Bild: Jay Mantri
Und: Kann man an einer Überdosis sterben?
Entzugserscheinungen vom Kaffee – geht das?

Ja, tatsächlich spüren manche Menschen Entzugskopfschmerzen, wenn sie plötzlich weniger Kaffee trinken: Der Körper will Koffein. Die gute Nachricht: Wer vom Kaffee loskommen will, muss sich nicht endlos plagen. Nach ein paar Tagen hat sich der Körper daran gewöhnt und rebelliert nicht mehr mit Kopfschmerz.

Wie viel Koffein ist okay?

Bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt können gesunde Erwachsene zu sich nehmen, sagt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Efsa.

  • 400 Milligramm Koffein stecken zum Beispiel in rund fünf Dosen Red Bull (je 250 ml) oder zweieinhalb Dosen Monster (je 500 ml).
  • Bei Espresso und Filterkaffee schwankt der Koffeingehalt je nach Zubereitung. Rund fünf Tassen Filterkaffee oder Espresso am Tag sind aus gesundheitlicher Sicht also gerade noch okay.
  • Bei schwarzem Tee wären auch neun Tassen (je 200 ml) unproblematisch.

Achtung: Wer normalerweise kein Koffein konsumiert, fühlt sich nach diesen Mengen bestimmt nicht mehr wohl. Und in einem Liter Energydrink stecken gut 100 Gramm Zucker, ein Vielfaches der Menge, bei der man es am Tag belassen sollte.

Für Schwangere gilt: Mehr als 200 Milligramm Koffein täglich sollten es nicht sein. In zu großer Menge bremst die Substanz das Wachstum des Ungeborenen. Auch Menschen mit Herzproblemen müssen beim Koffein vorsichtiger sein: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät ihnen zum Beispiel auf Energydrinks ganz zu verzichten.

In der Fotostrecke: Wie Instagrammer Kaffee feiern
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Was richtet eine Überdosis Koffein an?

Koffein erhöht für ein paar Stunden den Blutdruck – auch schon in den unbedenklichen Mengen. Manche reagieren empfindlicher auf die Substanz als andere: Sie spüren unangenehme Nebenwirkungen vielleicht schon nach einer Tasse starken Kaffees oder einem Energydrink.

Wer zu viel Koffein konsumiert hat, spürt schnell, was das mit dem Körper anstellt: Das Herz rast und schlägt unregelmäßig, man wird zittrig, nervös und ängstlich, fröstelt oder schwitzt. Manchmal kommen noch Übelkeit und Schwindel dazu. Einschlafen ist über Stunden unmöglich. Wer Schlafprobleme hat, kann versuchen, den letzten Kaffee oder Energydrink am Tag mittags (ja, mittags!) zu trinken – vielleicht hilft’s.

Kann man an einer Koffein-Überdosis sterben?

In besonders schweren Fällen einer Koffein-Vergiftung bleibt das Herz stehen, man verliert das Bewusstsein. Und ja: Sogar Todesfälle sind bekannt. Allerdings muss ein gesunder Erwachsener dazu mehr als 170 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht konsumieren, schreibt die US-Arnzeimittelbehörde FDA.

Sich durch Energydrinks, Kaffee oder Schwarztee eine tödliche Koffein-Überdosis zu verpassen, ist also praktisch unmöglich. Selbst eine 60 Kilo wiegende Frau müsste rund 23 Liter Filterkaffee, 32 Liter Red Bull oder 100 Liter Cola trinken, absurde Mengen.

Allerdings gibt es da ja noch Koffein-Tabletten und Koffeinpulver, das erklärt die bekannten Todesfälle (Fallbericht in "Forensic Science International"). Das BfR berichtet von einigen Todesfällen, bei denen zumindest ein Zusammenhang mit Energydrinks – in Kombination mit Alkohol oder anstrengendem Sport – vermutet wird. Koffein kann die Belastung des Herzens beim Sport noch verstärken: Vorm Training also lieber keinen Energydrink trinken.

Thein, Taurin, Guaranin, Koffein – was sind die Unterschiede?

Thein im Tee, Guaranin in Guarana, Koffein im Kaffee: Das sind keine unterschiedlichen Substanzen. Es ist immer Koffein, das nur umgangssprachlich manchmal anders genannt wird, weil es ja auch aus verschiedenen Pflanzen stammt. Und weil Kaffeebohnen, Teeblätter und Guaranaextrakte noch viele andere Stoffe enthalten, macht es natürlich auch einen Unterschied, was man davon trinkt.

Nur Taurin ist etwas anderes: Die Substanz kommt in unserem Körper vor und steckt auch in anderen Nahrungsmitteln, etwa Fleisch und Fisch, dort aber in deutlich kleineren Konzentrationen als in Energydrinks. Die Efsa gab aber schon vor Jahren Entwarnung: Auch diese größeren Mengen sind wohl unproblematisch. Es ist allerdings auch nicht bewiesen, dass Taurin einen fitter und aufmerksamer macht.

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Musik

Revolverheld hat einen EM-Song für besorgte Bürger geschrieben
Und er ist großartig.

Eine EM vereint Nationen. Zwar kämpfen Mannschaften erst gegeneinander, aber eine halbe Stunde nach Abpfiff trinken die Fans auch wieder gemeinsam ein Bier.

Fremdenfeindlichkeit hat da nichts zu suchen, finden auch die Satire-Sendung Extra 3, Revolverheld und Autor Heinz Strunk. Deshalb haben sie jetzt eine EM-Hymne für den besorgten Bürger geschrieben, um ihm mitzuteilen: "Du musst hier raus."

Ihren Original-Song "Lass Uns Gehen" hat die Band dafür einfach umgedichtet:

"Du kannst nicht mehr atmen, wird alles zu bunt hier. Integration – kannst das Wort nicht mehr hören..."

"Du musst hier raus, denn in Hamburg, Berlin oder Köln schauen die Menschen jetzt alle EM, Özil für Deutschland und Can und Sané – ein Problem, ein Problem, ein Problem."

Das komplette Video: