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Das behauptet zumindest eine Studie – die aber einige Schwächen hat.

Jeder, der schon mal eine Diät gemacht hat, kennt diesen Moment: Der Salat ohne Dressing ist gegessen, der Hunger aber ist noch da. Jetzt bloß nicht aufgeben, nicht zur Nudelpackung im Schrank greifen und zwei große Teller Pasta mit Pesto essen! Denn: Nudeln enthalten viele Kohlenhydrate, sie machen dick, das meint jeder zu wissen. Aber stimmt das auch?

Eine neue Studie behauptet nun das Gegenteil: Pasta ist gesund und macht sogar schlank. Die Untersuchung wurde im Fachjournal Nutrition & Diabetes veröffentlicht.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Teilnehmer, die relativ viel Pasta aßen,

  • hatten im Schnitt dünnere Hüften,
  • seltener Übergewicht,
  • ein vorteilhafteres Verhältnis von Hüftumfang zu Taillenumfang.

Die Rolle von Kohlenhydraten beim Abnehmen ist durchaus umstritten. Selbst in Italien, dem Land der Pasta, verzichten einige Menschen in den letzten Jahren vermehrt auf Pasta. Andererseits essen Menschen in mediterranen Ländern wie Italien traditionell besonders viel Pasta – und gelten als besonders gesund.

"Wie epidemologisch und klinisch bewiesen wurde, beeinflusst die Mittelmeerdiät Übergewicht und Fettleibigkeit positiv. Hinzu kommen Gesundheitsvorteile in Bezug auf chronisch und andere einhergehende Krankheiten", schreiben die Forscher in einer Mitteilung.

Sollten wir also doch alle Pasta essen, wenn wir abnehmen wollen? Nicht so voreilig.

Die Studie hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Zwar haben die Forscher die Daten von mehr als 23.000 Italienern ausgewertet. Allerdings gibt es gleich mehrere Probleme:

  1. Italiener haben an der Studie teilgenommen. Das ist an sich noch kein Problem. Allerdings isst man Pasta in Italien als erstes von zwei Hauptgerichten. Und die Portionen sind bedeutend kleiner als zum Beispiel in Deutschland. In der Studie musste ein Teil der Teilnehmer die Größe der gegessenen Portion mit der Hilfe von Bildern angeben. Die größte abgebildete Portion entsprach 86 Gramm. Auch die Forscher selbst, betonen, dass nur ein maßvoller Pasta-Konsum sich positiv auswirke. Die Studie zeigt also nicht, dass zwei große Teller Nudeln am Tag gesund sind.
  2. Die Forscher haben für ihre statistische Analyse Daten von zwei verschiedenen Forschungsprojekten benutzt. Eines davon wurde vom Nudelhersteller Barilla und dem italienischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung finanziert. Ein Nudelhersteller bezahlt also Menschen dafür, Daten zu sammeln, mit deren Hilfe Forscher zeigen, wie toll Nudeln sind. Die private Finanzierung von Studien ist allerdings nicht ungewöhnlich. Bisweilen werden sogar ganze Lehrstühle and Unis von Firmen finanziert.
  3. Die Studie zeigt nur einen statistischen Zusammenhang auf. Wer mehr Pasta isst, war auch tendenziell schlanker. Dass die viele Pasta auch wirklich der entscheidende Grund dafür ist, legt die Studie zwar nah – aber nur, indem sie andere Faktoren wie die Anzahl der Kalorien, die man insgesamt zu sich nimmt, ausschließt.
Das Fazit: Esst Pasta. Am besten so stilvoll wie die Italiener.


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