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Die Mensa ist Mist und die Pizzeria zu teuer? Wir haben da ein paar Ideen.

Das Mittagessen ist die Problemmahlzeit unter den Mahlzeiten: Meistens sind wir unterwegs, ob an der Uni, im Büro, in der Werkstatt oder im Auto, und die wenigesten haben eine Kantine oder eine Mensa, die satt und glücklich macht. 

Dann ist auch noch die Pizzeria um die Ecke dummerweise zu teuer, die Currywurst ungesund und die belegten Brötchen vom Bäcker hängen einem mit der Zeit zum Halse raus. 

Da hilft nur eines: selber machen. 

Teuer sollte es es allerdings nicht sein – und zu kompliziert auch nicht. Deshalb hat sich Daniel Schade, Vizepräsident des Verbands der Köche, für uns fünf Mittagsrezepte ausgedacht, die schnell gemacht sind, nicht mehr kosten als drei Euro – und trotzdem schmecken.

Für Pragmatikerinnen

Besonders umweltfreundlich: Den Smoothie in alten Gläsern transportieren.

(Bild: Jose Soriano Unsplash)

Ein Smoothie ist leicht zuzubereiten (alle Zutaten werden im Mixer püriert!) und lässt sich easy in einer Plastikflasche oder Thermoskanne transportieren. Welche Obst-Gemüse-Kombi am besten schmeckt? Das hängt von der persönlichen Vorliebe ab sowie vom Kontostand. Schade rät daher zum Experimentieren. "Günstig ist beispielsweise ein Mix aus Bananen, Äpfeln und Orangen", verrät der Kochprofi. Wer es etwas ausgefallener mag, könne es hingegen auch mal mit Möhre, roter Beete, Apfel und Ingwer (für etwas Schärfe) probieren.

Mix aus Bananen, Äpfeln und Orangen

Banane: 2 Stück etwa 70 bis 80 Cent 

Apfel: 2 Stück etwa 70 bis 80 Cent

Orange: 1 große Saftorange etwa 60 Cent

Gesamt: zwischen 2 und 2, 20 Euro

 

Mix aus Möhre, roter Beete, Apfel und Ingwer

Apfel: 2 Stück etwa 70 bis 80 Cent

Möhre: 3 Stück etwa 40 bis 50 Cent

Rote Beete: 1 Knolle für á 500 Gramm etwa 75 Cent

Ingwer: 1 daumengroßes Stück á 30 Gramm etwa 50 Cent

Gesamt: zwischen 2, 35 und 2, 55 Euro

 

In beiden Fällen kann man den Smoothie mit Nüssen oder Samen anreichern – das schmeckt besser und hält länger satt. 50 Gramm Walnüsse gibt es beispielsweise für etwa 50 Cent. 

Schnell gepimpt: Die "Deluxe-Variante" laut Schade ist mit Kokoswasser. Da kosten 0,5 Liter an die 2,50 Euro. 

 

Für Veganer

Die Avocado darf in keiner Millenial-Rezepteliste fehlen.

Guacamole-Kichererbsen Sandwich: Für die Guacamole eine reife Avocado, eine viertel Chili und etwas Limettensaft sowie deren Abrieb pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend ein bis zwei großzügige Esslöffel Kichererbsen (hier gehen auch die aus der Dose) runter heben. Dann ab aufs Brot mit der Creme! In Sachen Brot müssen Veganer natürlich darauf achten, dass sich in dem Teig keine Milchprodukte versteckt haben. Wird man aus der Zutatenliste nicht schlau, rät Küchenprofi Schade zum Nachfragen. Denn: "Sicher ist sicher." 

Guacamole-Kichererbsen Sandwich

Avocado: Stück zwischen 99 Cent und 1,50 Euro

Limette: Stück zwischen 35 und 55 Cent

Kichererbsen: ½ Dose zwischen 40 und 45 Cent

Chili: eine Schote zwischen 25 und 35 Cent

Vollkornbrot: 2 Scheiben zwischen 30 und 40 Cent

Gesamt: zwischen 2,74 und 3,75 Euro – Salz und Pfeffer habt Ihr hoffentlich zuhause!

Schnell gepimpt: Wer Angst hat, das Sandwich unterwegs zu zerschleudern oder zerquetschen, kann auch die Creme in eine Dose füllen und das Brot antoasten und dippen. 

Für Eilige

Fetawürfel sind eine super Salzquelle - also Vorsicht beim Würzen.

"Wer wenig Zeit zum Kochen hat, greift am besten zu Couscous", rät Schade. Die Körner müssen nur kurz mit heissem Wasser übergossen werden und dann ein paar Minuten quellen. Währenddesen kann man etwas Zucchini und Tomate kleinschneiden und in der Pfanne anbraten. Anschließend alles miteinander vermengen, Feta hinzugeben, und mit Salz und Pfeffer würzen. Dann ab in die Tupperdose mit dem Gericht und los geht's.

