Bild: imago/CTK Photo
Stichwort: "Naschformel"!

Es ist doch so: Die Chips-Tüte steht auf dem Tisch und plötzlich ist sie leer. Weil man einfach nicht aufhören kann, sich die salzigen, würzigen und frittierten Kartoffelstücke in den Mund zu schieben. Forscherinnen und Forscher aus Erlangen haben jetzt herausgefunden, warum das so ist.

Was genau wurde erforscht?

Die Forscherinnen haben bei einem Versuch mit Ratten herausgefunden, dass ein bestimmtes Verhältnis aus Fett und Kohlenhydraten – die sogenannte Naschformel – Lebensmittel besonders schmackhaft macht. Anschließend führten sie eine weitere Studie mit Menschen durch und stellten fest: Je höher der Body Mass Index (BMI) eines Menschen ist, je dicker jemand also ist, desto stärker wird beim Chips-Essen sein Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert und desto mehr Chips möchte er oder sie essen. Ernährung und Belohnungssystem gehörten beim Menschen immer zusammen – wie bei allen Aktivitäten, die zur Selbsterhaltung dienen. 

(Bild: Unsplash/Sharon Mccutcheon)
Wie wurde die Studie durchgeführt? 

Die Forscher haben knapp 20 Männer und Frauen erst mit Zucchini gefüttert und drei Tage danach mit Kartoffelchips. Davor und danach wurde ihr Gehirn jeweils im Kernspin durchleuchtet. Das Gehirn reagierte besonders stark auf die Chips – ähnlich wie auch schon bei den Ratten in der vorangegangenen Forschung. Die Forscherinnen hatten eigentlich erwartet, dass die Tiere das Futter umso attraktiver finden, je fetter es ist – also je höher der Energiegehalt. Es zeigt sich aber: Die Mischung macht's.

Gilt das Ergebnis der Studie nur für Chips?

Nein! Das optimale Verhältnis liegt bei 35 Prozent Fett zu 45 Prozent Kohlenhydraten. Das findet man auch bei anderen Lebensmitteln vor, etwa Schokolade oder Nuss-Nougat-Creme. Welche Mischungsverhältnisse bei Lebensmitteln beim Menschen am besten ankommen, wurde von der Lebensmittelindustrie schon ausgiebig getestet, erklärte die Ernährungswissenschaftlerin Isa Mack vom Universitätsklinikum Tübingen.

Heißt das, wir sind Chips und anderen Süßigkeiten wehrlos ausgeliefert?

Nein. Ernährungswissenschaftlicher Mack erklärt, dass Hirnaktivitäten – die für unser starkes Bedürfnis nach Essen wie Chips verantwortlich sind – veränderbar seien. Es sei bekannt, dass bei stark übergewichtigen Menschen das Belohnungssystem beim Essen etwas anders reagiere. "Das heißt aber nicht, dass das immer so war oder nicht veränderbar ist", sagt Mack. Wenn sie abnehmen, würden sich auch die Hirnaktivitäten wieder verändern. 

Mack erklärt außerdem, dass man sich auch selbst ein wenig austricksen kann. Man müsse dafür bewusster konsumieren: "Nicht die ganze Tüte vor den Fernseher mitnehmen, sondern nur ein kleines Schälchen." Es gibt also die Hoffnung, dass wir der Naschformel nicht völlig ausgeliefert sind.

Mit Material von dpa / Catherine Simon


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