Die wichtigsten Sätze aus dem Viral-Video.

Superfoods liegen voll im Trend. Ob Chiasamen in der Frühstücksbowl, Acai- und Gojibeeren im Kuchen oder Kurkuma im Smoothie. Doch sind die Hype-Zutaten wirklich so gesund?

Bei YouTube kursiert derzeit ein Video der Medizin-Professorin Karin Michels vom Universitätsklinikum Freiburg, in dem sie Superfoods nicht nur für unnötig erklärt, sondern vor ihnen regelrecht warnt

Das Video wurde bisher fast 800.000 mal angeklickt. Seit dem Upload diskutieren schon etliche ernährungsinteressierte Menschen auf sozialen Plattformen, wie viel Wahrheit in diesem Vortrag wohl steckt. 

Hier sind die wichtigsten Aussagen:

1

"Kokosöl ist das reine Gift."

Michels betont zu Beginn, es sei schwierig für normale Kunden durch den "Irrgarten" von Superfoods zu finden, da viele Lebensmittel mit Irrtümern belastet seien. Als Beispiel nennt sie Kokosöl. Dieses Öl gelte schon lange als Superfood, wie Michels sagt. "Von 'macht weniger dick', über 'mittelkettige Fettsäuren', die gesünder sein sollen, bis hin zu 'Laurinsäure', die besser sein soll..." 

Sie findet: "Es ist alles völliger Quatsch."

Michels geht sogar noch einen Schritt weiter und betont: "Kokosöl ist eines der schlimmsten Nahrungsmittel, die Sie überhaupt zu sich nehmen können. Kokosöl ist gefährlicher als Schweineschmalz."

Sie behauptet, es gäbe keine Studien, die positive Effekte von Kokosöl für Menschen zeigen –  stattdessen spricht sie von Studien, die zeigen würden, dass das vermeintliche Superfood 92 Prozent gesättigte Fettsäuren enthalte, so Michels. Hierzu sagt sie: "Gesättigte Fettsäuren gehen direkt in ihre Herzkranzgefäße und führen zum sicheren Herztod. Kokosöl ist das reine Gift."

Letzteres ist sehr polemisch ausgedrückt. Von einer Portion Pommes stirbt man immerhin auch nicht den sofortigen Herztod. Wie bei allen Nahrungsmitteln ist es eine Frage der Menge. Außerdem gibt es durchaus Studien, die zeigen, dass Kokosöl einen positiven gesundheitlichen Effekt hat. So zeigte diese Studie, dass Kokosöl den Cholesterinwert auch senken kann und diese untersuchte, ob Kokosöl sogar dazu beiträgt, die Entstehung bestimmter Krankheiten zu verhindern.

Die Meinungen zu Kokosöl geht nicht nur in der Wissenschaft weit auseinander, sondern auch unter professionellen und selbsterklärten Ernährungsexperten (SZ.de). Michels' Behauptungen sind also durchaus umstritten. 

2

"Superfoods sind ihr Geld nicht wert."

Wer sich in einer Smoothie-Bar einen Shot irgendwelcher Superfoods in sein Getränk mixen lässt und dafür extra zahlt, solle sein Geld lieber sparen, meint Michels. 

Das Problem mit diesen exotischen Zutaten sei zum einen, dass sie aus dem EU-Ausland stammten und somit eine lange Reise hinter sich hätten. Michels verweist darauf, dass viele Früchte sehr empfindlich seien und ihre Nährstoffe im Laufe der Produktions- und Transportkette verlieren könnten. Außerdem würden in vielen Ländern nicht die selben Vorschriften gelten wie in Deutschland. Dadurch sei es möglich, dass die Superfoods mit Pestiziden belastet seien.

Zum anderen seien diese exotischen Früchte unnötig. Die meisten Menschen, die auf Superfoods schwören, seien Menschen, die sich ohnehin schon gesund ernähren, so Michels. Die aufgenommenen Vitamine und Spurenelemente würden bei diesen Menschen einfach ausgeschieden. Die Professorin empfiehlt, lieber heimische Früchte und Gemüse wie Möhren, Äpfel und Nüsse zu essen. Diese seien mindestens genau solche "Superfoods".

3

Was man stattdessen essen sollte:

Wenn Superfoods nichts bringen, was soll man dann denn überhaupt essen? Michels gibt drei ganz allgemeine Ernährungstipps, welche die gehypten Lebensmittel unnötig machen. Es sind:

  • Natürliche Lebensmittel, also viel Obst und Gemüse.
  • Unverarbeitete Lebensmittel, also möglichst Bio und mit wenigen Zusätzen.
  • Generell nicht zu viel essen.

Wer diese drei Tipps beherzige, ernähre sich so gesund, dass ihm Superfoods keinen Vorteil mehr bringen würden, so Michels.

Update: In der ursprünglichen Version dieses Artikels wurde die Aussage der Professorin zitiert, dass es keine Studien gebe, die einen positiven Effekt von Kokosöl zeigten. In der aktuellen Version haben wir zur Einordnung dieser Behauptung einige Studien ergänzt, die sich mit den positiven Gesundheitseffekten des Öls beschäftigt haben.


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