Fünf saisonale Schmäuse für je unter drei Euro

Wenn die Blätter an den Bäumen gelb und rot leuchten, wird es am Küchentisch dringend Zeit für etwas Deftiges. Zum Vertreiben der abendlichen Kälte kann man nämlich nicht nur die Heizung hochdrehen, sondern auch hervorragend leckere Herbstgerichte kochen. Wir haben in der Redaktion gefragt: Was kocht ihr in dieser Jahreszeit am liebsten? 

Besonders wichtig war uns dabei: Es sollte günstig sein, damit auch Azubis, Praktikanten oder Studentinnen sich die Gerichte leisten können. Außerdem haben wir beachtet, dass saisonale und regionale Zutaten importierten Sorten bevorzugt werden. 

Das sind die Lieblingsrezepte der bento-Redaktion für den schmalen Herbst-Geldbeutel:

1 Bastis Champignon-Kartoffel-Pfanne für Knoblauch-Singles

Was muss ich dafür einkaufen?

  • 1 Kilo Kartoffeln (1 Euro)
  • 500 Gramm frische Champignons (1 Euro)
  • 1-2 Lauchzwiebeln (etwa 10 Cent) 
  • 1 Zehe Knoblauch (etwa 10 Cent)
  • 1 Becher Creme Fraiche oder auch etwas Kräuterbutter, je nach dem, was da ist (etwa 80 Cent) 
  • Gesamtkosten: ungefähr 3 Euro

Im Haus habe ich immer Pfeffer & Salz, (getrockneten oder frischen) Rosmarin, Öl, eine Pfanne und einen Topf. 

In welcher Situation mache ich das am besten?
Wenn es kalt ist und du alleine auf der Couch sitzt – oder, wenn du einen Partner hast, der/die kein Problem mit Knoblauchgeruch hat. 

Wie koche ich das nach?

  1. Kartoffeln schälen, vierteln und dann alle gleichzeitig in kochendes Salzwasser geben. 
  2. Die Pilze halbieren, Dreck entfernen und OHNE Öl in die heiße Pfanne geben.
  3. Regelmäßig schwenken, bis die meiste Flüßigkeit aus den Pilzen verdampft ist, sie kleiner und schrumpeliger geworden sind. 
  4. Kartoffeln abgießen und kurz mit kaltem Wasser abspülen.
  5. Pilze auf einen Teller geben und zur Seite stellen.
  6. Die Kartoffeln in der Pfanne mit etwas Öl und Rosmarin anbraten.
  7. Lauchzwiebel und Knobi kleinschneiden.
  8. Pilze, Knobi und Lauchzwiebel zu den Kartoffeln geben, ganz kurz anbraten.
  9. Dann den Herd ausschalten, Kräuterbutter oder Creme Fraiche dazugeben und in der Resthitze schmelzen lassen, dabei schwenken und etwas Salz und Pfeffer darauf verteilen.
  10. Fertig!

2 Simons Fitness-Kürbis mit Zitronenquark

Was kaufe ich dafür ein? 
  • Hokkaidokürbis 
  • Eine Packung (250 Gramm) Magerquark
  • Eine Zitrone 
  • Eine Chillischote
  • Kosten: Etwa 2,90 Euro (je nachdem, wie teuer der Kürbis ist.) 

Im Haus habe ich Salz & Pfeffer. 

Wann und für wen koche ich das?

Wenn du jemand bist, der auch im Winter auf seinen Bikini-Body achten will. Oder, wenn dir das alles egal ist. Einfach, weil du Kürbis liebst.  

Wie koche ich das nach? 

  1. Ofen vorheizen auf 200 Grad. 
  2. Kürbis aufschneiden, entkernen und in Spalten schneiden. 
  3. In eine Form damit und ab in den Ofen – so lange, bis er schön goldfarben, orangebraun ist. 
  4. Kurz vorher den Quark mit dem Zitronensaft mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
  5. Die Chillischote in kleine, dünne Ringe schneiden. 
  6. Spalten und Quark auf einen Teller, Chilli oben drüber – fertig!

