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Klären wir das - ein für alle Mal!

Grüner Smoothie, belegtes Brötchen oder nur ein Coffee to go? Bei der Auswahl des Frühstücks haben wir tausend verschiedene Möglichkeiten – und immer wieder hört man, wie wichtig es ist, morgens richtig zu essen. Stimmt das wirklich? Ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages? Und gibt es das Ideal-Frühstück für uns alle? Wir haben nachgefragt: bei Dagmar von Cramm, Ernährungswissenschaftlerin und Mitglied im Bundesverband der Oecotrophologen.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Spielt es wirklich eine so große Rolle, was wir morgens essen?

"In meinen Augen ist das Frühstück eine Chance, gute Lebensmittel zu essen. Am restlichen Tag gelingt einem das oft nicht mehr so leicht“, sagt Dagmar von Cramm. Die Auswahl des Frühstücks liegt normalerweise ganz in unserer Hand – anders als das Mittagessen: Da sind wir oft an Kantine, Mensa oder kurze Pausen gebunden gebunden, wir richten uns nach Kollegen oder Freunden, lassen uns doch zu Schnitzel und Pommes verleiten. Morgens können wir die Gelegenheit nutzen, um unseren Körper etwas Gutes zu tun.

Das Frühstück ist also nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages – sondern die, die man dazu macht. Es ist einfach wichtig, dass wir dem Körper gesunde Lebensmittel und viele Nährstoffe zuführen. Wann wir das am liebsten tun und am besten genießen können, liegt in unserer Hand.

Und was ist, wenn man überhaupt nicht gern frühstückt?
Weiße Anführungszeichen
Am späten Vormittag zum ersten Mal essen ist auch in Ordnung

Wer in den ersten Stunden des Tages noch nichts essen will, der muss sich nicht dazu zwingen. Da ist jeder Mensch anders – und manche kommen auch gut klar, wenn sie morgens überhaupt nichts essen. "Grundsätzlich würde ich nicht empfehlen, das Frühstück ausfallen zu lassen“, sagt Dagmar von Cramm. "Aber wenn jemand für sich herausfindet, dass er gut klarkommt, wenn er am späten Vormittag das erste Mal isst, dann ist das auch okay.“ 

Oft wird behauptet, man nehme schneller zu wenn man morgens nicht ordentlich isst. Ist da was dran?

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und zum Abend essen wie ein Bettelmann – solche Sprüche kennen wir alle. Aber: Es ist nicht bewiesen, dass das gut für die Figur ist. "Früher hieß es, dass man am Tag insgesamt Kalorien einspart, wenn man morgens ausreichend isst“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. "Aber eine Studie hat gezeigt, dass Menschen den weiteren Tag über nicht weniger essen, nur weil sie üppig frühstücken.“ (SPIEGEL ONLINE). Es kommt auf die Menge an, die wir den Tag über zu uns nehmen. Ob morgens oder abends eine Riesenportion auf dem Tisch steht, macht keinen Unterschied. "Es gibt keine magische Formel, dass Essen morgens anders verstoffwechselt wird als abends.“

Macht denn das große Abendessen von gestern einen Unterschied beim Frühstück von heute?

"Ob man morgens direkt Hunger hat, ist bei jedem Menschen unterschiedlich“, sagt Dagmar von Cramm. "Aber wer abends viel und erst spät isst, braucht morgens normalerweise nicht so früh zu essen. Nachts fasten wir, unser Körper erholt und regeneriert sich dabei. Das tut ihm sehr gut, wir sollten ihm die Zeit geben.“ Deshalb können wir das Frühstück an einem solchen Tag auch mal auf zehn Uhr schieben – wenn wir es denn so lange aushalten und nicht direkt nach dem Aufstehen Hunger haben.

Und wie sieht es mit Getränken aus? Können wir auch die auf den Mittag verschieben?

Hier ist die Lage anders: Trinken muss sein. "Flüssigkeit brauchen wir zu Beginn des Tages. Die Nieren arbeiten, der Körper gibt ganz viel Flüssigkeit ab, wenn wir morgens auf Toilette gehen – deshalb müssen wir ihm auch genug zuführen. Wir können Flüssigkeit ja nicht speichern wie Energie.“ Und wie beim Essen haben wir es auch morgens besser in der Hand, was und wie viel wir trinken. Oft vergessen wir es tagsüber und trinken viel zu wenig. Wer sich morgens angewöhnt, schon zwei Gläser Wasser oder Tee zu trinken, schafft eine gute Grundlage.

Wenn wir entscheiden, uns morgens etwas Gutes tun wollen: Wie könnte das ideale Frühstück aussehen?

"Eine sehr gute Wahl ist zum Beispiel ein Müsli mit frischem Obst, Nüssen und Vollkorngetreide, dazu ein heißer Tee oder Kaffee.“ Die Kohlenhydrate im Müsli liefern Energie und Nährstoffe, die der Körper braucht. Nüsse und Saaten (wie Sonnenblumenkerne) enthalten Eiweiß, gute Fette und Ballaststoffe – wir bleiben dadurch länger satt.

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Wem das nach zu viel Arbeit am Morgen klingt: einfach abends vorbereiten. „Für ein Müsli im Stil von Bircher weicht man abends zum Beispiel Haferflocken in Wasser ein. Dadurch wird das Getreide besser verträglich. Morgens gibt man Früchte, Nüsse oder Kerne, Joghurt oder Buttermilch dazu – das geht schnell und man sammelt schon viele Pluspunkte für den Tag.“ Wir können uns sogar das Obstschneiden am Morgen sparen, wenn wir abends Tiefkühlbeeren auftauen lassen und morgens in unsere Müslimischung geben.

Und was ist mit Brot?

"Am besten wählt man ein gutes Vollkornbrot mit Käse oder pflanzlichem Aufstrich“, sagt von Cramm. Wer eher an weißes Toastbrot mit Marmelade gedacht hat: Das enthält nur wenig Ballaststoffe und hält nicht lange satt – außerdem sorgt klassische Marmelade schon für den ersten Zuckerschock am Morgen. "Es gibt inzwischen auch viele Fruchtaufstriche, die mit wenig zugesetzter Süße auskommen", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. "Wer morgens ein süßes Frühstück braucht, kann diese testen – oder Aufstriche ganz einfach selber machen."

Viele Healthfood-Blogger schwören auf Smoothies. Sind die ein gutes Frühstück?

Hier kommt es ganz darauf an, was drin ist: "Wenn der Smoothie nicht zu süß ist, sondern viel Gemüse und Ballaststoffe enthält, dann kann auch er das Frühstück ersetzen.“ Ein paar Haferflocken und Leinsamen rein, dazu Gemüse und Nüsse – da sind wir wieder fast bei den Zutaten für ein gutes Müsli. "Von gekauften Smoothies würde ich aber abraten“, sagt Dagmar von Cramm. "Die bestehen oft nur aus Früchten und sind deshalb besonders süß.“ Deshalb also lieber selber mixen. Doch bei allen Smoothies gilt: Die Zutaten sind schon zerkleinert – und das hat Folgen. "Bei Smoothies sparen wir uns das Kauen, was aber wichtig für das Sättigungsgefühl ist. Wenn wir kauen, werden wir schneller satt und bleiben es länger. Außerdem enthalten sie kaum sättigendes Fett oder Eiweiß“, sagt Dagmar von Cramm. "Nach Smoothies tritt also normalerweise schneller wieder ein Hungergefühl ein.“

 


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