Bild: Johannes Meyer
Wo bleibt Poutine?!

Über die Jahre hat McDonald's seine Werbestrategie auf der ganzen Welt perfektioniert. Justin Timberlake singt, zur WM gibt's irgendwelche Quatschburger und ja, sie haben auch Salat für Supermodels. Eine weitere wichtige Komponente: die Regionalisierung.

McDonald's schmeißt sich weltweit an den Geschmack des jeweiligen Landes heran – und verkauft mehr als nur BigMac und Cheeseburger. Mit den nationalen Besonderheiten sollen die Kunden vor Ort angelockt werden. Schließlich finden so auch die Eltern etwas Bekanntes auf dem Menü, wenn die Kids zum Null-Acht-Fuffzehn-Fastfood greifen.

Wir haben Teilnehmer von "studieren weltweit" losgeschickt, um nach besonderen Burgern und Angeboten zu suchen – und vor allem: zu probieren. Hier ist das Ergebnis:
Großbritannien: Bacon Roll und Porridge

Carolina Drüten, Erasmus Mundus in London

Für ein typisch englisches Frühstück zu McDonald’s? Warum nicht. Bacon Roll, ein Sandwich mit Speck, gibt es ausschließlich in Großbritannien. Als ich sie probiere, weiß ich auch, warum – schließlich sind die Briten nicht gerade für ihre gute Küche bekannt.

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Mein nächster Versuch: Porridge, Haferbrei mit Früchten. Gibt es in Deutschland auch nicht, darf aber in England beim Frühstück nicht fehlen. Nach dem geschmacklich unbefriedigenden Start mit der Bacon Roll bin ich hier beim Probieren ein bisschen zurückhaltender. Doch meine Vorsicht war unbegründet: Am Porridge könnte ich glatt Gefallen finden! Trotzdem, für mich gehört zum guten Frühstück ein kerniges Schwarzbrot. Danach sucht man in Großbritannien allerdings vergebens.

Australien: BBQ Angus und gefrorene Coke

Dominik Schumann, Auslandssemester in Gold Coast

Ein wirklich typisch australischer Burger bei McDonald’s ist der Aussie BBQ Angus. Für Australier ist das BBQ heilig, was sich auch im Menü von McDonald’s widerspiegelt. Der Aussie BBQ Angus ist entsprechend herzhaft und rauchig im Geschmack mit viel Rindfleisch und Bacon. Dazu Käse, Tomaten, karamellisierte Zwiebeln und eine deftige BBQ-Mayo-Sauce.

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Einzeln kostet der Burger umgerechnet rund sechs Euro, im Menü etwa neun Euro. Dazu gibt es Pommes mit interessanter Sauce, eine gefrorene Coke oder auch ein Softeis. Letzteres kostet umgerechnet nur 35 Cent und ist damit eines der wenigen Dinge, die in Australien günstiger sind als in Deutschland.

Portugal: McBifana und Kabeljau-Salat

Heike Raabe, Erasmus+ in Porto

Der McBifana ist an das portugiesische Sandwich Bifana angelehnt. Ein Bifana besteht aus einem Schweinefleischsteak im Brötchen. Diesen Snack gibt es in Portugal quasi an jeder Ecke zu kaufen. Meistens für einen Euro. Bei McDonald’s hat der McBifana allerdings den stolzen Preis von 2,45 Euro, weshalb er bei den Portugiesen nicht wirklich gut ankommt – außerdem schmeckt er zwar, aber nicht wie ein Bifana. Ich ziehe ein normales Bifana vor, die gibt es hier auch leichter zu finden als einen McDonald’s.

Wer zu McDonald’s geht, isst in der Regel lieber einen richtigen Burger. Oder auch mal einen Salat.

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Der ist auch eine portugiesische Besonderheit und enthält den hier meist gegessenen Fisch: Bacalhau, Kabeljau. Portugal hat den größten pro Kopf Verbrauch von Kabeljau. Auch an Weihnachten kommt traditionell Kabeljau auf den Tisch. Bei McDonald’s gibt es dazu Kichererbsen mit Petersilie, Oliven, Eisbergsalat und Ei. Eine Soße kann man sich aussuchen, am besten schmeckt wohl Olivenöl.

Niederlande: Chocomel

Jasmin Breitenstein, Erasmus+ in Delft

Den Kroketburger, ein Burger bei dem der Patty aus Rindfleischragout ist, kann ich als Vegetarierin nicht probieren, dafür aber Chocomel!