3 Katharinas Erbseneintopf wie bei Muttis Mutti

Was kaufe ich dafür ein?

  • Ein Bund Suppengrün inklusive Petersilie (etwa 80 Cent)
  • Eine Zwiebel (etwa 50 Cent)
  • Eine sehr große Kartoffel (etwa 50 Cent)
  • Ein Beutel Tiefkühlerbsen (etwa 1,50 Euro)
Im Haus habe ich Pfeffer, Salz, Gemüsebrühe, 1 Lorbeerblatt.

(Das sind mehr als 3 Euro, hält aber auch locker für zwei Tage!) 

In welcher Situation mache ich das am besten?

Lässt sich super vorbereiten und einfrieren. Passt mittags oder abends.

Wie koche ich das nach?

  1. Suppengrün, Kartoffel und Zwiebel in kleine Würfel schneiden. 
  2. Eine halbe Zwiebel ohne Öl in der Pfanne anbraten, damit Röstaromen entstehen.
  3. Die Kartoffeln nach der Zwiebel im Topf anrösten, dann das Suppengrün dazugeben und mit Brühe aufgießen. Das Lorbeerblatt hinzufügen.
  4. Achtung: Nicht zu viel Wasser nehmen, sonst wird es suppig und nicht eintopfig.
  5. Alles etwa 20 Minuten kochen lassen. Danach das Blatt wieder rausnehmen.
  6. Etwa die Hälfte der Masse pürieren.
  7. Für weitere zehn Minuten noch zwei Hände voll Tiefkühlerbsen dazugeben.
  8. (Kann jetzt noch mit Würstchen aufgepimpt werden.)
  9. Fertig!

4 Bastis beeindruckender Blumenkohl 

Was kaufe ich dafür ein? 

  • Einen Blumenkohl (kaufe ich immer, wenn er im Angebot ist, für etwa 1 Euro)
  • Zwei Lauchzwiebeln (etwa 20 Cent)
  • Sesamkörner und Sesampaste (habe ich beides seit einem halben Jahr zu Hause, wird einfach nicht leer), kostet etwa 30 Cent. 

Im Schrank habe ich Salz, Öl und unterschiedliche ca. 1000 Jahre alte Gewürze.

Wann passt es am besten?
Wenn man Besuch hat und angeben will, weil alle Blumenkohl immer nur verkocht als Beilage kennen, nicht als Star auf dem Tisch. 

Wie koche ich das nach?

  1. Alle Blätter entfernen und den Blumenkohl in kleine Röschen schneiden.
  2. Etwas Öl in eine große Pfanne geben, den ganzen Haufen Blumenkohl roh hineingeben, bei etwa 3/4-Hitze.
  3. Schwenken und wenden, bis jedes Röschen ein paar dunkelbraune Stellen hat. 
  4. Drei bis vier Shotgläser Wasser in die heiße Pfanne geben, damit der geröstete Blumenkohl garen kann. Vorsicht, es zischt und dampft. 
  5. Ich würze jetzt gerne mit Kurkuma, Kreuzkümmel und Zimt – kann man aber auch lassen. Oder das nehmen, was man so findet. 
  6. Wenn alles Wasser weg ist, Lauchzwiebeln in kleine Ringe schneiden und dazugeben, ebenso den Sesam. 
  7. Kurz anbraten, dann Pfanne abstellen, zwei Löffel Sesampaste drüber, schwenken und fertig! Er sollte noch bissfest sein! 

5 Bahas "Ich-nenne-es-Spinat-aber-in -Wahrheit-ist-es-Käse"-Nudel-Wahnsinn

Was kaufe ich dafür ein?

  • Eine Packung Nudeln oder Spaghetti (etwa 50 Cent)
  • Eine Packung Tiefkühlrahmspinat (etwa 50 Cent)
  • Eine Packung Kräuter Creme fraiche (etwa 70 Cent)
  • Zwei Hände voll geriebener, junger Gouda (etwa 80 Cent)
  • Kräuterfrischkäse (etwa 50 Cent)

Im Haus habe ich Salz, rosenscharfes Paprikagewürz und unterschiedliche Sorten Streukräuter.

