Bild: Kal Visuals/Unsplash
Warum es manchmal der Mandelmilch-Cappuccino sein muss.

Ich laufe mit meiner Freundin durch die Straßen von Paris. Es ist noch früh. Überall riecht es nach Croissants, Brioche und Pain au Raisin – nach typisch französischem Frühstück eben. Meine Freundin steuert schon eine der traditionellen Pariser "Boulangerien" an. Unter der Markise stehen kleine runde Tische mit französischen Bistrostühlen aus geflochtenem Rattan. Sie schwärmt von einem "Frühstück a la Francais".

Und ich denke: Jetzt ein Chia-Pudding und dazu ein Cappuccino mit Mandelmich – das wär's! 

Ich versuche, den Gedanken wegzuschieben. Ich bin immerhin in Frankreich! Ich sollte ein ofenfrisches, nach uralter, handwerklicher Tradition gefertigtes Croissant essen wollen. Damit ich später, zu Hause, davon schwärmen kann, dass Croissants nirgendwo so gut schmecken, wie in Frankreich. In der frischen Brise an der Seine, auf dem Weg zum Louvre – oder so.

In diesem Moment wird mir bewusst, was ich schon lange ahnte: Ich mag Hipster-Läden.

Mir gefällt die zurückhaltende und doch gemütliche Atmosphäre. Die Kombination aus Industrie-Chic und wohnlichen Details (kuschelige Lammfelle!).

Steht in minimalistischer Typo "vegan", "gluten free" und "sugar free" auf der Tafel hinter der Theke, werde ich neugierig und möchte gleich alles probieren. Dabei ernähre ich mich nicht mal vegan. Ich habe keine Unverträglichkeiten oder verzichte auf Süßes. Bin ich ein Food-Banause?

Was stimmt eigentlich nicht mit mir? Hipster-Läden gibt es schließlich genügend zu Hause in Hamburg. Sie sind austauschbar, mit ihrer cleanen Einrichtung, den kleinen Vitrinen auf der Theke, der Bedienung mit Undercut, die immer etwas cooler ist als man selbst.

Und meist steht dasselbe "Super-Food" auf der Karte. Von Avocado-Toast bis Açaí-Bowl, nichts davon ist überraschend. 

Ein typisches Hipster-Café.

(Bild: Laurent Perren/Unsplash)

Hipster-Läden sind Mainstream und werden dafür auch in meinem Umfeld eher belächelt. Niemand möchte zugeben, dass er dort gerne isst.

Und Hipster-Cafés sorgen für Gentrifizierung.

Sie verdrängen die alten Cafés aus dem Stadtteil – und damit womöglich auch das Bäckerhandwerk. Dazu sind sie meist viel zu teuer, die hohen Preise schließen Menschen aus. Besser geht man zu alteingesessenen Gastronomien mit landestypischer Küche. Also auf in die Boulangerie von 1908 und ein Croissant genießen?

Ich beichte meiner Freundin von meinen Gelüsten. Sie rollt mit den Augen.

Trotzdem suchen wir an diesem Morgen in Paris nach einem hippen Frühstücksspot. Mit dem verständnislosen Blick meiner Freundin im Nacken laufe ich an den alten Bäckereien vorbei.

Mit Google Maps habe ich in wenigen Minuten eines gefunden: Es ist perfekt. Ein Zwölf-Quadratmeter-Café, der Tresen aus Naturholz mit Elementen aus Stahl, die Tapete hat Muster und eine Industrielampe scheint von der Decke. Es liegen Kunst-Magazine und Nischen-Zeitungen aus. Dicht an der Wand sitzen gedrängt ein paar Menschen in den 20ern. Mit Smartphone – hier gibt es kostenloses WLAN. Sie tragen Nerd-Brille, weiße Sneaker und Beanie oder Dutt.

Ich bin glücklich.

Hinter der Glasvitrine sind glutenfreies Bananenbrot und zuckerfreie Müsliriegel akkurat aufgereiht. Auf der Karte stehen ausschließlich Speisen wie Porridge mit Heidelbeeren oder Granola mit veganem Kokosjoghurt. Die Frau hinter der Theke begrüßt uns direkt auf Englisch. So erledigt sich das Problem mit dem gebrochenen Französisch. Ich habe die Wahl zwischen mehreren Milchalternativen für meinen Kaffee und bekomme mein Müsli kommentarlos To-Go. Mit Bambusbesteck natürlich. 