(Bild: ​​Jasmin Breitenstein)

Die Schokoladenmilch gibt es überall in den Niederlanden, also natürlich auch bei McDonald’s, und wird von allen mit Begeisterung getrunken. Bei McDonald’s kostet die kleine Flasche zwei Euro, im Supermarkt kriegt man dafür allerdings einen ganzen Liter.

Belgien: Macarons

Johanna Groten, Auslandsjahr in Gent

Beim Blick auf die Karte merkt man sehr schnell, dass das Angebot lange nicht so groß ist wie in Deutschland. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich die Frituurs, die Frittenbuden, hier nur so tummeln und mit belgischen Pommes und leckeren Burgern die Kundschaft weglocken.

(Bild: Johanna Groten)

Auf meinem Tablett landete im Endeffekt der kleine Belgier – Petit Belgo, Pommes und eine Packung Macarons. Die Macarons sind gar nicht mal so schlecht: Bunt und süß macht das jeden glücklich, der einen kleinen Zuckerschock braucht. Außerdem, only in Belgium, Macarons mit Speculoos Geschmack. Als würde einem Spekulatius auf der Zunge zergehen.

Kanada: Poutine

Johannes Meyer, Auslandssemester in Montreal

Poutine (nicht der russische Präsident) ist für den Montrealer das, was der Döner für den Berliner ist – und nebenbei das Nationalgericht Quebecs. Frisch frittierte Pommes werden dabei mit Käsekrümeln belegt und anschließend mit Bratensoße übergossen. Der höchste Absatz wird in den frühen Morgenstunden des Wochenendes erzielt, wenn die Montrealer um drei Uhr aus den Bars und Clubs der Stadt geworfen werden.

(Bild: Johannes Meyer)

Die Quebecer haben diese kulinarische Delikatesse wohl eher den britischen als den französischen Einwanderern zu verdanken. Die britische Küche weiß ja bekanntlich die ungemeine Wichtigkeit von Bratensoße deutlich besser zu würdigen.

Poutine ist in Montreal allgegenwärtig, und so ist es wenig verwunderlich, dass auch McDonald’s Poutine verkauft. Für fünf kanadische Dollar, etwa 3,50 Euro, erhält man eine recht kleine Portion. Ich habe schon schlechtere Poutine gegessen.

China: Bohnensuppe und Fleischbällchen

Kim Göwecke, Praktikum in Zhouzhou, China

Neben Burgern und Pommes bietet das chinesische McDonald’s frittierte Hühnerschenkel und -keulen an. Offenbar macht es vielen Kunden Spaß, an Fleisch mit Knochen und Knorpeln herumzuknabbern. Außerdem gibt es Teryaki Fleischbällchen und einige Produkte mit Reis, zum Beispiel Reistaschen in mehreren Variationen. Zum Frühstück gibt es eine Auswahl an Reisschleim-Bohnensuppen.

Libanon: McArabia Chicken

Maxie Rink, Auslandsjahr in Beirut

Der McArabia Chicken hat es hier, im Gegensatz zu Deutschland, auf die reguläre Karte geschafft. Das kleine Halal-Zeichen auf der Packung verrät allen muslimischen Libanesen, dass sie das vor ihnen liegende Produkt problemlos essen können. Ansonsten ist der McArabia ein ziemlich normales Chicken-Sandwich im arabischen Flatbread.

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Weil ich Vegetarierin bin, gab es zum Mittagessen dann doch die kostengünstige vegetarische Flatbread-Variante, ein traditionelles Manouche, vom Bäcker nebenan. Der McArabia fand seinen Weg stattdessen zu einem der bettelnden syrischen Flüchtlingskinder, die ihr weniges Geld wohl selten in McDonald’s Produkte investieren. Was sich bei 10.500LL, umgerechnet 7 Euro pro Menü, auch viele Libanesen zweimal überlegen.

Singapur: Shrimps und scharfe Soße

Philipp Wölm, Auslandssemester

McDonald’s ist in Singapur meist nicht die erste Wahl, auch die junge Bevölkerung bevorzugt lieber einen guten Food-Hawker, wo es eine größere Auswahl an günstigeren Mahlzeiten gibt. McDonald’s kommt eher dann ins Spiel, wenn die Hawker geschlossen haben: in der Nacht.

(Bild: ​Philipp Wölm)

Der Cereal Ebi ist mit echten Shrimps belegt, die mit knusprigen Cornflakes gebraten wurden. Das ist typisch für Südostasien, denn bei vielen Gerichten hat man die Wahl zwischen Huhn, Schwein oder Meeresfrüchten, wie Shrimps. Ungewöhnlich für McDonald’s ist die Schärfe der Soße, was aber wiederum typisch für asiatisches Essen ist.

