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Ein Experte erklärt, ab wann man zu viele Tabletten nimmt.

Am Morgen nach einer wilden Partynacht vorsorglich eine Kopfschmerztablette einwerfen, damit der Kater gar nicht erst kommt, die Menstruationsschmerzen mit einer Ibu ruhigstellen, den Kopfschmerz mit einer Aspirin verschwinden lassen – das ist nicht weiter schlimm, das machen alle. Oder? 

Schmerztabletten zählen zu den am häufigsten verkauften Arzneimitteln in Deutschland. 

Rund 150 Millionen Packungen wandern jährlich über die Ladentheke. Das macht pro Person etwa 50 Tabletten im Jahr. Davon werden 70 Prozent ohne Rezept direkt in den Apotheken verkauft (DHS). 

Ein Riesengeschäft, die Pharmaindustrie steckt jährlich 300 bis 400 Millionen Euro allein in die Werbung für rezeptfreie Arzneimittel (DHS). Dort wird propagiert, wie Schmerzmittel den Alltag erleichtern. Schließlich gibt es für jede Körperstelle die passende Tablette: gegen Kopfschmerzen, Zahn- oder Rückenschmerzen. Viele Frauen bekämpfen so auch ihre Menstruationsbeschwerden. 

Der Umsatz bei Schmerzmitteln beträgt rund 572 Millionen Euro. Und das Geschäft wächst: Laut Prognose wird 2023 ein Marktvolumen von 583 Millionen Euro erreicht. Ein Umsatzwachstum von 0,4 Prozent. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in Deutschland für Schmerzmittel knapp sieben Euro pro Kopf umgesetzt (Statista). Unter den 20 meistverkauften Arzneimitteln in Deutschland sind allein elf Schmerzmittel. 

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Laut DHS und BZgA sind Opiate und Opioide nicht nur die wirkungsvollsten, schmerzlindernden Substanzen, ihnen wird gleichzeitig das stärkste Suchtpotenzial zugeschrieben – noch vor Alkohol! Sie machen sowohl psychisch als auch körperlich abhängig.

Schmerzmittel: Opiate und Opioide

In diesem Text geht es um Schmerzmittel wie Aspirin und Paracetamol. Daneben gibt es auch verschreibungspflichtige Opiate und Opioide sind sehr starke Schmerzmittel mit einem hohen Suchtpotenzial, warnen die Deutsche Hauptstelle für Suchtanfragen und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In ihrem Faltblatt beschreiben sie, dass die Schmerzmittel unmittelbar im zentralen Nervensystem wirken. Demnach werden dort durch die Einnahme von Opiaten oder Opioiden vermehrt Endorphine an den Schmerzrezeptoren ausgeschüttet, was dann den Schmerz künstlich lindert.

Schmerzmedikamente können übrigens auch Nebenwirkungen verursachen: 51 Prozent der Deutschen litten schon mal unter Nebenwirkungen, nachdem sie Schmerztabletten eingenommen haben (Patienten-Radar 2018). Bei einigen war es so schlimm, dass sie ins Krankenhaus mussten. 

Hartmut Göbel ist Chefarzt an der Schmerzklinik in Kiel. Wir haben den Experten für Schmerztherapie gefragt, was er von den Medikamenten im Alltag hält: 

Warum greifen auch junge Leute häufig zu Schmerzmitteln? 

Aktuelle Befragungen in Schulen zeigen, dass Kopfschmerzen die häufigste Erkrankung sind. Schmerzmittel werden schon früh im Leben eingenommen, das wird geradezu antrainiert.

Schmerzmittel gelten heute nicht mehr nur als Medikamente, um akute Schmerzen zu behandeln, sondern sollen sich eher auf die Aktivität, Konzentration, das Durchhaltevermögen und die Leistung auswirken. Diese Entwicklung führt schnell in einen Medikamentenübergebrauch – und natürlich auch zu Komplikationen. Daher ist die Aufklärung über Schmerzmittel gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wichtig, weil sie häufig zu wenig über die Risiken wissen.

Wie schätzen Sie also den Gebrauch von Schmerzmitteln ein?

Schmerzmittel gehören für einen großen Teil der Bevölkerung zum Alltag. Rechnet man zum Beispiel den Verbrauch von Kopfschmerzmitteln auf die Bevölkerung um, ergibt sich, dass jeder Deutsche im Jahr 37 Tabletten schluckt. 8,3 Millionen Deutsche nehmen sogar täglich eine Kopfschmerztablette ein. 

Warum nehmen wir so oft Kopfschmerztabletten? 

Kopfschmerzen sind die am häufigsten auftretenden Alltagsschmerzen. Hier ist das Paradoxe, dass bei regelmäßiger Einnahme von Tabletten auch die Schmerzempfindlichkeit ansteigt. Die Schmerzen werden also schlimmer. Und auch die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken nimmt zu. Dann werden meistens noch mehr Tabletten eingenommen. Am Ende entwickelt sich so ein Übergebrauchskopfschmerz. Durch die "10-20-Regel" kann man das vermeiden: An weniger als zehn Tagen im Monat dürfen Schmerzmittel eingenommen werden – und mindestens 20 Tage lang keine. 

Wie ist es bei anderen Schmerzen? 

