Bild: Lemonaid
Der Zucker-Schock ist vorerst abgewendet

Weil sie "zu wenig Zucker" enthält, sollte die Lemonaid-Limonade ihren Namen verlieren. Was wie ein Aprilscherz klang, war vom zuständigen Hamburger Bezirksamt Mitte ziemlich ernstgemeint (bento). Denn für Limonade gibt es klare Regeln: Der Gesamtzuckergehalt muss mindestens sieben Prozent des Gewichts ausmachen. 

Das Hamburger Bio-Getränk kam nur auf sechs und sollte deshalb künftig mehr Zucker enhalten oder weitaus weniger sexy als "Erfrischungsgetränk" über den Tresen gehen. 

Doch jetzt konnte der Hamburger Zuckerstreit überraschend schnell beigelegt werden. 

Die Hamburger Landesregierung ruderte zurück und verkündete eine überraschend einfache Lösung:

„Das Bezirksamt Mitte wird in Absprache mit der Gesundheitsbehörde den "zu niedrigen Zuckergehalt" im Produkt Lemonaid vorerst nicht beanstanden.“
Hamburger Senat

Gleichzeitig soll sich Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Regeln für den Mindestzuckergehalt bestimmter Lebensmittel noch einmal überprüft werden. (Mopo)

Eine einfache Lösung, die auch bei den Machern von Lemonaid gut ankommen dürfte. 

Und eigentlich auch schon vor dem Zucker-Streit möglich gewesen wäre. 

Einfach gesagt heißt das: Die Hamburger Behörden beschäftigen sich für die kommenden Monate erst einmal mit wichtigeren Dingen als dem Zuckergehalt von Ökogetränken und versuchen währenddessen, den Regelstoß möglichst elegant aus der Welt zu schaffen. 

Offenbar hatte man auch in der Hamburger Gesundheitsbehörden gemerkt, dass keine Regeln manchmal besser sind als schlechte Regeln. Die zuständige Senatorin sagte zu dem absurden Fall, es sei "ein Stück aus dem Tollhaus, dass Leitsätze der Kommission für Lebensmittel zwar den Begriff Limonade schützen wollen, dadurch aber gleichzeitig der Reduzierung von Zucker entgegenwirken.“

Eine Erkenntnis, die am Ende vielleicht allen Beteiligten helfen könnte. In einer aktuellen Studie zur Ernährung in Deutschland gaben 84 Prozent der Befragten an, sie wünschten sich weniger Zucker in Fertigprodukten (BMEL). 


Gerechtigkeit

Diese Menschen haben gute Gründe fürs Schwarzfahren

Schwarzfahren – fast jede und jeder von uns hat es schon einmal gemacht. Manche machen es häufiger und kommen damit ganz gut durch, andere gehen dafür sogar ins Gefängnis

Denn Schwarzfahren ist – anders als beispielsweise Falschparken – eine Straftat. Bei den meisten großen Verkehrsbetrieben werden Wiederholungstäter beim dritten Mal angezeigt. Dann droht eine Geldstrafe – und wer die nicht bezahlt, der kann auch im Gefängnis landen. Im Jahr 2016 traf das allein in Berlin etwa 400 Menschen.

Die Berliner Landesregierung will das jedoch ändern: Mit einer Bundesratsinitiative sollen die Gesetze geändert und Schwarzfahren künftig so entkriminalisiert werden. Damit soll vor allem die Justiz entlastet werden – der Aufwand der Strafverfolgungsbehörden stünde zur Tat "in keinem vernünftigen Verhältnis", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bereits im November. (Berliner Morgenpost)

Hier erzählen vier Menschen, die regelmäßig ohne Fahrschein fahren, weshalb sie das tun – und was sie von den Plänen halten.

Andreas*, 18