Gammelfleisch- und Tierschutzskandale zeigen offenbar Wirkung: Der vegetarische und vegane Lebensstil wird immer populärer. Die Rewe-Gruppe geht davon aus, dass sich etwa 2. 000 Deutsche pro Tag für den Wandel zur fleischfreien Ernährung entscheiden. Etwa acht Millionen Vegetarierinnen und Veganer gibt es Schätzunge zufolge derzeit in Deutschland (Vebu). 

Aber obwohl die vermeintlich teure Zutat Fleisch wegfällt, ist das Leben als Vegetarier oder Veganer häufig nicht günstiger. 

bento-Redakteur Sebastian Maas ärgert sich darüber, in Restaurants für ein wortwörtlich abgespecktes Gericht denselben Preis wie für eine mit Fleisch zubereitete Mahlzeit zu zahlen. Vom indischen Mehrgangmenü für zwei über Lieferpizzen bis hin zu Pokébowls – er findet: "Das Leben als Vegetarier ist zu teuer!" Noch schlimmer wird es, wenn vegetarische und vegane Ersatzprodukte im Einkaufswagen landen, denn die kosten häufig ein Vielfaches des tierischen Originals. 

Aber warum ist das so? 

Liegt es nur an der freien Preiskalkulation der Händlerinnen und Gastronomen? Sind Gemüse und Tofu zu teuer? Oder wirkt es nur im Verhältnis so teuer, weil Fleisch einfach zu billig ist? 

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Fühlen

Ich bin beziehungsunfähig – und führe trotzdem eine glückliche Beziehung

Am Anfang ist alles gut: Man lernt jemand Besonderes kennen, hat ein Kribbeln im Bauch, dann kommt der erste Kuss. Man sieht sich öfter, verbringt mehr Zeit zusammen, lernt sich kennen.

Wird es ernst, ziehen sich viele zurück, melden sich nicht mehr, wollen vom anderen nichts mehr wissen und sagen: "Liegt nicht an Dir, sondern an mir. Ich bin einfach beziehungsunfähig."

Immer öfter höre ich solche Geschichten. Eine Freundin verbrachte mehrere Wochen mit einem Mann, er stellte sie sogar seinen Freunden vor. Dann beendete er die Affäre – mit genau diesen Worten.

Aber sind wir wirklich alle beziehungsunfähig?

Der Autor Michael Nast attestierte vor einigen Jahren meiner gesamten Alterskohorte die "Generation Beziehungsunfähig" zu sein. Dabei wird das Wort viel zu leichtfertig benutzt.

Denn was Nast und meine Freunde falsch verstehen: Beziehungsunfähig zu sein, also Bindungsängste zu haben, ist kein Zustand, den man sich aussucht. Es bedeutet viel Leidensdruck – das habe ich selbst erfahren.

Viele könnten eine Beziehung führen, wollen sich aber lieber ausprobieren. Bei mir ist das andersherum: Ich will eine Beziehung, kann aber nicht. Für Menschen mit wirklichen Bindungsproblemen ist es ein ständiger Kampf, überhaupt eine Beziehung einzugehen.

Ich habe mit der Psychotherapeutin Stefanie Stahl  über Bindungsängste und die "Generation beziehungsunfähig" gesprochen. Und ich habe sie gefragt: Kann ich in einer Beziehung trotzdem glücklich werden?