Bild: Instagram; Montage: bento
"Was #Foodporn ist, muss wahrscheinlich jeder für sich entscheiden."

Mit Mensa-Essen ist das so wie mit Bahnfahren: Du probierst es immer wieder, doch am Ende bereust du es. Immer. Erst klingt das Gericht vielversprechend, aber geschmacklich ist zwischen Kartoffeln und Nudeln kein Unterschied zu erkennen. Auch optisch sieht selbst jeder selbstgemachte Graupeneintopf mehr nach Sterneküche aus – bis jetzt.

Denn die zwei IT-Spezialisten Roman, 29, und Florian, 26, aus Kassel machen aus dem Mensa-Essen der örtlichen Universität kleine Kunstwerke. Aus Pommes und Schnitzel wird ein kleines Türmchen mit Salat-Spitze, ein Tintenfischring umrundet saftige Spätzle, ein Klecks Soße verziert das Werk. 

Welcher Name könnte alsso passender sein als Mensa-Foodporn, kurz mensa.fudprn:

Nicht nur, dass sie bereits seit dem Start Anfang Oktober mehr als 3000 Abonnentinnen und Abonnenten haben, auch eine Auszeichnung gab es bereits: Jan Böhmermann würdigte den Account bei Twitter als "ein sehr lustiges Instagram-Profil". 

Roman hat an der Universität Kassel studiert – aber auch im Berufsleben noch nicht genug von dem Mensa-Essen. Er arbeitet mit Florian ganz in der Nähe und die beiden sind heute noch regelmäßig zu Gast. 

1/12

Zunächst hätten sie sich einen Spaß daraus gemacht, "die Reste zu einer ekel erregenden Schlotze zusammen zu mischen", schreiben uns die beiden. Irgendwann sei Roman dann auf die Idee gekommen, ein Instagram-Profil daraus zu machen – im Aussehen der Koch-Show "The Taste". 

Dabei war es uns wichtig, den User zu verwirren. Erstmal sollte er diesen Anblick als appetiterregend empfinden, beim Lesen der Beschreibung allerdings nicht wissen, ob er lachen oder kotzen soll.
Roman und Florian

Die Beschreibungen sind tatsächlich ähnliche Kunstwerke wie die Bilder selbst – man könnte sie auch die brutal ehrliche Menükarte nennen. Da gibt es zum Beispiel "Rote Grütze aus der Dose trennt das dramatische Duett von pilzigem Putengulasch auf Reis und abstraktem Asiagemüse. Vollendet wird die Kreation von einem Ölteppich".

Oder hier den "Bunten Basmatireis 'Böhmermann' grundiert für majestätische Mango, kesse Kirsche und Herrmann'sches Hähnchen mit passabler Puddinghaube. Im Hintergrund lauert schon die Schmor-Haiflosse."

Den beiden geht es vor allem um den Spaß. "Wir wollten mal sehen, was passiert, wenn wir diese ironischen Fotos auf Instagram posten. Wir reagieren wohl die Leute darauf? Verstehen sie, dass das Satire ist?", schreiben die beiden, die sich vor allem über die Reaktion von Fernsehköchen wie Alexander Herrmann freuen. "Das motiviert."

Aber Florian und Roman wollen auch zeigen, wie absurd es ist, ständig sein Essen zu fotografieren. Überall wo man Essen gehe, sehe man junge Leute, die erst ein Foto machen, bevor sie Gabel und Messer anrühren. 

Was Foodporn ist, muss wahrscheinlich jeder für sich entscheiden. Für die einen ist es ein 3-Sterne-Gericht, für die anderen ein Toast Hawaii mit Petersilie garniert.

Und mögen die beiden, was sie da fotografieren?

"Die Qualität der Mensa würden wir als sehr gut bewerten", schreiben sie. Es gebe eine große Auswahl, es sei (fast) immer was dabei. "Das Essen, das wir fotografieren, sollte man nicht unbedingt noch essen, da wir einfach nur unsere Reste zusammenwürfeln. Wer will schon Schnitzel mit Schokopudding essen?" Die beiden betonen, dass sie  wirklich nur mit Resten arbeiten und kein Essen extra dafür verschwenden.

Während Roman am Wochenende gerne selbst kocht, schreibt Florian, dass er nur zum Kochlöffel greift, wenn er die Schnauze voll hat von Fast Food. Er fokussiert sich dann doch lieber auf die selbst ernannte "Mensa-Reste-Haute-Cuisine".


Haha

Donald Trump behauptet, er sah früher wie Elvis Presley aus – mit diesen Reaktionen hätte er rechnen können

Donald Trump war in Tupelo, Mississippi, der Geburtsstadt von Elvis Presley, und hat eine Rede gehalten. So weit, so gewöhnlich. Wie es sich für einen Präsidenten gehört, der gerade nicht in Washington, D.C., ist, stellte er in seiner Rede einen Bezug zu seinem aktuellen Aufenthaltsort her – und wenn das ein persönlicher Bezug ist, kommt das umso besser bei den Menschen an. 

Im Fall von Donald Trump und Tupelo war der Bezug natürlich der legendäre Elvis Presley (CNN).