Bild: Monika Skolimowska/dpa

Die nächsten Tage werden heiß. Dass sich Fahrten in stickigen U-Bahnen und die Stunden im Büro oder Hörsaal besser überstehen lassen, wenn man viel trinkt – eh klar. Nur: Irgendwann hat man einfach genug vom geschmacklosen Wasser. Gut, dass die Kühltheken in Kiosken und Supermärkten gefüllt sind mit Bio-Limonaden und -Eistees: Lemonaid, ChariTea, Bionade, Vio Bio Limo, Fritz... 

Gefühlt hat jede Softdrink-Marke in den vergangenen Jahren ein vermeintlich gesundes Erfrischungsgetränk herausgebracht, das auch noch nachhaltig – weil bio – sein soll. 

Aber sind diese Produkte wirklich gesünder als Cola & Co.? Tu ich mir etwas Gutes, wenn ich zu ChariTea greife anstatt zur Fanta?

Ist Bio-Limonade besser als "normale" Limonade?

Silke Schwartau, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Hamburg, sagt: "Biogetränke beinhalten teilweise weniger Zucker und mehr natürliche Bestandteile – aber nicht immer." 

Ein Blick aufs Etikett hilft also – und zeigt, dass "bio" nicht zwangsläufig "gesund" bedeutet: Nicht immer enthalten die Getränke bedeutend weniger Zucker als Cola (10,8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter):

  • Bionade: 5,0 Gramm Zucker pro 100 Milliliter (Das ist drin)
  • LemonAid: 6,0 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
  • Vio Bio Limo: 8,8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter (Codecheck)

Trotz des teilweise ebenfalls hohen Zuckergehalts haben Bio-Getränke einen Vorteil gegenüber anderen Soft-Drinks: Die verarbeiteten Früchte wurden nicht mit synthetischen Pestiziden behandelt und sind außerdem häufig fair gehandelt. 

Von der Bio-Limonade sollten wir trotzdem nicht zu viel trinken. Sarah Häuser von Foodwatch sagt: "Gesüßte Limos sind per se keine gesunden Durstlöscher – egal, ob bio oder nicht. Denn Zuckergetränke liefern zusätzliche Kalorien ohne einen entsprechenden Sättigungseffekt." 

Welches Erfrischungsgetränk ist okay?

Es spricht nichts dagegen, sich mal eine kalte Limo zu gönnen. Aber: Es sollte die Ausnahme sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Getränk – leider, auch wenn es nach nichts schmeckt – Wasser. Außerdem empfiehlt Frau Häuser: ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie stark verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte (Frau Schwartau empfiehlt dabei einen Fruchtsaft-Anteil nicht höher als zehn Prozent. Unverdünnt getrunken sind nämlich auch Fruchtsäfte keine gesunden Durstlöscher: Sie enthalten sehr viel Zucker). 

Light-Produkte sind ebenfalls keine dauerhafte Lösung, auch wenn sie statt Zucker Süßstoff enthalten. Sarah Häuser von Foodwatch warnt: Sie tragen dazu bei, dass man sich an den süßen Geschmack gewöhnt.

Wenn man unterwegs ist und Lust auf eine Limo hat, empfiehlt Schwartau von der Verbraucherzentrale: Egal ob bio oder nicht, man sollte darauf achten, dass nicht mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 ml enthalten sind. "Einige Limonaden sind echte Zuckerbomben. Aktuell sind etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt. Der Konsum dieser Getränke erhöht das Risiko dafür maßgeblich, ebenso für Übergewicht", sagt sie.

Zucker ist leider Zucker – in hohen Mengen genossen ist er ungesund, egal, ob bio oder nicht. 

Bei dem Getränk LemonAid war in diesem Artikel ursprünglich ein Zuckergehalt von 7,4 Gramm Zucker pro 100 Milliliter angegeben. Dieser Wert war falsch. LemonAid enthält 6,0 Gramm Zucker pro Milliliter. Wir haben diese Angabe korrigiert.

Die Empfehlung, wie stark Fruchtsäfte verdünnt sein sollten, stammte außerdem von Frau Schwartau, nicht von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.


Gerechtigkeit

Bundeswehr will erstmals Kampfdrohnen anschaffen
Die SPD wollte das verhindern. Jetzt nicht mehr.

Die Bundeswehr will sich Kampfdrohnen anschaffen. Die Maschinen sollen für die kommenden neun Jahre von Israel geleast werden, es geht dabei um ein Auftragsvolumen von mindestens 900 Millionen Euro. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss nun über die Anschaffung abstimmen. Konkret geht es um Kampfdrohnen des Typs Heron TP. Der Deal wird seit 2013 immer mal wieder verhandelt (SPIEGEL ONLINE) – nun gibt es die Vorlage.

Kommt die Zustimmung, würde die deutsche Truppe erstmals über eigene Kampfdrohnen verfügen.