Bild: Instagram/@thefashionfitnessfoodie

Avocados, Grünkohl und Erdnussbutter haben das Internet erobert: Vor allem auf Instagram schmücken sich Fitness-Blogger mit der scheinbar perfekten Ernährung.

Das kann manchmal ganz schön schräg sein. Ob Clean Eating, extremer Veganismus oder Juice Cleanse, die heftigsten Verfechter fragwürdiger Ernährungskonzepte findet man in den sozialen Netzwerken. Manche bleiben aber auch ganz altmodisch und propagieren, solange man den eigenen Kalorienbedarf nicht überschreite, könne man nichts falsch machen.

Lucy Mountain, alias @thefashionfitnessfoodie, ist erklärte Gegnerin aller extremen Ernährungsexperimente. Um klar zu machen, dass es absurd sein kann, Dinge nur nach einem einzigen Inhaltsstoff zu "guten" oder "schlechten" Nahrungsmitteln zu deklarieren, vergleicht sie deshalb auf Instagram Nahrungsmittel und Getränke nach ihren Kalorien.

Was hat mehr: Fruchtgummi oder Mandeln? Solero oder Magnum? Weißwein oder Gin Tonic? Und sind die kalorienärmeren Dinge immer die gesünderen?

(Bild: Instagram/@thefashionfitnessfoodie)
Hier seht ihr ein paar Beispiele, die Mengen variieren von Bild zu Bild:
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Wir haben mit Lucy über den Erfolg ihrer Vergleichsbilder gesprochen:
Warum vergleichst du auf deinen Bildern vermeintlich ähnliche Lebensmittel?

Mountain: "Je mehr ich mich mit Nährwerten auseinandergesetzt habe, desto klarer wurde mir, wie irreführend Verpackungen und Labels sein können. Ich möchte meine Follower daran erinnern, dass sie das essen sollen, was sie wirklich wollen."

Du hast dich entschieden nach Kalorienwerten zu schauen – ist das nicht zu einseitig?

Mountain: "Dass Kalorien nicht alles sind, ist schon länger klar. Zwar hilft der Blick auf den Energiebedarf beim Gewicht halten und Abnehmen. Allerdings sagt der Kalorienwert wenig über die Zusammensetzung des Essens aus.

Es geht schließlich nicht nur darum, wie viele Kalorien wir zu uns nehmen, sondern auch, woher die Energie stammt. Raffinierter Zucker hat beispielsweise andere Auswirkungen auf unseren Körper als Fruchtzucker."

Was ist der häufigste Fehler, wenn man sich gesund ernähren will?

Mountain: "Ich glaube, Lebensmittel pauschal als 'gut' oder 'schlecht zu bezeichnen, ist falsch. Einige Sachen sind eben besser für den Körper, da sie viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten, andere eben nicht. Dessen sollte man sich bewusst sein. In einer ausgewogenen Ernährung – das sagt ja schon der Begriff – sollte für beides Platz sein.

Was ist eigentlich "ausgewogen" und "gesund"? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat zehn Regeln zusammengestellt.
Zehn Regeln für eine gesunde Ernährung
1. Die Lebensmittelvielfalt genießen: Der Mix macht's! Eine angemessene Menge und die Kombination nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel zeichnet eine ausgewogene Ernährung aus.
2. Reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln: Die enthalten nämlich viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe.
3. Fünfmal am Tag Gemüse und Obst: Genieß fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart oder gelegentlich auch als Saft oder Smoothie. Achte auch darauf, was gerade Saison hat.
4. Wichtige Nährstoffe aus tierischen Produkten: Milch und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Wurstwaren sowie Eier in Maßen. Eher auf rotes Fleisch (Rind, Schwein) verzichten und stattdessen auf Geflügel setzen.
5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel: Pflanzliche Öle bevorzugen und auf verstecke Fette achten. Insgesamt reichen 60 bis 80 Gramm Fett pro Tag aus.
6. Zucker und Salz in Maßen: Zuckerhaltige Getränke meiden und mit wenig Salz würzen.
7. Reichlich Flüssigkeit: Wasser ist lebensnotwendig – du solltest mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken.
8. Schonend zubereiten: Die Lebensmittel sollten bei möglichst niedrigen Temperaturen gegart werden, soweit es geht kurz, mit wenig Wasser und wenig Fett.
9. Sich Zeit nehmen und genießen: Gönn dir eine Pause um zu essen.
10. In Bewegung bleiben: Eine gesunde Ernährung und Sport gehören einfach zusammen. Täglich solltest du 30 Minuten in Bewegung sein.
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Ausgewogen – was heißt das für dich?

Mountain: "Ich decke meinen Energiebedarf hauptsächlich mit Lebensmitteln, die ein gutes Nährstoffverhältnis haben. Aber Schokolade und anderer Süßkram müssen schonmal sein – ich verbiege mich nicht. Es ist ganz einfach: Iss keinen Grünkohl, wenn du keinen Grünkohl magst. Hör nicht auf Schokolade zu essen, wenn du Schokolade magst."

(Bild: GIPHY)

Kalorienangaben machen Lebensmittel also nicht wirklich vergleichbar. Klar, auf den ersten Blick ist die Zahl eine Kategorie, die es einfach macht. Aber wer wissen will, wie gesund das ist, was er zu sich nimmt, der muss auf mehr achten. 

Lest mehr zu dem Thema in unserer Recherche zu angeblich "gesünderen" Schokriegeln:


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