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Hier können auch selbsternannte Grillmeister noch was lernen

Menschen, die am Grill stehen, verfügen in der Regel über eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Die wissen scheinbar immer, wie die beste Glut gelingt und was man mit einem Steak anstellen muss, damit es zart und saftig wird. 

Woher sie diese Überzeugungen nehmen, ist nicht geklärt. Gelernt haben sie das Grillen jedenfalls nie. Frag den Grillchef in deinem Freundeskreis mal nach seinem Diplom, da wird der so blass wie eine halbgare Putenbrust. Ist ja auch okay, so lange es schmeckt. Nur: Auch als leidenschaftlicher Autodidakt sollte man die Gelegenheiten nicht verstreichen lassen, sich den einen oder anderen Tipp von Menschen einzuholen, die mit dem Kochen ihr Geld verdienen. Wir haben darum Köchinnen und Köche aus dem gesamten deutschsprachige Raum nach ihren Empfehlungen für einen gelungenen Grillabend gefragt. 

Dynamite White ist Küchenchef in einem Restaurant für deutsche und internationale Küche in der Nähe von Stuttgart. Hier liefert er uns sein ganz persönliches Rezept für ein perfekt gegrilltes Steak. 

„Erstmal ist wichtig, dass das Steak Zimmertemperatur hat – kann auch eine Weile in der Sonne stehen, das macht gar nichts. Das Fleisch würze ich dann mit meiner Salz-Pfeffermischung. Dafür packe ich 500g Atlantik Meersalz und ein Päckchen grünen Pfeffer in den Termomix und male das so fein wie Puderzucker – damit das besser ins Fleisch einzieht. Davon eine gute Prise mit ein bisschen Olivenöl einmassieren. 

Die Kohlen verteile ich so, dass ich nur auf einer Seite des Grills direkte Hitze habe. Die andere Seite bleibt leer. Die Glut muss so heiß sein, dass du deine Hand nur 4 Sekunden drüber halten kannst, bevor sie dir abschimmelt. Dann kommt der Rost drauf – der muss übrigens auch gar nicht sauber sein. Lass den Dreck vom letzten Mal einfach 5 Minuten in der Hitze einbrennen. Dann kannst du das Gitter ganz bequem mit der Drahtbürste reinigen. 

(Bild: privat)

Dann das Fleisch – mindestens 3, 4 Zentimeter sollte das dick sein – für eine Minute in die direkte Hitze. Wenn es sich vom Rost löst, umdrehen und noch mal eine Minute. Und dann schiebst du das Steak auf die andere Seite des Grills, wo keine Kohlen sind, und lässt es dort ziehen. Zu dem Zeitpunkt ist es in der Mitte noch „bleu“, also roh. Wenn du es medium willst, dann wartest du, bis oben auf dem Steak der Fleischsaft austritt. Pro Zentimeter Dicke dauert das grob zehn Minuten. Dann wird das wie Butter.“ 

Alex, der in Hamburg einen Foodtruck mit asiatischen Burgern betreibt, putzt sein Grill- Gitter vor dem Grillen und ölt es dann mit ein wenig Rapsöl ein, damit sich das Grillgut nachher besser löst. Außerdem steuert Alex eine leckere, mal etwas andere Marinade zu unserer Liste bei. Hier ist, was reinkommt: 

  • 5 EL glutenfreie Sojasoße
  • 3 EL Zucker
  • 2 EL Honig
  • 3 El japanischer Reiswein
  • 1 TL Reisessig
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 TL 5-Gewürzepulver
  • 3 gepresste Knoblauchzehen
  • 2 gehackte Schalotten
  • 1 Chilli 

„Alles gut verrühren und das Fleisch für mindestens 4 Stunden im Kühlschrank darin marinieren. Und vor dem Grillen dann gut abtupfen.“ 

Frederike kommt aus Braunschweig und arbeitet als Foodstylistin in Verlagen und Werbeagenturen. Privat interessiert sie sich vor allem für vegetarische und vegane Ernährung. Beim Grillen hat sie eine klare Devise: 

