Bild: Lemonaid
Ist das nicht... gut?

Wenn wir Süßigkeiten futtern, stopfen wir uns mit Zucker voll. Das wissen wir. Auch dass in Limonade Zucker steckt, wissen wir. Tatsächlich nehmen wir im Schnitt sogar mehr Zucker über Softdrinks auf als über Süßes (bento).

Wenn es also einen Limonaden-Hersteller gibt, der sich Mühe gibt, den Zuckeranteil zu reduzieren – dann sollte das doch was Gutes sein? Nicht unbedingt. 

Der Getränkehersteller Lemonaid wurde nun abgemahnt – weil die Sorte "Lemonaid Limette" zu wenig Zucker enthält.

Die Hamburger Bio-Marke gibt es seit 2009. Und seitdem wird in dem Rezept auf einen niedrigen Zuckeranteil geachtet. Eigentlich ist das etwas Gutes – in einer aktuellen Studie zur Ernährung in Deutschland gaben 84 Prozent der Befragten an, sie wünschten sich weniger Zucker in Fertigprodukten (BMEL). 

Doch nun wurde ausgerechnet der niedrige Zuckergehalt von Lemonaid vom zuständigen Bezirksamt bemängelt. (Kieler Nachrichten)

  • Warum? Gemäß der Leitsätze für Erfrischungsgetränke des Bundesernährungsministeriums dürfen nur jene Getränke als Limonade bezeichnet werden, die einen Gesamtzuckergehalt von mindestens sieben Gewichtsprozent aufweisen. 

"Lemonaid Limette" enthält jedoch nur sechs Prozent Zucker. Nach Urteil der Politik ist es also keine echte Limonade und darf auch nicht mehr so genannt werden. Die zuständige Behörde will nun eine Rezepturanpassung. Andernfalls müsse die Marke ihre Produkte in "Erfrischungsgetränk" umbenennen. 

Erfrischungsgeträid...oder so.

Unternehmensgründer Paul Bethke bezeichnet das in einer Stellungnahme als albern: "Wir bieten seit fast zehn Jahren Limonade wie hausgemacht an. Wenn die Verbraucher die nicht süß genug finden würden, wäre dies sicher mittlerweile bei uns angekommen." 

Dass uns der Verbraucherschutz nun auf bedrohliche Weise vorhält, unsere Limonade habe zu wenig Zucker, ist grotesk.
Paul Bethke

Dass sich die Verbraucherschutz-Behörde über zu wenig Zucker aufregt, ist doppelt ironisch – denn sie hat gerade erst eine Initiative gegen Zucker gestartet.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner steht der Behörde vor und hat vor knapp einem Monat eine "Reduktions- und Innovationsstrategie" verkündet. Zucker, Salz und Fette in Fertigprodukten und Getränken sollen weniger werden. 

Klöckner hofft auf freiwillige Mitarbeit der einzelnen Unternehmen, die Getränkehersteller sollen zum Beispiel ihren Zuckeranteil um 15 Prozent reduzieren. Ziel für die Umsetzung ist 2025. (bento)

Lemonaid macht genau das schon jetzt. Aber anscheinend war das dann doch auch wieder falsch.

Update: 

Am 10. Januar nahm das Bezirksamt Hamburg-Mitte die Abmahnung zurück. (Deutschlandfunk)


Streaming

Hollywood-Filme sind voller Klischees – und die werden jetzt perfekt verarscht
"Guten Tag, I am ze German in ze movie."

Was wir von der Welt zu sehen bekommen, bestimmt, was wir von ihr halten – und was wir von anderen halten. Wer viel reist, erweitert seinen Horizont. Wer mit den Nachbarn ins Gespräch kommt, findet sie vielleicht weniger nervig.

Hollywood ist allerdings beim Blick auf die Welt oft wenig hilfreich. Viele Filme zeigen: männliche und weiße Helden. Und die retten Jungfrauen in Nöten, besiegen hakennasige Bösewichter und bekommen auf halber Strecke Tipps vom lustigen Kumpel.

Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter zeigen gerade, wie viele Klischees tatsächlich in Hollywood-Filmen stecken – und die Beschreibungen sind einfach zu perfekt.

Angefangen hat wohl Rory Turnbull, ein Linguistik-Professor an der Universität von Hawaii in Manoa. Er skizzierte in einem Tweet eine typische Szene für den klassischen Hollywood-Professor.

  • Rory schreibt: "Hallo, ich bin ein Professor in einem Film. Ich komme erst dann zur wichtigsten Stelle meines Vortrags, wenn die Vorlesung gerade endet. Dann rufe ich den Studenten ihre Hausaufgaben hinterher, während sie gehen."