Bild: dpa/Ingo Wagner
Wo und wann darf was auf den Rost gelegt werden?

Zwölf Schafe, sechs Drehspieße, ein paar Autobatterien und jede Menge Holzkohle – fertig ist die Grillparty. Im Volkspark Friedrichshain in Berlin wollte am Wochenende eine Gruppe genau das versuchen. Die Polizei rückte an und beendete den Spaß. (bento)

Mittlerweile hat sich auch das Ordnungsamt eingeschaltet: Der Grill-Truppe droht nun – laut dem Berliner Grünanlagengesetz – ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Noch nicht eingerechnet sind weitere Schadensersatzforderungen für das Abfackeln des Rasens. (SPIEGEL ONLINE)

Was zunächst lustig klingt, kann also teuer werden. Und es stellt sich die Frage: Was ist eigentlich alles erlaubt beim Grillen? 

Wo und wann darf was auf den Rost gelegt werden? Und wann kann einem der Nachbar einen Strich durchs Grillgut machen? Worauf solltest du außerdem beim Grillen von Fleisch und Gemüse achten? Und ist Ablöschen mit Bier wirklich sinnvoll? 

(Bild: Giphy )

Hier kommen die 13 ½ wichtigsten Fragen für Grill-Liebhaber:

1.

Was darf ich alles auf den Grill legen?

Im Prinzip alles, was du an der Fleisch- oder Gemüsetheke kaufen kannst. Die Größe ist dabei egal: Auch ganze Spanferkel oder eben Schafe dürfen auf den Rost. 

  • Verboten ist seit 1986 allerdings das Schlachten und Zubereiten von Katzen, Hunden und Affen sowie allen verwandten Arten – dazu zählen Luchse und Füchse. (SWP)

2.

Wo darf ich grillen?

Auf ausgewiesenen Plätzen. Welche das sind, ist je nach Stadt unterschiedlich. Am besten informierst du dich bei deiner Gemeinde – hier sind zum Beispiel die Grillplätze für Berlin, Hamburg, Köln und München

  • Verboten ist den Sommer über offenes Feuer im Wald – wegen der Brandgefahr. Auch für viele öffentliche Parks und Badeseen gilt ein Grillverbot. Ausnahmen sind jeweils extra ausgewiesen.

3.

Wie darf ich grillen?

Stehgrills oder Feuerschalen sind erlaubt. Spaß haben ebenfalls. 

  • Verboten sind in den meisten Gemeinden Bodenfeuer – also genau das, was die Griller in Berlin mit den Schafen vorhatten.

4.

Was passiert, wenn ich mich nicht dran halte?

Dann kann es – wie bei den Schaf-Grillern – teuer werden. Je nach Gemeinde fallen Hunderte bis Tausende Euro für die Ordnungswidrigkeit an, außerdem können Kosten für Beschädigung der Grünfläche hinzukommen. 

Richtig teuer wird es, wenn mehr als der Rasen anbrennt und die Feuerwehr kommen muss. Wer dann an unerlaubten Stellen gegrillt hat, muss eventuell den Löscheinsatz bezahlen. (n-tv)

  • Ein Löschfahrzeug kostet beispielsweise pro angefangener Minute 4,70 Euro, eine Feuerwehrfrau oder -mann nochmal 0,71 Euro. Sind also fünf Feuerwehrbeamte zwei Stunden lang beschäftigt: 777 Euro.

5.

Holzkohle oder Briketts – was ist eigentlich besser?

Beide haben Vor- und Nachteile. Eine kleine Übersicht:

Der Vorteil der Holzkohle: Sie entzündet sich schneller und wird auch schneller heißt. Der Nachteil: Sie bleibt nicht so lange heiß.
Der Vorteil von Briketts: Sie können sehr viel länger die Hitze halten und glühen gleichmäßig. Der Nachteil: Sie werden nur langsam heiß.
Der Profitipp: Einfach Holzkohle und Briketts mischen, um schnell Hitze zu haben und dann lange die Glut nutzen zu können.
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Am besten sind übrigens Holzkohle oder Briketts, auf denen eines der beiden Gütesigel "FSC" (Forest Stewardship Council) oder "PEFC" (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) steht. Die Siegel sagen: Die Kohle stammt aus ökologisch verträglicher Landwirtschaft.

Ohne Siegel handelt es sich oft um Kohle, der Holz aus Polen, Ukraine, Paraguay, Nigeria oder Nicaragua beigemischt wird. Das Holz wurde dort auch durch illegale Rodungen gewonnen. Das gilt auch für viele Säcke, auf denen eigentlich "Made in Germany" steht. (Zeit)

  • Komplett vermeiden solltest du Briketts aus Braunkohle. Das ist ein Brennstoff, der das schädliche Kohlenstoffdioxid freisetzt.