„Nicht überfordern! Um den Salat zum Beispiel nicht extra vorbereiten zu müssen, kann man einfach einen Salat aus lauwarmen Grillgemüse zubereiten.“ 

(Bild: Unsplash )

„Dafür verwendet man am besten Gemüse der Saison, und zwar alles, worauf man Lust hat: Zucchini, Auberginen, Süßkartoffeln in Streifen, Spargel, Fenchel... Mit etwas Olivenöl mischen und dann in kleinen Paketen auf den Grill legen. Danach einfach in eine Salatschüssel geben und nach Belieben mit frischen Kräutern, Zitronensaft und vielleicht einem besonderen Öl abschmecken. Das schmeckt auch super, wenn man eine Obstsorte dazutut oder ein paar Nüsse für den Biss.“ 

Auch für den Nachtisch hat Frederike eine Empfehlung, nämlich Bananen mit gesalzener Zartbitter-Schokolade füllen und grillen, bis die Schale schwarz ist. Lässt sich direkt aus der Schale löffeln! 

Und zu guter Letzt setzt Zsolt, der in Österreich ein gutbürgerliches Restaurant führt, in Sachen Grill-Desserts noch eins drauf: 

„Beim Obst sind der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt: Bananen in einer Alu-Grilltasse mit Zucker karamellisieren und mit Alkohol (Tequila, Rum, Grappa) flambieren, Erdbeeren schmoren und mit einem Minz- oder Dillöl verfeinern, Pfirsiche grillen und mit Kardamom-Zucker süßen... alles lecker.“ 

(Bild: Unsplash )

„Wer wirklich Zeit und Lust hat, kann sich sogar an einen Marmorkuchen wagen. Wenn man den in einem Kugelgrill zubereitet, bekommt der einen sehr feinen Rauchgeschmack, der super zu geschlagenem Obers und leicht gesalzener Karamell- oder Schokoladencreme schmeckt. Dafür kann man jedes normale Kuchen-Rezept nehmen. Den Teig schiebt man in einer Gusseisen-Form zwischen die Kohlen und lässt ihn ca. 1 Stunde backen. Fertig.“

Der perfekte Tipp für alle, die zwischen dem Grillen am Mittag und dem Grillen am Abend Langeweile bekommen: Marmorkuchen grillen und zum Kaffee servieren. Wollen wir wetten, dass ihr auf diese Idee im Leben nicht selbst gekommen wärt? 

Lidl Kundeninformation

Der Sommer naht mit großen Schritten. Die Temperatur steigt und täglich wächst der Wunsch, endlich anzugrillen. Lidl bietet über 45 Grillartikel. Dazu gehören Klassiker wie Grillfackeln, Schweinenackensteaks, marinierte Hähnchenfilets oder die Rostbratwurst, aber auch exklusive Fleischprodukte, wie das südamerikanische Rinderroastbeef bis zum saftigen Black Angus Filet. Wer gern Lachsfilet, ganze Forellen oder Garnelen auf dem Grill möchte, ist bei Lidl ebenfalls richtig. Oder soll es vegetarisch sein? Lidl bietet eine große Auswahl an über 140 frischen Obst- und Gemüseartikeln, welche sich perfekt für einen heißen Sommertag eignen. 

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Fühlen

Wie schaffe ich es, Fernfreundschaften richtig zu pflegen?

Tamara, 26, fragt:

Ich habe nach meinem Abitur in mehreren Städten studiert und Praktika gemacht. Dabei habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die zu engen Freunden wurden. Sie haben mich manchmal über Monate, manche über Jahre begleitet. Sie waren mir zeitweise näher als meine Familie oder mein bester Freund aus der Heimat – einfach, weil diese Menschen viel intensiver an meinem Alltag teilnahmen. So ging es mir mit Maria in Freiburg, mit Laura in München, mit Johannes und Max in Leipzig, mit Sofia in Hamburg.