Was ist schlecht daran, wenn ein Angebot den Geschmack vieler Menschen trifft?

Auf Hipster-Läden können sich viele einigen. Und die Läden geben sich Mühe, ihren Millenial-Gästen zu gefallen: Alles ist irgendwie Bio, vegan und wird detailverliebt auf dem Teller zubereitet. Das goldene Besteck macht sich dazu gut im Instagram-Feed. Ein Hipster-Café kann man immer vertaggen, denn es hat auf jeden Fall ein eigenes Insta-Profil. 

Hipster-Cafés machen das Leben einfacher: Egal in welcher Stadt, man kennt die Karte bereits. Meinen Chia-Pudding bekomme ich in New York genauso wie in Berlin oder Paris. Und niemand schaut mich schief an, wenn ich Mandelmilch bestelle oder nach veganem Joghurt frage.

Ein bisschen ist das wie bei großen Ketten wie "Starbucks" – nur schmeckt es besser.

Hipster-Cafés sind mein Zuhause.

Klar: niemand möchte immer das Gleiche essen. Und ich gehe auch häufig in Cafés und Restaurants, die anders sind. Aber manchmal ist mir einfach nach Dingen, die ich kenne. Besonders wenn ich unterwegs bin, möchte ich Mahlzeiten, die gut tun und nicht schwer im Magen liegen. Ab und an muss es einfach der Mandelmilch-Cappuccino oder der frisch gepresste Rote-Beete-Ingwer-Saft sein.

Außerdem versinke ich am liebsten in alten Sesseln oder mache es mir auf Sitzbänken mit weichen Kissen bequem, weil sie sich ein bisschen nach Wohnzimmer anfühlen. Statt auf harten, hohen Stühlen zu sitzen, wie meine Oma.

Es ist die Sehnsucht nach zu Hause. Der Kaffee oder Saft ist so, wie ich ihn mir auch Zuhause zubereiten würde.

Ich zahle also mein 15-Euro-Frühstück, bestehend aus Müsli und Kaffee, noch schnell mit EC-Karte und trete zufrieden auf die Straße.

Meine Freundin bestellt sich ein paar Schritte weiter das Croissant in der Tradidtionsbäckerei. In Zukunft stehe ich dazu, dass ich solche Läden einfach mag. Ein Croissant habe ich später auch noch probiert, war ganz okay. Wenn jemand fragt, wie es in Paris war, kann ich nicht nur davon erzählen – sondern auch Tipps liefern, wo es sich wie Zuhause anfühlt, wenn man eine Pause vom Touristen-Trubel braucht.


Grün

Umweltschonender putzen: Mit diesen 13 Dingen wird deine Wohnung nachhaltig sauber

Wenn der Name mal wieder auf dem WG-Putzplan auftaucht, der Wasserkocher nach einem Winter mit vielen Bechern Tee dringend entkalkt werden muss oder der Backofen aussieht, als wäre etwas darin explodiert, ist es Zeit zum Putzen. Die einen hassen es, die anderen nutzen es zum Stressabbau, fest steht jedenfalls: Beim Saubermachen produzieren wir jede Menge Plastikmüll. Während wir unsere vier Wände blitz und blank reinigen, saugen, scheuern, wischen, entstauben, desinfizieren und waschen, verschmutzen wir die Umwelt.

Dabei muss es gar nicht immer die heftigste Scheuermilch aus der Plastikflasche sein, denn aus altbewährten Hausmitteln wie Natron, Zitronensäure oder Kernseife lassen sich alle möglichen Putzmittel ganz einfach selber machen. Und auch zu Mikrofasertüchern, Spülschwämmen und Einweg-Küchenrolle gibt es grünere Alternativen.

Wir haben ein 13-teiliges Putz-Starterset zusammengestellt, das nicht nur die Umwelt schont, sondern auch den Geldbeutel.