Bild: bento
Wir haben eine Heißluft-Fritteuse getestet.

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Ja, man kann auch jeden Tag Gemüse-Sticks essen. Aber manchmal verlangt unser Körper (und unser Herz) einfach nach etwas Frittiertem. Aber immerzu Essen in großen Mengen Fett versenken? Ein Gerät verspricht weniger fettiges Essen: der Airfryer, eine Heißluftfritteuse. Sie soll:

  • Gerichte, die sonst in einem Bad aus Fett schwimmen, mit lediglich 1-2 Esslöffeln Öl knusprig zubereiten und damit bis zu 80 Prozent weniger Fett verwenden.
  • Dabei natürlich etliche Kalorien sparen.
  • Außerdem auch backen, grillen und garen.
  • Die größte Ausführung soll gleichzeitig bis zu vier Portionen Pommes zubereiten können.

Ich wiederhole: Vier. Portionen. Pommes.

Kalorien und andere Küchengeräte sparen? Das klingt zu schön um wahr zu sein. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben einen Airfryer von Philips ausprobiert – das große Modell für rund 280 Euro. Kleinere Exemplare kosten 230 Euro oder 140 Euro. Nachgekocht haben wir die drei Gerichte, die auf der Verpackung aufgedruckt waren: Fisch, Hähnchen und natürlich Pommes.

Wir wollten wissen: Sieht das light-frittierte Essen wirklich so aus – und wie schmeckt es tatsächlich?

Das ist er.

(Bild: bento)

Zur Bedienung:

Stecker rein, Knopf gedrückt – das Gerät heizt auf. Deutlich ist das Gebläse im Inneren zu hören, fast wie bei einem Umluft-Backofen. Nach rund 3 Minuten ertönt ein Signal, das Gerät ist "ready to use". 

Fisch

Um Fisch zu garen, muss man zunächst sowohl den panierten Fisch als auch den Frittierkorb mit Öl bestreichen. Dann den Fisch hineinlegen und für sieben Minuten bei 180 Grad zubereiten. Die letzte Minute wird als Sekunden-Countdown angezeigt – wie aufregend!

Endlich ertönt das erlösende Signal, der Fisch ist außen heiß und knusprig. Auch angeschnitten besteht er den Test. Er ist gar, heiß und nicht von einem in Öl ausgebackenem Stück Fisch zu unterscheiden. Außer, dass er eben nicht vor Fett trieft. So weit, so gut. 

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Hähnchen

Bevor der Hähnchenschlegel in die Fritteuse darf, soll er mariniert werden, hauptsächlich mit Öl und diversen Gewürzen. In den Korb legen und erstmal für zehn Minuten bei 200 Grad Power-Brutzeln. Und tatsächlich: Schon nach wenigen Minuten sind knackende Geräusche zu hören. Die Haut hat sich im ersten Durchgang aufgeblasen und sieht schon jetzt knusprig aus.

Fertig ist der Schlegel jedoch noch nicht, es folgen laut Rezept weitere zehn Minuten bei 160 Grad. Das Ergebnis: Ein gebräuntes Hähnchen mit krosser, heißer Haut. Innen ist es warm und schön saftig. 

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Pommes

Zwischenstand: Schon jetzt riecht es in der Wohnung wie in einem Imbiss. Aber es geht noch weiter: Den krönenden Abschluss bilden die Pommes. Weil man das jetzt so macht, gibt es die normale und die Süßkartoffel-Variante, selbstgeschnitten, versteht sich.

Die Kartoffel-Pommes müssen zunächst 30 Minuten eingeweicht, dann 15 Minuten getrocknet und dann zusammen mit den Süßkartoffel-Pommes 25 Minuten bei 180 Grad gebacken werden. Hilfreich ist hierbei eine kleine Trennwand, die mitgeliefert wird.

Nach Ablauf der Zeit sehen die Kartoffel-Pommes aus, als wären sie im Solarium eingeschlafen. Ziemlich gebräunt und kross fallen sie aus dem Körbchen. Die Süßkartoffel-Pommes sind weniger gebräunt und weniger kross, was aber normal ist.

Mit etwas Salz gewürzt, schmecken beide Sorten ziemlich gut. Aber auch nicht wirklich wie Pommes – sondern eher wie Kartoffel-Ecken. Die Pommes-Gelüste werden nur so mittel befriedigt. 

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Und das Fazit?

Optisch halten die Gerichte zwar, was die Bilder auf der Packung versprechen. Und auch geschmacklich gibt es eigentlich nichts auszusetzen – alles schmeckt gut und ist genießbar.

Doch wenn man ehrlich ist, muss der Airfryer eher mit einem Umluft-Backofen als mit einer Fritteuse verglichen werden. Denn geschmacklich kommt das Gerät nicht an frische, heiße und vor Fett strotzende Pommes ran. Dafür riecht es in der Wohnung trotzdem nach Imbiss. 

Wirklich platzsparend ist das Gerät nicht. Es ist fast 40 Zentimeter breit und damit im Prinzip genauso groß wie eine herkömmliche Fritteuse. Zwar könnte man bei der XXL-Größe mehrere Gerichte gleichzeitig zubereiten – das funktioniert aber nur in der Theorie. Denn in der Praxis haben Hähnchen, Fisch und Pommes nicht nur unterschiedliche Garzeiten, sondern benötigen eigentlich auch unterschiedlich hohe Temperaturen. Da dauert die Zubereitung des Fritteusen-Dinners schon mal drei Stunden, inklusive warmhalten im Backofen. Aber wer schon einen Backofen mit guter Umluft-Funktion hat, wird sich kaum einen Airfryer zulegen.

Der Airfryer ist so etwas wie ein kleiner, super-schneller Umluft-Backofen. Eine Fritteuse kann er nicht ersetzen. Wer gerne Kartoffeln, Hähnchen oder Fisch isst und auf die Fett-Attacke verzichten will, könnte mit dem Airfryer glücklich werden.


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