Argentinien: Dulche de leche

Teresa Marbach, Auslandssemester in Córdoba

(Bild: ​Teresa Marbach)

Dulche de leche, eine Art Karamellcreme, ist in ganz Lateinamerika bekannt und wird vor allem in Argentinien gerne und zu jedem Anlass gegessen. Als Füllung in Gebäck, auf Brot, als Pudding. Für Argentinier ist Dulche de leche wie die Luft, die der Mensch zum Atmen braucht. Bei McDonald's gibt es deswegen Sundale Dulche de leche für 28 Pesos, etwa 1,75 Euro.

Frankreich: Rind in Pfeffersauce

Thanh Ngo Chi, Erasmus+ in Paris

(Bild: ​Thanh Ngo Chi)

Le Charolais ist ein Burger, dessen Fleisch einer französischen Rinderrasse entstammt. Der Name leitet sich von der Umgebung von Charolles, dem Charolais ab. Der Burger kostet zwei Euro und wird in einem Ciabattabrot mit einer Scheibe Käse, Salat und Pfeffersauce serviert.

Kasachstan: Himbeeren

Theresa Fuchs, Sprachassistenz in Almaty

Erst im Juni 2016 wurde die Filiale in Almaty eröffnet. In ganz Zentralasien gibt es nur eine weitere Filiale, in der kasachischen Hauptstadt Astana. Sie wurde wenige Monate zuvor eröffnet. Vielleicht erklärt die Seltenheit den Hype? An einem Mittwochnachmittag sind die meisten der 50 Tische belegt.

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Obwohl Pferdefleisch die kasachische Spezialität ist, sucht man den McPferd auf der Speisekarte vergeblich. Aber beim Dessert kann ich eine kasachische McDonald's-Spezialität präsentieren: die Himbeertasche.

Russland: Chicken Bacon

Vanessa Grinszek, Praktikum in Nowosibirsk

Manche russische Wörter kann man auch ohne Russischkenntnisse lesen, dazu gehört das Logo von McDonald’s! Die meisten Dinge auf der Speisekarte sind mir bekannt, bis auf den Chicken Bacon. Hühnchen und Speck.

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Weil es in Russland keine Mayonnaise bei McDonald’s gibt und ich kein Ketchup-Fan bin, bestelle ich zu den Kartoffelecken zwei Soßen, die es so in Deutschland nicht gibt: Käsesoße und 1000 Island.

Iran: MashDonald's

Alina Werner, Auslandssemester in Schiras und Teheran

Die Beziehungen zwischen Iran und Amerika sind schlecht. In Teheran werden amerikanische Marken und Firmen boykottiert. Allerdings tauchen seit 15 Jahren immer neue Abwandlungen von amerikanischen Fast-Food-Ketten auf. Von "Pizza Hat", "Dominos Pizza", "KFC - The Great Fried Chicken", "SubLime" bis "MashDonald's" ist alles dabei. Dieser McDonald's Abklatsch ist seinem Vorbild mit der Farbwahl, dem Logo und sogar einem original Ronald McDonald zum verwechseln ähnlich:

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Weil Iran als eines von wenigen Ländern keinen internationalen Copyright-Abkommen beigetreten ist, laufen die zahlreichen Klagen amerikanischer Marken ins Leere.

Ein Besuch bei MashDonald's bietet dann aber doch kein gleichwertiges Erlebnis. Die Speisekarte ähnelt dem amerikanischen Original vielleicht auf den ersten Blick, mein bestellter Cheeseburger mit Pommes war allerdings mehr ein halber Meter weiches Baguette mit typisch iranischem Kebabfleisch, Mayonnaise und Salat.

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Art

Ein Japaner hat diese komische Weltkarte designt – und sie ist genauer als unsere alte

Unsere Weltkarte ist ziemlich daneben: Die Antarktis und Russland wirken riesig, Afrika hingegen wird in der Mitte gestaucht. Amerika franzt an den Enden aus und Skandinavien macht sich größer, als es ist.

Warum ist das so? Die heute gängige Karte beruht auf einer Version des belgischen Kartografen Gerhard Mercator aus dem 16. Jahrhundert. Er formte die Erdkugel in eine Zylinderprojektion. (Die Welt)

Das bedeutet: An den Rändern werden die Kontinente gestreckt, in der Mitte der Karte gestaucht.