So sieht Spinat offenbar aus, bevor Captain Iglu ihn zerschreddert hat. 

(Bild: pixabay)

  1. Den Gouda reiben. (Viel ist geil, aber glaubt mir, es gibt ein Zuviel. Das habe ich selbst herausgefunden.)
  2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, dann salzen und Nudeln hineingeben.
  3. Den tiefgekühlten Spinatblock in einen zweiten Topf geben und schmelzen. Dabei aufpassen, dass nichts anbrennt. Nach einigen Minuten kann man ihn mit dem Löffel zerkleinern, dann geht es schneller. Wir wissen alle, du hast Hunger, während du das hier liest.
  4. Etwa ab Minute acht anfangen, die Nudeln zu probieren, bei gewünschter Bissfestigkeit in ein Sieb gießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Hör nicht drauf, was andere sagen, unabgeschreckt klebt alles einfach zusammen.
  5. Etwas Öl in einen leeren Topf geben und die abgeschreckten Nudeln hinzufügen.
  6. Creme fraiche dazu und umrühren.
  7. Die halbe Packung Kräuterfrischkäse hinzugeben und immer weiter umrühren.
  8. Nach Bedarf würzen, dabei ruhig richtig viel Paprikagewürz und Kräuter benutzen.
  9. Gouda dazu und weiter rühren, abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.
  10. Fertig!

Eigentlich bist du nur wegen des Vorschaubildes mit der Kürbissuppe hier? Dann haben wir hier etwas für dich: 



Fühlen

Ein Video der Öffentlich-Rechtlichen mit Beleidigungen soll gegen Hass helfen – was soll das?

In einem YouTube-Video wird ein übergewichtiger YouTuber minutenlang aufs Übelste beleidigt. Die Macher des Videos verkaufen das Ganze als "Satire" und "gegen Hass". Was läuft da schief?

Funk, das junge Angebot von ARD und ZDF, hat auf dem Kanal von "WorldWideWohnzimmer" ein Video veröffentlicht, in dem Tobias "Exsl95" Eckmeier beleidigt wird. Er sitzt er auf einem Stuhl, während eine Computerstimme ihm fast neun Minuten lang Beleidigungen vorliest – auf die reagiert er dann. "Kinnlose Kackbratze" oder "sahneschlürfender Schandfleck" heißt es darin unter anderem.

"Ich hate da mal eine Frage" heißt die Reihe – ein Format, das sich eigentlich gegen Hater richten will. Die Pressestelle bezeichnet das Format als "Satire", wie die Neue Westfälische berichtet. Dort heißt es, dass das Format darauf ziele, "Hass unwirksam zu machen" und dass den Betroffenen so "die Möglichkeit gegeben wird, auf die Kommentare zu reagieren".

Aber wie soll ein Video voller Hass gegen Hass helfen?

Der YouTuber reagiert mal verunsichert, mal amüsiert. Weder die Fragen noch seine Antworten werden dabei kritisch eingeordnet

Mit seinem eigenen Kanal ist "Exsl95" damit bekannt geworden, große Mengen Nahrung zu sich zu nehmen ("6 Flaschen Müllermilch auf Ex") und einzukaufen ("Meine XXL Nahrungsmittelbeschaffung"). Grund genug, um ein komplettes Video voller Body-Shaming zu drehen? Eher nicht.

Das Video hat mittlerweile mehr als 600.000 Aufrufe. So viele Menschen wollen sich anschauen, wie jemand beleidigt wird.

Hilft das gegen Hass? Klar, der YouTuber reagiert selbstironisch. Einige Nutzer nennen ihn auch mutig. Aber führt so ein Video nicht eher dazu, dass Äußerlichkeiten wie Körpergewicht noch stärker wahrgenommen werden?

Noch schlimmer als das Video selbst ist allerdings, dass die Kommentare nicht etwa echte Nutzerkommentare sind, die unter einem Video oder einem Posting stehen. Im Vorfeld der Sendung riefen die Macher dazu auf, möglichst "böse, beleidigende, provozierende und blöde Fragen" einzusenden.