Menschenaffen sind uns so ähnlich wie keine anderen Tiere. Sie sind geschickt, sie sind klug und haben ein ausgeprägtes Sozialleben. Doch obwohl sie so weit entwickelt sind, brauchen sie manchmal unsere Hilfe.

Einen solchen Moment der Hilfe hat die Fotografin Jo-Anne McArthur festgehalten – und damit viele Menschen berührt. Ihr Foto hat den Publikumspreis beim "Wildlife Photographer of the Year"-Award gewonnen und wurde seitdem tausendfach geteilt.

Es zeigt Pikin, ein Gorilla-Junges, und ihren Pfleger Appolinaire Ndohoudou auf einer Autofahrt durch Kamerun:
(Bild: Jo-Anne McArthur/Wildlife Photographer of the Year)

Pikin war in der Gefangenschaft von Wilderern, die sie zu Buschfleisch, also zu Essen, machen wollten. Das Affenmädchen hatte Glück – sie wurde von einer Tierschutzorganisation, der "Ape Action Africa", befreit. Auf dem Foto sehen wir, wie Pikin aus einem Gehege zu einem neuen, größeren Schutzgebiet gefahren wird, wo sie mit anderen Gorillas zusammen leben wird.

Sie und ihr Pfleger haben dabei etwas gemeinsam: Auch Ndohoudou wurde gezwungen, sein Zuhause zu verlassen. Er kommt aus dem Tschad, floh vor dem Bürgerkrieg dort aber nach Kamerun. Er begann, mit wilden Tieren zu arbeiten und seine Liebe zur Natur wieder zu entdecken. Zu den Gorillas, die er betreut, baut er liebevolle Beziehungen auf – manche davon kennen ihn schon ihr ganzes Leben.

Die Fotografin ist froh, dass das Bild von Pikin und Ndohoudou so viel Anklang findet. 

"Ich hoffe, dass es uns alle dazu bewegen kann, uns ein bisschen mehr um Tiere zu kümmern. Kein Akt der Barmherzigkeit ihnen gegenüber kann jemals zu klein sein," sagt sie in einer Pressemitteilung des Wettbewerbs.

Viele von McArthurs Fotos haben eher bedrückende Motive – so hat sie sich jahrelang mit Tieren in Gefangenschaft auseinander gesetzt. Deshalb ist dieses Foto auch für sie etwas Besonderes:

Ich dokumentiere regelmäßig die Grausamkeiten, die Tiere unter unseren Händen erleiden. Aber manchmal werde ich auch Zeugin von Geschichten von Rettung, Hoffnung und Wiedergutmachung.
Jo-Anne McArthur

Pikin hatte dieses Mal Glück – viele andere ihrer Artgenossen aber leider nicht. Primaten werden in Kamerun stark gewildert. Jäger schlachten die Tiere, um ihr Fleisch im In- und Ausland zu verkaufen. Affenjunge bleiben ohne ihre Mütter verwaist zurück, sterben oder werden als Haustiere verkauft. 

Bilder wie die von Jo McArthur schaffen Aufmerksamkeit für diese Probleme – und zeigen gleichzeitig, dass es dank Menschen wie Ndohoudou auch Hoffnung für Wildtiere geben kann.

Auch die anderen Einsendungen des "Wildlife Photographer of the Year"-Award sind sehr sehenswert:
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Ausgetragen wird der Wettbewerb jedes Jahr vom National History Museum in London. Mitarbeiter des Museums wählen die Finalisten aus, dann dürfen alle Interessierten über den Publikumspreis abstimmen.

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