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Die EU entscheidet über das Ende des Döners, wie wir ihn kennen.

Es wäre das Ende des Döners, wie wir ihn kennen: Die EU debattiert über eine Gesetzesänderung, die die Döner-Produktion vor erhebliche Schwierigkeiten stellen würde. Ein Zusatzstoff könnte verboten werden, der für den Dönerspieß wichtig ist – ohne ihn würde er einfach zerfallen. Im Dezember soll das EU-Parlament darüber entscheiden.

Worum geht es genau?
  • Schon seit Jahrzehnten werden Dönerspießen künstliche Phosphate zugesetzt. Der Stoff bindet Wasser. Das Phosphat sorgt dafür, dass der Spieß stabil ist. Außerdem macht er den Dönerspieß länger haltbar und hält ihn saftig.
  • Das könnte sich nun ändern, der Plan: Döner mit alles, aber ohne Zusatzstoffe. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments will die künstlichen Phosphate verbieten – um vor den gesundheitlichen Risiken der künstlichen Phosphate zu schützen.
  • Zwischen dem 11. und 14. Dezember soll darüber entschieden werden, das geht aus einer Mitteilung der EU hervor.
Wie gefährlich sind Phosphate?

Natürliche Phosphate sind nicht gefährlich – der menschliche Körper braucht sie sogar für den Stoffwechsel (NDR). Künstlich zugesetzte Phosphate lassen sich bei der Verdauung allerdings schwerer abbauen. Vor allem in Fast Food und anderen Fertiglebensmitteln sind große Mengen enthalten, der Körper wird mit Phosphaten überschwemmt. Für gesunde Menschen ist das kein großes Problem. Nierenkranken Patienten drohen hingegen:

  • Herzinfarkte und Kreislaufbeschwerden,
  • brüchige Knochen,
  • schneller alternde Haut und Muskeln.

Deshalb fordern nun auch EU-Parlamentarier ein Phosphat-Verbot im Döner: Es gebe "ernstzunehmende Sorgen" aufgrund möglicher gesundheitlicher Auswirkungen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA will bis Ende 2018 eine neue Analyse vorlegen. Das EU-Parlament wird aber bereits unabhängig davon abstimmen.

Warum sollen Phosphate ausgerechnet jetzt verboten werden?

Bislang nutzten die Hersteller von Dönerspießen eine Lücke im EU-Gesetz. 

  1. Für frisches Fleisch, unter anderem Kassler, Bratwürste oder fertig gegrillte Döner, wird der Einsatz von Phosphat erlaubt.  
  2. Für tiefgefrorenes Fleisch hingegen gab es keine Regelung, die Phosphate verbietet – oder erlaubt.

Die EU-Abgeordnete Renate Sommer (CDU) schrieb auf Facebook, die EU-Kommission hatte die Regelung "schlichtweg vergessen".

Das EU-Parlament wollte also diese Lücke nun schließen und den Phosphat-Einsatz auch für Tiefgefrorenes erlauben. Abgeordnete der Grünen und der Sozialisten äußerten jedoch Bedenken – und brachten plötzlich ein Verbot ins Spiel.

  • Was Sommer auch schreibt: Laut der EFSA-Behörde seien bis zu 4200 mg Phosphat pro Tag unbedenklich. "Eine Portion Döner enthält aber gerade einmal 134 mg Phosphat."
Wie geht es weiter?

Die Abgeordnete Renate Sommer warnt:

Ein Verbot des Phosphatzusatzes würde zum Erliegen der Dönerproduktion führen, da es bislang keine technischen Alternativen zur Stabilisierung der Drehspieße gibt.
Renate ​Sommer, CDU

Da bisher fast alle Döner tiefgefroren ausgeliefert werden, gibt es keine Alternative zum fertigen Spieß. Sollten künstliche Phosphate in tiefgefrorenem Fleisch wirklich verboten werden, müsste die Fleischindustrie umdenken.

Das wäre das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union.
Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands, zur "Bild"

Aber es gibt Hoffnung für Döner-Liebhaber: Grüne und Sozialisten haben im EU-Parlament keine Mehrheit. Es ist also fraglich, ob sie das Verbot wirklich durchsetzen können.


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Das ist der Deutsche, der Trumps Twitter-Account gelöscht hat
Jetzt hat er erstmals erzählt, was genau passiert ist.

Manchmal braucht es nur einen kleinen Klick, um viele Menschen für einen Augenblick lang glücklich zu machen. Bahtiyar Duysak hat genau das Anfang November geschafft: 

Der Deutsche hatte den Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump abgeschaltet. 

Und dem Internet so elf Minuten Ruhe geschenkt, Ruhe vor Hasstweets, Pöbeleien und Prahlereien. Twitter hatte die Abschaltung damals als Panne bezeichnet und zugegeben, dass ein einzelner Mitarbeiter dahinter steckte. Der Mann sei gefeuert worden.