkamp)

Karol will dabei aber nicht klassisch vorgehen, er will die Piroggen hip machen. Traditionell besteht der Teig aus Mehl, Ei, Öl, Prise Salz und einer Füllung, Kraut und Pilze zum Beispiel, in Wasser gekocht, fertig. Bei Karol gibt es nur eine typisch polnische Füllung, ansonsten hat er neue kreiert. "Ich hab die Teigtaschen ziemlich gepimped. Zum Beispiel gibt es jetzt welche mit Hüttenkäse und mit Kartoffeln, da haben wir noch ordentlich Parmesan reingeklopft und mit Gewürzen gespielt.“

Imbiss kurz vor der Eröffnung(Bild: Karsten Kaminski)

Obwohl die polnische Küche sonst fleischlastig ist, bietet Karol viel Vegetarisches an. Er versuchte die Piroggen auch vegan herzustellen, geklappt hat das bislang nicht.

Die Eröffnung hat Karol über ein Facebook-Event organisiert. Dort haben (potentielle) Besucher auch schon diskutiert, wie er manche Speisen vegetarisch oder vegan anbieten kann. Karol will sich demnächst auf die Experimente einlassen.

Karol links, Henning rechts, letzte Lagebesprechung kurz vor der Eröffnun(Bild: Karsten Kaminski)

Beim Aufbau des Imbisses haben ihm seine Freunde geholfen. Vor rund zwei Wochen hat er den Laden eröffnet, kurz vorher verlegt er noch einen Teppich am Eingang, stellt das Bier kalt und rennt sogar noch in einen Klamotten-Laden um die Ecke, um das passende Outfit für die Eröffnung zu haben.Der Koch Henning Brauer, 31, bereitet in der Zeit alles in der Küche vor. "Polnisches Essen ist für mich Neuland. Ich finde das Essen viel kräftiger als deutsches Essen. Gurken schmecken fast schon wie Knoblauchzehen, kein Vergleich zu Spreewaldgurken.“

Pappteller werden gestapelt. Leute essen die Piroggen(Bild: Karsten Kaminski)

Die Eröffnung: Der Laden wird voller, Freunde kommen und gratulieren Karol. Zwischendurch packt er mit an und serviert Piroggen. Nach gut einer Stunde stapeln sich die Pappteller auf den Tischen. Die Gäste stehen schon vor der Tür.

Erstes Urteil von Berlinern:

Walessa Frank, 24

(Bild: Karsten Kaminski)

„Ich wollte Piroggen schon immer ausprobieren, weil darüber immer in der Serie Gossip Girl geredet wurde. Das Essen ist schon sehr deftig. Viel kann man davon nicht essen. Dafür sind sie sau lecker. Gerade sowas gehört nach Berlin. Einheimisches Essen, das auf Neu gemacht wird, funktioniert immer ganz gut.“

Kawus Kalantar, 25

(Bild: Karsten Kaminski)

„Meine besten Freunde kommen aus Polen, also habe ich das schon oft gegessen und mir gedacht, das könnte gut in Berlin funktionieren. Es ist etwas Exotisches, was aber genau so schnell fertig ist wie Currywurst oder Pommes. So etwas hat Potenzial, um angesagt zu werden.“

Piotr Błażejczyk, 23

(Bild: Karsten Kaminski)

"Ich bin vor vier Jahren zum Studieren nach Berlin gekommen und freue mich, dass es jetzt einen Piroggen-Imbiss gibt. Die polnische Community in Berlin ist groß, so eine hippe Bar ist etwas, was junge Menschen anzieht. Ein guter Hotspot mit Snacks zum Vorglühen.“