Bild: Bernd Thissen dpa/lnw
Die Industrie soll zunächst nur auf freiwilliger Basis mitmachen.

Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza oder Müsli sollen in Zukunft mit weniger Zucker, Salz und Fett auskommen – so will es Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU). Die Industrie soll sich selbst dafür verpflichten, die Lebensmittel gesünder zu machen, manche Branchen haben bereits konkrete Zahlen angekündigt. Kritik kommt von der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Was plant Ernährungsministerin Julia Klöckner?

Die Regierung befasst sich am Mittwoch mit der "Reduktions- und Innovationsstrategie" von Julia Klöckner. Bis 2025 sollen die vereinbarten Ziele mit der Branche auf freiwilliger Basis erreicht werden. Laut "Bild"-Zeitung verpflichtet sich beispielsweise der zuständige Verband, Zucker in Frühstückscerealien für Kinder um mindestens 20 Prozent zu reduzieren.

Die Branche habe sich auch verpflichtet, sich in ihren Schritten überprüfen zu lassen, sagte Klöckner. "Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen." 

Anfang 2019 soll die Strategie starten und in den Fortschritten regelmäßig überwacht werden. Vorgesehen sind ein Monitoring und eine Internetplattform, um die schrittweisen Änderungen von Rezepturen bis 2025 auch für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent zu machen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden.

Welche Kritik gibt es an den Plänen?

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, Klöckner kusche vor der Lebensmittelindustrie. Andere Länder machten dagegen Ernst im Kampf gegen Fettleibigkeit und beschränkten unter anderem Werbung für Kinder oder besteuerten überzuckerte Limonaden.

Dagegen bitte die Ministerin "die Hersteller freundlich, etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen – und überlässt es den Unternehmen, ob sie mitmachen oder nicht", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland gelten laut Ministerium 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. 

Das Problem könnte man auch in Deutschland mit einer Zuckersteuer angehen – warum diese eine gute Idee ist:


Sport

Bei der Darts-WM treten erstmals auch Frauen an – und ein Sport1-Kommentator kommt damit nicht klar

"Gibt es für die Dame ein Mittel, Ryan Joyce zu schlagen?" – "Vielleicht die Klamottenwahl." 

Was vielleicht wie die Kommentierung eines Darts-Spiels älterer Herren in der Kneipe um die Ecke klingt, hat sich in Wahrheit beim TV-Sender Sport1 während der aktuell stattfindenden Darts-WM in London zugespielt. Auf seine sexistischen Sprüche folgte ein Shitstorm für Co-Kommentator Gordon Shumway – und eine Entschuldigung mit den Worten, er habe sich "missverständlich" ausgedrückt.

Was ist passiert?

Erstmals haben bei der Darts-WM auch zwei Frauen teilgenommen. Das Match zwischen dem Briten Ryan Joyce und der Russin Anastasia Dobromyslova wurde bei Sport1 übertragen, dazu gab es Kommentare von Basti Schwele und TV-Experte Gordon Shumway. Doch dass nun plötzlich bei einer WM eine Frau gegen einen Mann spielt, davon hielt insbesondere Shumway offenbar wenig.

Daraus machte er auch kein Geheimnis: "Ich halte das für keine gute Idee", sagte er während des Turniers. Man könne Frauen ja eine eigene Turnierserie geben. "Bei Bayern München spielt auch keine Frau mit im Team."