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"Ich habe zwei 12.000-Euro-Melonen getragen!"

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Familie Sembikiya verkauft Schmuck. Luxus-Schmuck. Denn der Flagship-Store des Unternehmens erinnert eher an eine Schweizer Uhren-Boutique als an einen Obst-Laden. Doch die Japaner ticken anders – bei Sembikiya gibt es Obst zu Luxus-Preisen.

Eine Handvoll Erdbeeren kostet hier 80 Euro, dafür werden die zwölf Früchte aber auch einzeln verpackt wie feinste Pralinen.

Gleich daneben gibt es Trauben in der Größe von Tischtennisbällen und Melonen, die wahlweise perfekt rund, pyramiden- oder würfelförmig sind.

Warum sind die Japaner so Frucht-verrückt?

Laut einer Studie des japanischen Aroma-Herstellers Takasago unterscheidet sich die kulturelle Bedeutung von Obst Japan und Europa grundlegend. Während im Westen Obst schon immer ein wichtiges Nahrungsmittel war, spielte es in der Ernährung der Japaner nie eine vergleichbare Rolle.

Durch intensiven Regen, gute Böden für den Gemüse-Anbau und die lange Fischfang-Tradition konnten sich die Menschen in Japan auch ohne Früchte ausgewogen ernähren. Obst gilt vielen Japanern deshalb bis heute als Luxus-Produkt. (Takasago)

Melonen für Millionen

Viele Kunden von Sembikiya kaufen die Früchte nur, um sie gleich wieder zu verschenken. In der auf Prestige ausgerichteten Kultur Japans zeigen Obstgeschenke, wieviel Wohlstand und Geschmack der Schenkende wirklich hat. Erdbeeren, Äpfel oder Grapefruits sind beliebte Hochzeitsgeschenke und werden auch auf Geburtstagen gern gesehen.

Am beliebtesten sind aber Melonen vom Typ Yubari King – sie sind selbst im foodverrückten Japan eine Seltenheit und erzielen bei Auktionen oft Rekordpreise. 2016 wurde zwei von ihnen für umgerechnet rund 24.000 Euro versteigert. (FAZ)

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