Bild: Liebes Bisschen
Linda Waterkamp vom Café "Liebes Bisschen" verrät, worauf man achten muss.

Kochen ist einfach. Du schmeißt alles zusammen, was Kühl- und Vorratsschrank zu bieten haben, Salz und Pfeffer dazu – fertig. Und wenn du Glück hast, schmeckt es auch noch. Backen ist leider etwas komplizierter, denn das kann bereits schiefgehen, wenn du nur um 100 Gramm vom Rezept abweichst. 

Wir haben mit Linda Waterkamp vom Café "Liebes Bisschen" gesprochen. Sie hat uns Tipps und Tricks aus ihrer Backstube verraten und erklärt, wie man auch für Veganerinnen und Veganer einen leckeren Kuchen backt.

Linda Waterkamp

Linda Waterkamp ist seit Oktober 2019 Inhaberin des "Liebes Bisschen", eine Konditorei mit Café mitten in Hamburg-Ottensen. Schon während ihres Modejournalismus-Studiums hat sie dort gearbeitet, nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch ihrem Hobby nachzugehen ­– denn gebacken hat sie schon immer gerne. Gemeinsam mit zwei Konditoren und einer Auszubildenden steht sie Seite an Seite in der Backstube und kreiert Torten, Kekse und Gebäck.

Back- oder Kochmensch? 

"Viele Leute, die ich kenne, sind entweder eher 'Team Backen' oder 'Team Kochen'", sagt Linda. "Beim Kochen kann man total wild und frei sein, da ist es nicht zwingend notwendig, sich strikt an ein Rezept zu halten. Wenn man sich allerdings beim Backen nicht ans Rezept hält, ist die Gefahr größer, dass es am Ende nichts wird – man muss sich einfach an ein paar mehr Regeln halten. Wer das nicht gern macht, ist vermutlich eher ein Kochmensch."

Dass Backen deshalb aber langweiliger ist, weil man weniger improvisieren und frei arbeiten kann, ist für Linda ein Trugschluss: "Was mich am Backen total fasziniert, sind die Konsistenzen von den verschiedenen Cremes und Massen. Und die Ästhetik von Gebäck und Torten. Ich mag das Gestalten – und dass man ein Auge für das Schöne haben muss."

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"Bei Backformen ist es wie bei Nudeln: Zu manchen Gerichten passen einfach Spaghetti besser als Penne"

Ein paar grundlegende Küchenutensilien sind notwendig – sonst stößt man beim Backen schnell an seine Grenzen. "Das Wichtigste ist eine Waage. Die gehört zur absoluten Grundausstattung", sagt Linda. "Ohne Waage ist es schwer, sich an das Rezept zu halten."

Neben der Waage empfiehlt Linda auch noch ein Handrührgerät, im besten Fall sogar eine Küchenmaschine. "Küchenmaschinen machen Cremes und Teige geschmeidiger und cremiger – das bekommt man mit einem Handrührgerät leider nicht ganz so gut hin. Für den Anfang reicht es aber in jedem Fall", sagt Linda.

Hier findest du eine 🛒analoge Küchenwaage, hier eine 🛒digitale Küchenwaage. Ein Handrührgerät gibt es 🛒hier. Und wem das alles zu anstrengend ist, backt mit einer 🛒Küchenmaschine.

(Bild: Liebes Bisschen)

"Ein 🛒Messbecher ist auch noch ganz praktisch. Und zwei 🛒Schüsseln, nicht zu klein, sollten auch noch da sein – eine für trockene, die andere für flüssige Zutaten", rät Linda. Trockene und flüssige Zutaten sollten beim Backen immer erst am Schluss zusammengerührt werden, denn sobald sie aufeinandertreffen, wird beispielsweise das Backpulver aktiviert und das Mehl beginnt sich zu verändern. Um nicht so viel Teig zu verschwenden, empfiehlt Linda einen 🛒Silikon-Teigschaber, mit dem man den Teig aus der Schüssel in die Backform bringt. 

"Welche Backformen man zu Hause braucht, kommt natürlich ganz darauf an, was man backen möchte. Blechkuchen oder Gugelhupf? Kasten- oder Springform? Ich finde, bei Backformen ist es wie bei Nudeln: Zu manchen Gerichten passen Spaghetti besser als Penne. Ich würde zum Beispiel nie ein Bananenbrot in einer Springform backen – das passt für mich einfach nicht", sagt Linda.

Damit der Teig nicht in der Backform kleben bleibt und einfach herauszuheben ist, legt Linda die Form gerne mit Backpapier aus, bevor der Kuchen bei Ober- und Unterhitze in den Ofen kommt. "Kuchen würde ich immer mit Ober- und Unterhitze backen, bei Umluft besteht die Gefahr, dass er außen schnell zu hart wird und innen noch flüssig ist. Bei Ober- und Unterhitze bleibt er meiner Erfahrung nach saftiger, der Kuchen sollte aber dann auch wirklich immer mittig im Ofen platziert werden. Bei Keksen wiederum nehme ich lieber Umluft, da wird die Hitze im Ofen besser verteilt und kann mehrere Bleche auf einmal backen", sagt sie.

