Bild: Danjaq/MGM
Forscher haben untersucht, was Alkohol mit uns macht.

Wer an der Bar Bier trinkt, muss irgendwann einfach nur rülpsen. Wer hingegen zum Gin Tonic oder einem Moscow Mule greift, wächst über sich hinaus – in vielerlei Hinsicht.

Das behaupten britische Forscher, ihre Untersuchung basiert auf dem Global Drug Survey (GDS), der weltweit größten Drogenumfrage im Netz. Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich Hochprozentiges auf unser Gemüt auswirkt und die Ergebnisse im British Medical Journal veröffentlicht. Das Ergebnis:

Harter Alkohol wie zum Beispiel Gin macht uns selbstbewusster – und wir fühlen uns attraktiver. Aber gleichzeitig auch unruhiger und aggressiver.

Für die Studie wurden die Antworten von 29.836 Teilnehmern aus 21 Ländern im Alter zwischen 18 und 34 Jahren ausgewertet. 

Das sind die Details:

  • 43 Prozent der Befragten fühlen sich dank Cocktails und Longdrinks sexy.
  • 48 Prozent sagen, dass sie sich ziemlich schlecht fühlten, wenn sie tranken.
  • Knapp 30 Prozent gaben an, beim Trinken von Hochprozentigem aggressiv zu werden.
  • Zum Vergleich: Nur 7 Prozent der Weintrinker berichten davon, aggressiv zu werden.
  • Bei Frauen ist die emotionalisierende Wirkung stärker – nur aggressiver werden sie nicht, da liegen die Männer vorne.
Insgesamt kommen die Forscher zum Ergebnis: Je hochprozentiger der Alkohol ist, desto extremer sind die Gefühle. 
Seit Jahrhunderten ist die Geschichte von Rum, Gin und Wodka durchzogen von Gewalt.
Mark Bellis, Ko-Autor der Studie

Die Effekte unterscheiden sich auch nach Alter:

  • Menschen zwischen 18 und 24 Jahren verbinden Bier, Wein und Spirituosen am häufigsten eher mit positiven Gefühlen – sind sind zum Beispiel energiegeladener, selbstbewusster oder fühlen sich attraktiver.
  • Bei Älteren überwiegen die negativen Gefühle.

Die Aggressivität durch das Trinken spiegelt sich auch in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO wider. Demnach ist bei jedem fünften gewaltsamen Todesfall weltweit Alkohol im Spiel – in Form von Schlägereien, häuslicher Gewalt oder sonstigen Straftaten. Bei tödlichen Verkehrsunfällen sind es 15 Prozent, schätzt die WHO.

Willst du wissen, wie dein Alkoholkonsum einzuschätzen ist?

Hier erfährst du, ob du wie der Durchschnitt trinkst.


Gerechtigkeit

Ihre Familie verehrt Erdogan – wie Tuba dagegen kämpft

Früher hat Tuba einmal im Jahr die türkischen Verwandten im Kölner Umland besucht. Dann kochte ihre Tante manchmal, um sich bei ihr einzuschmeicheln, Cigköfte: Weizengries-Frikadellen, ein veganes Gericht aus der Türkei. "Wenn sie etwas für mich machen, denken sie, ich bin milder gegenüber Erdogan gestimmt", sagt Tuba. 

Tuba mag den türkischen Präsidenten nicht, während ihn ihre Verwandten, vor allem ihre Tante, bewundern. Regelmäßig schauen sie sich Erdogan-Kundgebungen im Fernsehen an. "Sie glauben, weil Erdogan einen Koran in der Hand hält, sei er einer von ihnen", sagt Tuba. "Dabei werden sie von ihm völlig verarscht."