Bild: dpa
Klären wir das, ein für alle Mal!

Pommes unterteilen die Menschheit in drei Typen: Den Mayonnaise-, den Ketchup- oder den Schranke-Typ. Über die Zugehörigkeit sollte natürlich einzig und allein der persönliche Geschmack entscheiden. Wer Pommes isst, sündigt eh – da kommt es auf die Soße auch nicht mehr an.

Trotzdem dreht sich so manche Mensa- und Kantinen-Diskussion um die Frage, was von beidem gesünder ist.

Also klären wir das, ein für alle Mal! Was ist gesünder? Ketchup oder Mayonnaise?

1. Kalorien

Die Sache ist klar. Mayonnaise kommt auf mehr als 700 Kilokalorien pro 100 Gramm – und übertrumpft damit sogar Schokolade, Chips, Eis und Nutella. Allerdings verschlingen wir von der Mayo auch selten mal ein ganzes Glas.

Oupsi. Gerade war noch was da.

(Bild: Unsplash)


Ketchup ist im Vergleich dazu ein echtes Diät-Produkt. Hier enthalten 100 Gramm "nur" gut 100 Kilokalorien. Für die kleinen 20-Gramm-Tütchen heißt das: Bei der Mayo packen wir uns 140 Kalorien auf die Pommes, bei Ketchup etwa 20.

Also, aus Gesundheitssicht: 1:0 für den Ketchup.

2. Fett

Wer sich wundert, wo all die Mayo-Kalorien herkommen – hier ist die Antwort. Es gibt nichts kalorienreicheres als Fett und Mayo besteht zu rund 80 Prozent daraus. Dazu noch etwas Eigelb und Gewürze, fertig ist die Soße.

Geiz ist nicht geil. Auch nicht bei Mayo.

(Bild: Reuters)

Zwar enthält Mayonnaise häufig Raps- oder Sonnenblumenöl, die einen recht hohen Anteil an gesunden, ungesättigten Fettsäuren haben.

Angesichts der extrem hohen Fettkonzentration kann Christian Prinz, Direktor der Klinik für Gastroenterologie am Helios Universitätsklinikum in Wuppertal, trotzdem nichts Positives an der weißen Soße finden.

"Die meisten vertragen zwar kleine Mengen", sagt Prinz. "Wer aber zum Beispiel ein Gallenleiden hat, kann durch das viele Fett schnell eine Kolik bekommen." Allerdings gesteht auch der Mediziner ein:

Gerade das Fett macht die Mayonnaise so geschmacksintensiv.
Christian Prinz

Bei Ketchup spielt Fett im Gegensatz dazu überhaupt keine Rolle. Die Tomatensoße bringt es – wenn überhaupt – auf 0,1 oder 0,2 Gramm Fett pro 100 Gramm.

Was sollen wir sagen: 2:0 für den Ketchup.

3. Zucker

Endlich! Der Moment der Mayonnaise ist gekommen. Während sie mit einer Prise auskommt, wäre Ketchup ohne Zucker nur noch ein Gemisch aus Tomatenmark und Essig. Nicht lecker.

Das bedeutet jedoch auch, dass Ketchup bis zu 25 Prozent aus Zucker besteht. "Das ist schon erheblich", sagt Prinz. "Wenn man den Ketchup nicht esslöffelweise isst, aber auch nicht dramatisch." Konkret: In einem kleinen Ketchup-Tütchen stecken rund fünf Gramm Zucker oder 1,5 Zuckerwürfel.

Da Zucker Löcher in die Zähne frisst und keine Vitamine mitbringt, geht der Punkt trotzdem an die Mayo.

Das heißt: Es steht nur noch 2:1 für den Ketchup!

4. Vitamine und andere Nährstoffe

Bei Tomaten gerät Christian Prinz ins Schwärmen. "Sie haben mehr als 90 verschiedene Inhaltsstoffe", sagt er. Der Mediziner isst die roten Früchte vor allem aufgrund ihres hohen Kalziumgehalts.

Aber im Ketchup? Bleibt da überhaupt etwas übrig?

(Bild: Unsplash)

Ja, tatsächlich! Wichtig ist vor allem der rote Tomatenfarbstoff, das Lycopin. Ihn kann der Körper erst aufnehmen, wenn Tomaten eingekocht wurden und ihre Zelle zerfallen. "Es gibt zum Beispiel Hinweise aus Studien, dass Lycopin vor Prostatakrebs schützt", sagt Prinz.

Allen Ketchup, der mindestens 40 Prozent Tomaten enthält, halte ich deshalb für sinnvoll.
Christian Prinz

Bei Mayonnaise gestaltet sich die Suche nach Vitaminen und anderen positiven Nährstoffen etwas schwieriger. Hier sticht nur eins heraus: Ein recht hoher Gehalt an Vitamin K, das mit dem Eigelb in die Soße kommt. Das Vitamin ist unter anderem wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenaufbau.

Trotzdem: 3:1 für den Ketchup!

5. Infektionsgefahr

An alle Mayo-Fans: Es tut uns leid! Doch es wird noch schlimmer.

Durch das rohe Eigelb birgt Mayonnaise die Gefahr, dass sich Salmonellen vermehren.

"Gerade bei ner Frittenbude, wenn die Mayonnaise aus einem Eimer kommt, weiß man nie, wie lange sie schon offen ist", sagt Prinz. Noch viel größer sei die Gefahr allerdings bei Kartoffelsalat, der stundenlang ungekühlt auf dem Grillbuffet stehe.

Ich habe als Arzt so viele Patienten nach dem Konsum von Mayonnaise in der Klinik gesehen, dass ich die Soße mittlerweile vollständig aus meinem Leben gestrichen habe.
Christian Prinz

Besonders anfällig ist (nicht mehr frische) selbst gemachte Mayonnaise. Bei der industriellen Soße aus Tube, Glas und Eimer verhindern Konservierungsstoffe, dass sich Keime verbreiten.

Trotzdem rät Prinz im Zweifel zu den kleinen, einzel verpackten Tütchen statt zum Eimer. "Ja, das mit dem Plastikmüll ist riesen Mist", sagt er. "Aber in dieser Hinsicht würde ich eine Ausnahme machen."

Ketchup hingegen ist quasi unverwüstlich. Unter anderem der Zucker sorgt dafür, dass sich kaum Keime in der Soße ausbreiten. Das Ergebnis lässt sich in fast jedem Kühlschrank bestaunen: Ein Jahr abgelaufener Ketchup! Noch immer gut!

Auch wenn es vielen weh tut: 4:1 für den Ketchup.

Das Ergebnis ist eindeutig. Mayo-Menschen sollten sich trotzdem nicht grämen. Ab und zu sind Sünden erlaubt, und glücklich machen sie auch. Nur frisch sollte die Mayo sein...


Today

Bestechliche Amazon-Mitarbeiter sollen schlechte Bewertungen gelöscht haben
Jetzt droht den Mitarbeitern die Kündigung

Beim Onlinehändler Amazon gab es offenbar ein großes Datenleck. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sollen Angestellte vertrauliche Kundendaten an externe Händler verkauft haben.