Es kommt darauf an, ob es um eine medizinisch notwendige Behandlung oder um alltägliche Schmerzen – wie Kopfschmerzen – geht. Bei schweren Erkrankungen sind neben der Schmerztherapie auch Schmerzmittel erforderlich. Zum Bespiel bei traumatisch bedingten Schmerzen, Nervenschmerzen, schwerwiegenden Kopfschmerzerkrankungen oder Tumorschmerzen. Die Medikamente werden dann aber nach einem festen Behandlungsplan eingesetzt.  

Insgesamt sollte man immer die tägliche Maximaldosis einhalten. Besonders beim meistverkauften Schmerzmittel in Deutschland, Paracetamol, können bereits 14 Tabletten schwerste Leberschäden auslösen. Im schlimmsten Fall sind diese lebensgefährlich. Daher sollten Schmerzmittel bei langjährigen Beschwerden nur unter ärztlicher Anleitung genommen werden. 

Kopfschmerzen, Leberschäden: Was kann noch passieren, wenn jemand zu viele Schmerztabletten nimmt?

Das kann sowohl körperlich als auch psychisch zu Problemen führen. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Naproxen greifen häufig Magen und Darm  an. Hier können Magengeschwüre oder auch Blutungen auftreten. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen sowie Schleimhautentzündungen und Veränderungen des Blutbildes. Seltener kommt es dagegen zu allergischen Reaktionen. In Studien wird darauf hingewiesen, dass ein zu hoher Konsum von Schmerzmitteln auch das Riskio eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls begünstigt. 

Die Nebenwirkungen sind zwar selten, aber nicht zu unterschätzen, weil Schmerzmittel viel konsumiert werden.

Wie bemerkt man eine Überdosis?

In der Regel treten folgende Symptome innerhalb von 24 Stunden auf: Übelkeit, Erbrechen, Blässe oder Unterleibsschmerzen. Eine Überdosis durch Paracetamol macht sich in der Leber nach etwa zwei Tagen bemerkbar. 

Woran erkennt man eine Schmerzmittelsucht?

Einen Übergebrauch erkennt man daran, dass die Schmerzmedikamente immer häufiger und in zunehmender Dosis eingenommen werden. Es könnte also ein Hinweis für eine Abhängigkeit sein, wenn Schmerzmittel weniger gut wirken und man daher mehr von den Tabletten benötigt. Dann sollte man sich dringend an einen erfahrenen Arzt wenden, um eine professionelle Schmerztherapie zu beginnen.

Was kann man gegen den hohen Gebrauch von Schmerzmitteln tun?

Im Hinblick auf die hohe Verwendung von Schmerzmitteln in der Bevölkerung ist es wichtig, mehr über die Medikamente aufzuklären. Jungen Leute unterschätzen die Risiken oft. Mit Informationskampagnen aber auch in den Beipackzetteln müsste man genauer auf die Verwendung von Schmerzmitteln hinweisen. Statt juristisches Beiblatt sollten sie leicht verständlich und leserlich sein. Auch über neue Therapieverfahren ohne Schmerzmedikamente sollte man mehr sprechen. 

Schmerzen weisen uns aber auch immer auf Schäden hin. Der Schmerz verlangt direkt nach Ruhe und Schonung, man wird gezwungen den Körper zu entlasten. Spezielle Schmerzen wie Krebs-, Nerven- und Kopfschmerzen quälen Betroffene oft aber auch ohne diesen Grund. 


Haha

Hier kannst du schlechte Weihnachtsgeschenke gegen Bier tauschen

Tante Monika hat dir mal wieder ein langweiliges Buch geschenkt und von Oma gab's die zehnte Packung Marzipan? Kein Problem, es gibt einen einfachen Weg, wie du ungeliebte Geschenke gleich wieder loswirst und dafür etwas bekommst, was du wirklich magst: Bier.

Was, wie wo?!?

Auf der Website fuerbier.de kannst du alle möglichen Gegenstände verkaufen, doch anders als bei eBay-Kleinanzeigen bekommst du dafür kein Geld, sondern wirst in flüssigem Gold bezahlt. Als Verkaufseinheiten kann man deshalb auch nur eingeben: Flasche, Sixpack, Kiste. 

Und keine Angst: Natürlich kann man auch die Lieblings-Biersorte angeben. 

Aber meine Weihnachtsgeschenke sind total merkwürdig, kann ich die da überhaupt einstellen?

Solange es nichts Illegales ist: Warum nicht? Immerhin gibt es auf der Plattform aktuell alles vom Haarfärbemittel, über Handtrommeln, bis hin zu Motorrollern. (Auf das Angebot: "Tausche leere Bierkiste gegen volle" solltest du aber vielleicht nicht eingehen.)

Ob es im Umkreis deines Wohnortes am Ende bierfreudige Abnehmer für deine Sachen gibt, müsstest du natürlich selbst herausfinden.

Wer hat sich das ausgedacht?

Die Idee entstand vor vier Jahren aus der feierabendlichen Bierlaune – wer hätte das gedacht – einer südhessischen Digitalagentur. Die Mitarbeiter von Onedot alberten mit dem Konzept herum und mit jedem getrunkenen Bier gefiel ihnen die Schnaps-...äh, Bier-Idee immer besser. Sie schlossen sich schließlich mit einer Partneragentur zusammen und gründeten die Plattform. (Gründerszene)

Also dann: Prost! 🍻