6.

Und wie zünde ich an?

Am besten mit naturbelassenen Stoffen wie Faserblöcken, Holzwolle oder Holzspänen. Weniger gut: Brennspiritus oder gar Benzin.

(Bild: HBO)

7.

Wann darf ich überhaupt grillen?

Immer? Nein, leider nicht. Deutschland steht auf Ordnung – also wird es kompliziert:

  • Im Sommer wird Grillen grundsätzlich als akzeptiert angesehen. Nachbarn müssen entsprechend deine Gerüche und dein Gelache hinnehmen. (Landgericht Frankfurt am Main)
  • Von 22 Uhr bis 6 Uhr gilt Nachtruhe. Wer da zu laut ist oder seine Nachbarn einräuchert, riskiert eine Geldbuße. (Oberlandesgericht Düsseldorf)
  • In Ausnahmefällen darf die Nachtruhe überzogen werden – wenn du zum Beispiel Geburtstag feierst. (Oberlandesgericht Oldenburg)
  • Aber Nachbarn können erwirken, dass das Grillen auf zweimal im Monat beschränkt wird. (Amtsgericht Westerstede)

8.

Wie sieht's mit Grillen auf dem Balkon aus?

Das ist grundsätzlich erlaubt. Das gleiche gilt für die Terrasse oder den Garten, sagt der Deutsche Mieterbund.

  • Verboten ist es aber, wenn das ausdrücklich im Mietvertrag steht. Wenn du dann trotzdem grillst, riskiert du eine Abmahnung oder kannst gar aus deiner Wohnung fliegen.

Auch die Gemeinden dürfen mitreden: In Berlin darfst du beispielsweise zweimal im Monat auf dem Balkon grillen, in Stuttgart nur dreimal im Jahr. Und viele Städte verlangen auch, dass du zwei Tage vorher die Nachbarn informierst.

9.

Wie sinnvoll ist eigentlich Ablöschen mit Bier?

Trink es lieber. Denn:

  1. Das Bier löscht die Glut und kühlt damit den Grill zu schnell runter. 
  2. Und es wirbelt zudem Asche auf, die dann an Steak oder Kartoffel kleben bleibt.

10.

Wie grille ich Fleisch am besten?

Damit Fett den richtigen Geschmack freisetzt, ist eine Temperatur um 140 Grad Celsius ideal, sagt der Grillmeister Nick Polzin von der Grillakademie Magdeburg. Eine zu hohe Temperatur sei geradezu gefährlich: Viele Würste werden mit Nitritpökelsalz behandelt, das in Verdacht steht, unter Hitze krebserregende Stoffe zu bilden. (MDR)

  • Auch wichtig: Das Fleisch darf vorher nicht tiefgefroren sein, sonst verbrennt es außen, bevor es innen aufgetaut ist. Und Marinade darf nicht zu dick aufgetragen werden, damit sie nicht in die Glut tropft.
(Bild: dpa/Roland Weihrauch)

11.

Und worauf achte ich beim Grillen von Gemüse?

Gemüse kann ein bisschen kürzer auf den Grill als Fleisch. Die Temperatur kann die gleiche bleiben. 

Aber Griller Polzin hat einen Pro-Tipp für alles Gebutterte: Butter nicht zusammen mit Gemüse wie Maiskolben erwärmen, sonst verbrennt das Gemüse zu schnell oder es bilden sich schädliche Stoffe. Stattdessen das Gemüse mit Rapsöl bestreichen und die Butter nur auf den Tisch stellen.

12.

Was ist wirklich besser – Gasgrill oder Holzgrill?

Jeder Hobbyindianer oder Thüringer wird auf die Holzkohle schwören. Aber Experten raten zum Gasgrill: Er entwickelt die besseren Aromen im Essen. Holzgrills hingegen schwindeln den Geschmack unserem Hirn nur vor – weil das Fett, dass in die Glut tropft, so gut riecht. (WiWo)

(Bild: Giphy )

13.

Und wende ich? Oder nicht?

In der Pfanne gilt: Einmal von jeder Seite kurz anbraten. Auf dem Grill gart ein Steak auf diese Weise schlechter. Entsprechend solltest du es alle 20 bis 30 Sekunden wenden. 

Eine Frage noch: Was ist, wenn ich's doch lieber roh mag?

Dann solltest du zum nächsten Hack-Festival nach Osnabrück:


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