4 Fragen zu der Erfindung

Ein Burger aus synthetischem Fleisch und Fake-Blut hat in Neuseeland eine Debatte ausgelöst, in die sich sogar der geschäftsführende Premierminister eingemischt hat (SPIEGEL ONLINE). Winston Peters nannte den Burger eine existenzielle Bedrohung für die nationale Rindfleischindustrie. (Guardian

Grund für den Ärger: Die Fluggesellschaft Air New Zealand serviert auf Flügen zwischen Los Angeles und Auckland den "Impossible Burger" – doch dafür werden gentechnisch veränderte Zutaten verwendet. Die Firma "Impossible Foods" produziert ihn im kalifornischen Silicon Valley

(Bild: Impossible Foods)

Woraus besteht der Burger?

Das Patty besteht aus Kartoffeleiweiß, Weizen, Kokosnussöl und Vitaminen. Für den fleischigen Geschmack sorgt Häm. Das ist ein eisenhaltiger Farbstoff und Teil der roten Blutkörperchen. 

Es wird in diesem Fall aus Soja gewonnen. Die Firma zieht das Gen aus der Pflanze und schleust es in Hefezellen ein. Die wachsen wiederum in Bioreaktoren, ähnlich wie beim Bierbrauen.

Was sagt ein Koch dazu?

Kevin Singh Witzorek, 27, arbeitet in einem vegetarischen Restaurant in Hamburg.

(Bild: Privat)

Was denkst du: Ist so ein Burger die Zukunft des vegetarischen Kochens? 

Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube seit Tag eins an eine Küche des Kreierens – und nicht des Imitierens. Ich will keine Produkte kopieren, um sie so nah wie möglich ans Original zu bringen. Eine gemüsezentrierte Küche mit allen Feinheiten, mit eigenständigen Rezepturen, das ist die Zukunft. Ein Gericht, das überzeugt, ohne, dass man da ein Stückchen Fleisch vermisst. Ich weiß auch nicht, ob der Blutgeschmack das ist, was dem gemeinen Konsumenten fehlt, wenn er kein Fleisch isst. Röstaromen lösen viel positivere Assoziationen im Gehirn aus.

Was kochst du im Restaurant für Fleischliebhaber? 

Ich gehe auf individuelle Kundenwünsche ein. Wenn der Kunde eine deftige Mahlzeit möchte, dann würde ich ihn Seitan probieren lassen. Den kross anbraten, mit einer tollen Soße, tollen Beilagen. Oder ich würde ihm eine Enchilada anbieten.

Wie findest du es, wenn andere vegetarische, aber nach Fleisch schmeckende Gerichte kochen? 

So kann eine Zielgruppe erschlossen werden, die glaubt, sie brauche Fleisch. Ich finde die Herangehensweise eigenartig. Es gibt so viele tolle Cuisines, man müsste sich nur umschauen. Ich finde es nicht gut, Fleisch imitieren zu wollen. Vom Grundgedanken her ist es jedes Mal besser, den Kunden vom Fleischkonsum wegzukriegen. 

Wenn das aber der einzige Weg für manche ist, ist das eine Option. In unserem Restaurant überzeugen wir mit Konsistenzen, mit Geschmack, und die Gäste werden auch satt. Wir sehen nicht nur in Algen die Zukunft, sondern in der gesamten Komposition. 

Die vegetarische Küche kann jedem zusagen, wenn sie gut gemacht ist.

Warum fällt es dann manchen Leuten schwer, sich vegetarisch zu ernähren, obwohl sie es gerne würden? 

Vielleicht ist wirklich die Qualität das Problem. Falafel oder Halloumi sind auch nicht das Nonplusultra. Wenn es immer ähnliche Gerichte wie vegetarische Pasta sind, kann das langweilig werden. 

Und wie hat jetzt die Fluggesellschaft aus Neuseeland reagiert?

Sehr lässig. Sie reagierte mit einer Stellungnahme auf die Vorwürfe: 

"Air New Zealand entschuldigt sich nicht dafür, seinen Kunden innovative Produkte anzubieten." 

Dies werde man auch in Zukunft so handhaben, hieß es. Zudem habe die Fluglinie in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Dollar für Lamm- und Rindfleisch aus heimischer Produktion ausgegeben.

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