Zucchini, Tomate und Feta mit Couscous

Couscous: 100 Gramm zwischen 30 und 80 Cent

Zucchini: Stück zwischen 40 und 60 Cent

Tomate: Stück á 100 Gramm zwischen 18 und 23 Cent

Feta: 1/3 Packung zwischen 50 Cent und 70 Cent               

Gesamt: zwischen 1,38 und 2,33 Euro 

Schnell gepimpt mit: Oliven und getrockneten Tomaten aus dem Glas und italienischen Kräutern zum Würzen.

Für Klassik-Fans

Echte Trüffel wären auch eine super Ergänzung, sprengen aber leider das Budget.

Vollkorntoast mit Radicchio, Büffelmozzarella und Basilikum: Für dieses Gericht toastet man zwei Scheiben Vollkorntoast, träufelt etwas Olivenöl drüber und belegt sie mit ein, zwei Blättern Radicchio. Anschließend wird der Büffelmozzarella in Scheiben geschnitten oder einfach etwas auseinander gezupft und kommt ebenfalls aufs Brot. Jetzt noch Basilikum drauf, die zwei Scheiben zum Doppeldecker türmen und dann in Butterbrotpapier einwickeln. "Besonders gut schmeckt das Toast übrigens, wenn es statt mit dem üblichen Olivenöl mit Trüffelöl beträufelt wird", findet Schade – für dieses Geschmackserlebnis lohne es sich auch zu sparen!

 

Vollkorntoast mit Radicchio, Büffelmozzarella und Basilikum

Radicchio: ½ Stück zwischen 1 und 1,25 Euro

Büffelmozzarella: ½ Stück á 50 Gramm etwa 1 Euro

Basilikum: 1 bis 2 Blätter á 7 Gramm etwa 45 Cent

Vollkorntoast: 2 Scheiben zwischen 5 und 6 Cent

Gesamt: zwischen 2,50 und 2,76 Euro

Schnell gepimpt mit: Trüffelöl, 100 Milliliter etwa 4,99 Euro

 

Für Gesundheitsbewusste

Wer zu viel Zeit hat, kann aus dem Joghurt auch ein Kunstwerk machen. 

"Obstsalat mit Joghurt geht immer und kostet nicht viel“, meint Schade. Das Prinzip kennt jeder. Weniger bekannt, aber nicht weniger lecker: Salat mit Joghurt in der deftigen Variante. Man kann nämlich auch einfach mal Gurken, Paprika und Cherry-Tomaten kleinschneiden und in den Johurt geben. abschmecken mit Salz, Pfeffer und Dill oder Koriander nach belieben.

Egal, ob süß oder salzig: Man sollte zum "echten“ Joghurt greifen – etwa den griechischen, erklärt der Koch. Die anderen bestünden oft nur aus schnell gebundener Milch, wässern dadurch in der Tupperdose schnell aus und sind kaum sättigend.

Salat mit Joghurt

Griechischer Joghurt: 200 Gramm etwa 99 Cent

Der Restbetrag von 2,01 Euro kann in Obst und Gemüse investiert werden. Auch hier gilt: Wenn es länger satt halten soll, sind Nüsse oder Haferflocken eine wunderbare Ergänzung.

Schnell gepimpt mit: Zimt, für eine warme, orientalische Note; Zitronenabrieb oder ein paar Blätter frische Minze, wenn es sommerlich schmecken soll - funktioniert sowohl beim salzigen als auch beim süßen Salat.  


Fühlen

Jacqueline bearbeitet ihre Haut, bis es blutet – wie es ist, an Skin Picking zu leiden

Wenn der Drang zu groß wird und Jacqueline es nicht mehr aushält, geht sie ganz nah ran an den Spiegel. Sie betrachtet jeden Pickel, jede Kruste, jede kleine Unebenheit und bearbeitet ihr Gesicht solange mit den Händen, bis alles rot ist, bis es schmerzt. Eine halbe Stunde, eine Stunde, an schlimmen Tagen auch mal länger. Wenn sie es schafft, sich vom Spiegel zu lösen und ihre Haut sieht, bricht die Realität über sie herein: die Erkenntnis, was sie sich selbst gerade antut. Sie spürt Reue und Scham.

Jacqueline leidet an Dermatillomanie, auch Skin Picking genannt. 

Betroffene beschäftigen sich krankhaft mit der eigenen Haut, wollen jede noch so kleine Unebenheit beseitigen und erreichen durch ständiges Kratzen, Quetschen und Knibbeln meist genau das Gegenteil. Einige benutzen Hilfsmittel wie Scheren und Pinzetten. Anderen, wie Jacqueline, reichen die eigenen Hände für ihr zerstörerisches Werk. Gesicht, Dekolletee und Schultern sind häufige Angriffsflächen, aber auch das Abziehen der Nagelhaut oder Knibbeln an den Lippen sind typische Symptome. (Ärzteblatt)

"Ich habe mit ungefähr zwölf Jahren damit angefangen", erzählt die mittlerweile 21-Jährige. "Das war schon damals ein Ausweg aus dem Stress", sagt Jacqueline. Bei vielen zeigt sich die Krankheit mit Beginn der Pubertät, wenn die Haut unreiner wird und die ersten Pickel zu sehen sind.