Formen und Bleche, die du zum Backen brauchst:

Vegane und glutenfreie Alternativen

Im "Liebes Bisschen" bietet Linda auch viel veganes und glutenfreies Gebäck an. "Es ist überhaupt nicht schwer, Alternativen zu finden. Es gibt viele sehr gute vegane oder glutenfreie Rezepte. Oftmals benötigt man nicht einmal Ersatzprodukte", sagt sie.

Für glutenfreies Backen greift Linda meistens auf glutenfreies Mehl in Verbindung mit Nüssen zurück: "Gemahlene Mandeln oder Haselnüsse funktionieren sehr gut im Teig und geben zusätzlich auch noch einen guten Geschmack."

Um Eier zu ersetzten greift Linda auf Apfelmus oder Bananen zurück. "Eier sind ein Bindemittel im Kuchen und sorgen dafür, dass der Teig geschmeidig wird, außerdem bringen sie Festigkeit und lockern den Teig. Es ist also immer wichtig, dass der Teig genug Feuchtigkeit hat. Beim Karottenkuchen sorgen zum Beispiel die Karotten für ein schön saftiges Ergebnis. Wenn es ums Fett geht, muss es nicht immer Butter sein, man kann super mit Margarine backen.“  

Der Endgegner: Hefeteig

Für viele Backanfänger ist Hefeteig der Endgegner: Auch wenn Kuchen, Plätzchen und Muffins längst klappen, verzweifeln viele noch an der Hefe. Linda rät, sich nicht so unter Druck zu setzen: "Auch bei uns in der Backstube geht immer mal wieder was schief. Wichtig beim Hefeteig ist, ein paar Dinge zu beachten. Ich benutze lieber frische Hefe, Trockenhefe funktioniert aber genauso gut. Umgerechnet entsprechen etwa zwei Packungen Trockenhefe einem frischen Hefewürfel", sagt sie. "Wenn ich zu Hause Zimtschnecken backe, erwärme ich die Milch, sodass sie lauwarm ist, nicht heiß. Dann löse ich den Zucker darin auf und dann die Hefe. Es ist wichtig, dass die Hefe vollständig aufgelöst ist. Anschließend gebe ich die anderen Zutaten dazu. Wenn der Teig geschmeidig ist und nicht mehr am Rand der Schüssel klebt, ist er bereit zu gehen." 


Uni und Arbeit

Nichts los ohne Studis: Wie das Coronavirus die Unistadt Passau verändert
Ein Rundgang durch die Stadt zeigt, wie die Pandemie in das Leben junger Menschen eingreift.

Bevor Theresa Maier dieser Tage mit ihrer Arbeit beginnt, zieht sie nicht nur Schürze und Haube über, sondern auch einen hellblauen Einweg-Mundschutz. Das ist jetzt Vorschrift in der Mensa der Universität Passau, wegen Corona. Mit 15 hat Theresa ihre Kochausbildung in der Mensa begonnen. Seitdem arbeitet die heute 27-Jährige dort, im Herbst werden es 13 Jahre. Und nie hatte sie so wenig zu tun wie zurzeit.

Normalerweise bereiten Theresa und ihre Kollegen jeden Mittag 2.500 Gerichte zu. An diesem Mittwoch Anfang Juni, mitten im Semester, sind es nur knapp 100. Denn zwischen zwei Seminaren schnell mit dem ganzen Kurs in der Mensa essen, das geht für die Studierenden in Passau und überall sonst in Deutschland momentan nicht.

Das fehlende Unileben verändert das Stadtbild

Wegen des Coronavirus findet das Sommersemester 2020 größtenteils digital statt. Studierende sitzen zu Hause vor dem Laptop, schauen sich Online-Vorlesungen an und besuchen Zoom-Seminare. Sie dürfen nicht in den Hörsaal oder die Mensa, nur unter strengen Auflagen in die Bibliothek, nur mit Personen aus einem anderen Haushalt ins Café und überhaupt nicht in den Club. Manche sind deshalb gar nicht in ihre Studienstadt zurückgekehrt, sondern nach den Semesterferien bei den Eltern geblieben. Ein Haus mit Garten ist schließlich komfortabler als ein Zimmer im Wohnheim.

Dass das Unileben in diesem Sommer quasi ausfällt, macht auch etwas mit den Städten, in denen die Unis stehen. Städte wie Passau. Knapp ein Viertel der Einwohner dort sind Studierende, sie prägen das Bild und die Stimmung der Stadt. Wer heute durch Passau geht, sieht, wie die Coronakrise das Leben junger Menschen verändert – auf dem Campus, aber auch abseits davon.