Als die Londoner Confiserie Bompas & Parr vor neun Jahren ihre Türen öffnete, war eine der ersten Anfragen, ob sie auch sogenannte Splosh-Partys beliefern würde. Auf solchen Partys wird weit mehr mit Essen angestellt, als es nur zu essen. Es wird, äh, sinnlich.

Ein Beispiel:

Solche Anfragen lehnen Sam Bompas and Harry Parr, die Besitzer der Konditorei, normalerweise ab. Doch die Splosh-Party-Anfragen lieferten den beiden die Idee für ihr Fotoprojekt "Cake Hole". Warum nicht mal den Begriff Food Porn wörtlich nehmen?

Hier kannst du dir das wahre Food Porn anschauen:
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Die Bilder entstanden in Zusammenarbeit mit der Modefotografin Jo Duck.

Egal ob männlich oder weiblich, glatt oder behaart – die Pos auf Torten und Wackelpuddings hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Die Bilder bewegen sich irgendwo zwischen unappetitlich und faszinierend, sie sind auf eine bizarre Art ästhetisch.

Zu dem Spektakel gibt es ein Making-of:
Warum macht man Fotografien von nackten Hintern, die sich auf Nachspeisen niederlassen?

"In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Food Photography drastisch verändert", sagt Sam Bompas zu bento. Während es früher schon rebellisch war, ein paar Krümel neben dem Teller liegen zu lassen, werden heute ganze Doppeldeckerbusse mit Nahaufnahmen von Burgern zugeklebt. Die Werbung werde immer schriller und exzentrischer.

Gleichzeitig werde die Präsentation nackter Haut in den sozialen Medien immer selbstverständlicher, sagt Sam. Privatsphäre und Öffentlichkeit würden verschwimmen, der Kampf nach Aufmerksamkeit immer radikaler.

Die Konditoren aus London dachten sich: Es ist Zeit für Eskalation!

(Bild: Jo Duck/ Bompas & Parr)

Das Projekt war laut Sam sehr zeitaufwendig: Torten machen, fotografieren. Die Freiwilligen fanden sie durch einen Aufruf auf Instagram. Das Team sei selbst überrascht gewesen, wie viele Menschen einen Samstagnachmittag damit verbringen wollten, auf einer Torte zu sitzen, sagt Sam. Wobei einer der Hintern zu ihm selbst gehört:

"Es ist eine phänomenal sinnliche Erfahrung, auf einer Torte zu sitzen. Aber ich sag euch: Vorsicht vor Hefepilzen!"

In der Fotostrecke findest du das beste Food Porn weltweit:
"Ich habe diese zusammenhängenden Kartoffelscheiben am Spieß im Tineretului Park in Bukarest, Rumänien gegessen. Wer liebt nicht Kartoffelchips?"
"Das Tempura habe ich auf dem 'Camden Market' in London gegessen. Ich habe verschiedene probiert, das hier, mit einer Mischung aus Gemüse und Fleisch, war das leckerste."
"Das Bild habe ich auf dem 'Beer and Burger Fest' in Ljubljana aufgenommen. Man findet dort die Burger der besten Restaurants und Pop-Up Restaurants Sloweniens."
"Es ist eine Art sehr süßer Apfelsaft in einer ungewöhnlichen Farbe. Als ich gesehen habe, wie Dampf aus dem Becher steigt, musste ich ihn probieren." – Wangfujing, Peking, China
Seepferdchen am Spieß findet man vor allem in China öfters mal an Straßenbuden, als kleinen Snack auf die Hand. Wir würden allerdings nicht empfehlen, sie zu essen: Seit 2004 stehen sie unter Artenschutz.
"Die 'Churreria Manuel San Román' ist ein kleiner alter Laden in der gotischen Altstadt Barcelonas. Man muss lange anstehen, aber dafür sind die Churros heiß und frisch, wenn man sie auf die Hand bekommt."
"Das Bild habe ich in Erfurt aufgenommen. Die mit Puderzucker bestäubten Waffeln schmecken besonders gut zu einer Tasse Kaffee."
"Tapioka Perlen sind ein typisches Dessert in Thailand. Ich habe sie nicht probiert, aber ich nehme an, dass sie süß schmecken mit einem leichten Kokos-Aroma."
"Nachdem man sich durch die knusprig frittierte Kruste gearbeitet hat, trifft man die cremige Krabbenfüllung. 'Crack-Bällchen' nennt man dieses Gericht von 'Hanks' auch, wegen ihres großen Suchtpotentials." – Southbank Centre Food Market, London
"Der 'Ice Scramble' besteht aus Crushed Eis, Zucker und Bananenextrakt. Er wird mit etwas Milchpulver bestäubt, Schokoladensirup übergossen und als Topping gibt es Mini-Marshmallows und Waffelröllchen." – Paoay, Philippinen
"Dieses sogenannte 'Super Food' habe ich auf dem 'Camden Market' in London gegessen. Es besteht aus Chia Samen, Salat, Avocado, Granatapfel und etwas Brot."
"Shio Taky schmeckt nach Sommer. Der salzige Barbecue-Geschmack passt perfekt zu dem Klang der Straßen und den traditionellen Szenen auf dem 'Awa Odori' Sommer-Festival in Koenji, Tokio."
"Ich habe dieses Bild bei 'Ellie’s Bistro' in Bratislava in der Slowakei gemacht. Es ist ein Omlette-Sandwich mit Bacon, das salzig schmeckt und sehr knusprig ist."
"Austern sind normalerweise kein Street Food. Auf dem Street Food Market 'Bite Club' in Berlin gab es sie trotzdem, ganz klassisch mit Zitrone."
"Der Geschmack ist sehr schwer zu beschreiben; es ist eine herzhafte Rindfleisch-Gemüse-Suppe. Ich habe sie auf dem Straßenfest 'Kapitulska street’s courtyards' in Bratislava gefunden."
"Dieses Bild zeigt ganz traditionelles Street Food aus Bangkok in Thailand. Aus frischem Gemüse zubereitet konnte es nur wunderbar schmecken – so war es dann auch."
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Die Kosten hätten sich auf insgesamt 200 Pfund beschränkt. Die Kuchen waren nach dem Shooting zwar ruiniert – aber für die provokanten Bilder habe es sich gelohnt.

Für ihr Food Porn haben die Briten viel Aufmerksamkeit bekommen, nur einem gefiel die Umsetzung nicht: Instagram, ausgerechnet. Dort wurden die Fotos gelöscht.


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