...und bringen dir dann fleischloses Kochen bei.

Erst mal ein Disclaimer: Ja, es gibt Vegetarier, die sind arrogant, selbstgerecht und herablassend. Die vergessen beim Versuch, auch dem letzten Fleischesser sein Schnitzel madig zu machen, jeden Anstand. Tofu-Missionare, die so aufdringlich sind, dass man sofort ein Riesensteak bestellen möchte, um bloß nicht so zu werden wie die. Kennen wir, finden wir auch schrecklich.

Aber das heißt ja nicht, dass Fleischverzicht Schwachsinn ist. Ganz im Gegenteil: Es gibt viele gute Gründe, keine oder weniger Tierprodukte zu sich zu nehmen – ethische, ökologische, gesundheitliche und kulinarische. Natürlich steht es jedem frei, ob er sich mit diesen Themen beschäftigen will. Du kannst jetzt auch mit dem Lesen aufhören und stattdessen Speck beim Brutzeln zugucken:

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Aber falls du dich doch informieren willst, sind hier ein paar Bücher, die dir dabei helfen.

Ethische Argumente (1)

Bevor man von ethischem Verhalten gegenüber Tieren spricht, muss man erst mal klären, ob Tiere eine Art Bewusstsein haben. Wenn sie innerlich so tot sind wie Steine, spricht nämlich nichts dagegen, auch mit ihnen umzuspringen wie mit Steinen. Allerdings zeigt die neueste Forschung, dass viele Tiere ein komplexes Innenleben besitzen, Freude und Trauer empfinden, sich im Spiegel erkennen, allgemein also ziemlich "menschlich" sind.

Das Buch Tierisch intelligent vom Verhaltensbiologen Dr. Immanuel Birmelin gibt einen unterhaltsamen Einblick in die geistigen Fähigkeiten vieler Tierarten, von Elstern über Schimpansen bis hin zu Hunden.

Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are? ist erst vor wenigen Wochen erschienen und liegt bislang nur auf Englisch vor. Es lohnt sich dennoch. Frans de Waal (laut "Time" einer der 100 mächtigsten Menschen der Welt) macht hier die ganze Wissenschaft der Tierpsychologie für den Laien zugänglich.

David Foster Wallaces Am Beispiel des Hummers ist kurzweilig, witzig und nachdenklich zugleich. Es stellt die wichtigen Fragen nach der Moral des Fleischverzehrs, naja, am Beispiel des Hummers eben.

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Ethische Argumente (2)

Wenn man dann überzeugt sein sollte, dass (manche) Tiere durchaus ein Bewusstsein haben, stellt sich die Frage, wie man darauf reagiert.

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Das absolute Grundlagenwerk zum Thema ist Animal Liberation. Der Autor Peter Singer – einer der wichtigsten aber auch umstrittensten Philosophen unserer Zeit – prägt hier den wichtigen Begriff des "Speziesismus": Die Diskriminierung von Lebewesen, die einer anderen (nichtmenschlichen) Spezies angehören.

Deutlich leserfreundlicher geht Hilal Sezgin das Thema an. Das lesenswerte Buch heißt Artgerecht ist nur die Freiheit: Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen.

Und dann gibt es da natürlich den modernen Klassiker Tiere essen von J.S. Foer, in dem es vor allem um Massentierhaltung geht. Informativ und gut zu lesen, stellenweise jedoch recht amerikaspezifisch.

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Gesundheitliche Argumente

Jeder soll mit seinem Körper machen, was er will. Wenn Tierprodukte gesundheitsschädlich sein sollten, ist das kein Totschlagargument gegen den Fleischverzehr. Versteht sich. Aber es schadet auch nicht, ein wenig über die neueste Forschung zum Thema Bescheid zu wissen. Hier also zwei Lesetipps:

Die China Study war eine großangelegte, empirische Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Krankheiten wie Krebs und Diabetes. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich.

Der Tierarzt Hermann Focke beschäftigt sich in seinem Buch Die Antibiotika-Lüge mit der Frage, welchen Einfluss Massentierhaltung und die übermäßige Verabreichung von Antibiotika an Tiere auf unsere Gesundheit haben.

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Ökologische Argumente

Aber nicht nur unsere eigene Gesundheit spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle, sondern auch die Gesundheit unseres Planeten. Verbreiteter Fleischkonsum führt fast zwangsläufig zu Massentierhaltung, welche wiederum zu einem erhöhten CO2 Ausstoß führt, welcher den Klimawandel befeuert – so eines der Argumente.

Das etwas trockene, aber sehr informative Buch Tierproduktion und Klimawandel: Ein wissenschaftlicher Diskurs zum Einfluss der Ernährung auf Umwelt und Klima nimmt dieses und andere Argumente unter die Lupe.

Und die Film-Doku Cowspiracy geht der Frage nach, wieso die Massentierhaltung bei den Umweltorganisationen nicht viel höher auf der Agenda steht – obwohl sie doch nachweislich Klimakiller Nummer eins ist. Spoiler Alert: Die Antwort hat eine Menge mit Geld zu tun.

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Kulinarische Argumente

Der beste Grund, den eigenen Fleischverzehr einzuschränken, sind die vielen leckeren Gerichte, die sich aus Gemüse und Co. herstellen lassen. Wer sich ein bisschen mit der vegetarischen (oder veganen) Küche beschäftigt, stellt nämlich schnell fest, dass man hier eigentlich nicht von Verzicht sprechen kann.

Hier ein paar Kochbücher, die dich inspirieren werden:

Veggiestan hat fast jeder Vegetarier zu Hause stehen – und mit Grund. Im "Orient", wo die Rezepte herkommen, hat die vegetarische Küche Tradition und ist deshalb so vielseitig und lecker wie kaum irgendwo sonst.

Dass es in der vegetarischen Küche nichts richtig Deftiges gibt, glauben selbst manche Vegetarier. Dass diese Annahme falsch ist, beweist Anne-Katrin Weber in ihrem Buch Deftig vegetarisch – schmoren, backen, braten, rösten, panieren, grillen. Kaufen, lesen, kochen, essen, genießen.

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Ein Buch von Tim Mälzer darf in dieser Liste nicht fehlen: Greenbox. Der Mann, der Anfang des Jahres mit einem Schweinekopf-Bild für Empörung sorgte, hat hier ein sehr schönes Buch mit vegetarischen Rezepten herausgebracht – für Fortgeschrittene allerdings.

Wer’s einfacher mag, sollte sich Vegan for Starters - Die einfachsten und beliebtesten Rezepte aus vier Kochbüchern zulegen. Essentiell für jeden, der es mal ohne Fleisch versuchen will.

Oder du sagst:

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...wie gesagt: dein Ding.



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