60 Prozent der Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer in Europa tun es: sich die Haare färben (SCCS). Auch die 19-jährige Estelle aus Paris wollt bloß blond statt brünett sein. Doch obwohl Estelle die Farbe vorher testete, kam es zu einer lebensgefährlichen allergischen Reaktion: Ihr Kopf schwoll im Umfang um sieben Zentimenter an. Von Hutgröße S auf XXL. Sie bekam keine Luft und wurde in die Notaufnahme gebracht. "Ich konnte nicht atmen. Ich hatte einen Glühbirnenkopf", sagte sie Le Parisien

Das Bild ihres geschwollenen Gesichts ging um die Welt – und seither fragen sich viele, wie ungesund es eigentlich ist, sich die Haare zu färben.

Was ist in Haarfarben enthalten? 

Estelle reagierte Le Parisien zufolge allergisch auf p-Phenylendiamin (PPD). Die Chemikalie ist in vielen konventionellen Haarfärbeprodukten enthalten, aufgrund der deckenden Eigenschaft ist sie meist in dunklen Nuancen zu finden, berichtet das Deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in München. In Tätoofarben werde PPD oft beigemischt, da ist es allerdings illegal.

In der Kosmetikbranche wird seit Jahren über die allergene Wirkung von PPD diskutiert. Ob PPD in einem Haarfärbemittel allergische Reaktionen auslöst oder nicht, hängt von der Konzentratation des Stoffs sowie den anderen Inhaltsstoffen ab, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Grenzwerte sollen das eigentlich regeln, können aber nicht jeden schützen. 

Generell sei PPD stark sensibilisierend (Allergien auslösend), und zwar besonders bei jüngeren Menschen

Das Robert-Koch Institut fand heraus, dass Kontaktallergien bei Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren häufiger auftreten als bei gleichaltrigen Jungen. Also genau in dem Alter, in dem viele Mädchen anfangen sich zu schminken – oder die Haare zu färben.

Wenn die Kopfhaut nach dem Färben juckt, brennt, schuppt oder rot wird, ist es wahrscheinlich eine PPD-Allergie. Sogar die Kopfschwarte kann – wie bei Estelle – stark anschwellen (Standard). 

PPD

"Para-Phenylendiamin zählt zu den parasubstituierten Aminoverbindungen", heißt es in Altmeyers Enzyklopädie. Das Allergen komme vor allem in Haarfärbemitteln (und in Hennafarben) vor und ist häufig der Grund für allergische Reaktionen bei Friseurinnen und Friseuren. Außderdem werde PPD auch zur Pelz- und Lederfärbung sowie bei Stempel- und Druckfarben verwendet.

Am Bundesinstitut für Risikobewertung sind sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einig, dass insgesamt noch Forschungsbedarf im Hinblick auf allergische Reaktionen durch Haarfärbemittel besteht (BfR). 

Wir haben den Dermatologen Christoph Liebich vom Dermazent in München nach dem aktuellen Stand der Forschung gefragt. 

Was sind die gesundheitlichen Risiken beim Haarefärben? 

"Es können natürlich Kontaktallergien auf der Haut auftreten, das ist allerdings bei allen Kosmetik- oder Pflegeprodukten ein Risiko. Man bemerkt solche allergischen Reaktionen meist kurz nach dem Färben – es kommt zu Juckreiz oder Ausschlag. Dann sollte man sich direkt an den Hautarzt wenden und einen Allergietest durchführen."

Werden Allergien oft durch Haarfarben ausgelöst? 

"Nein, allergische Reaktionen kommen beim Haarefärben nicht überproportional häufig vor. Es ist normal, dass Menschen auf bestimmte Stoffe reagieren. Meist stellt man dies aber leider erst beim Gebrauch fest."

Sie würden also nicht davon abraten, sich die Haare zu färben? 

"Aus gesundheitlicher Perspektive rate ich nicht davon ab. Es ist keinesfalls gefährlich, Haarfärbemittel zu verwenden. Allerdings sollte man das Produkt zuvor in kleinen Mengen auf der Haut testen: Am besten über eine Woche hinweg bis zu zwei Mal täglich am Hinterkopf auftragen. Wenn dann nichts passiert, verträgt man das Färbemittel sehr wahrscheinlich."

Und ist PPD der einzige gefährliche Stoff in den Färbemitteln? 

"PPD ist seit einigen Jahren ganz oben auf der Hitliste der Kontaktallergene. Der Stoff ist bedenklich und soll deshalb in Zukunft aus allen Haarfärbeprodukten verschwinden. Wie lang das allerdings noch dauern wird, kann ich nicht sagen. PPD ist aber nicht der einzige Auslöser für Allergien, sie können gegen nahezu alle Stoffe auftreten. Man sollte selbst durch einen Test beim Dermatologen herausfinden, welche Stoffe der Körper verträgt und welche nicht." 


Ein Tipp um PPD zu vermeiden: In zertifizierter Naturkosmetik darf PPD nicht verwendet werden. 



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6 Dinge, die du noch nicht über Annegret Kramp-Karrenbauer wusstest

Seit Februar 2018 war Annegret Kramp-Karrenbauer erst CDU-Generalsekretärin – nun ist sie die neue Vorsitzende der Partei. Im Dezember wurde Kramp-Karrenbauer auf einem Bundesparteitag als Nachfolgerin von Angela Merkel gewählt, ihre Konkurrenten Jens Spahn und Friedrich Merz unterlagen (bento).

Vorher war "AKK", wie sie oft genannt, Ministerpräsidentin im Saarland. Kramp-Karrenbauer gilt als Merkel-Vertraute, viele halten sie bereits für ihre Nachfolgerin. Erstmal kämpft sie aber mit Jens Spahn und Friedrich Merz um den Parteivorsitz.

Hier sind sechs Dinge, die du vielleicht noch nicht über die neue CDU-Generalsekretärin wusstest:

AKK ist Berufspolitikerin.

Kramp-Karrenbauer trat 1981 mit 19 Jahren in die CDU ein und engagierte sich zunächst bei der Jungen Union. 1985 übernahm sie den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes Püttlingen und studierte nebenbei Politikwissenschaften. 

Nach dem Studium wurde sie Vollzeit-Politikerin – erst mit dem Landesvorsitz der Frauen-Union, dann als persönliche Referentin von Peter Müller, dem damaligen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion und schließlich als Abgeordnete im saarländischen Landtag ab 1999. (Süddeutsche Zeitung)

Dort war AKK zuerst im Innenministerium, dann im Kultusministerium sowie im Arbeits- und Sozialministerium. 2011 wurde sie nach Peter Müller Landesvorsitzende der Saar-CDU, es folgte das Amt als Ministerpräsidentin.

Aber sie kann auch mal lustig.

Auch im Saarland ist Karneval so eine Sache – und die Ministerpräsidentin entsprechend immer auch im Kostüm präsent. Hier ist sie bei der Narrenschau in der Riegelsberghalle als Putzfrau Gretel zu sehen: