Unbeständiges Maiwetter, leg dich besser nicht mit Paloma Rincón an.

Diese Tage, an denen man einfach nur raus will aus Job oder Uni, raus aus der Stadt, raus aus Verpflichtungen und nicht enden wollenden "Kannst du noch mal eben...?", "Würdest du das hier noch bitte...?". Diese Tage, bähh.

Jeder kennt das: sich voll schmerzender Sehnsucht in eine Situation wünschen, die sich von der Gegenwart in allen möglichen Punkten unterscheidet. Ins Paradies. Da, wo Sonnenstrahlen auf Salzwasser glitzern. Wo Straßen dampfen, weil Regenschauer sich nur plötzlich entwickeln und schnell wieder verziehen. Da, wo Erdbeeren wachsen und Melonen und wo fünfmal am Tag der Eismann klingelt.

Die spanische Künstlerin Paloma Rincón hat diese Sehnsucht danach und die Begeisterung dafür zum Thema einer Fotoserie gemacht, sie heißt "Heat Wave", Hitzewelle. Wer sich durch die Bilder scrollt, die Welle über sich hinwegrollen lässt, der spürt das Vermissen, diese sehr warmen Temperaturen, Drinks, Strohhalme, Sand zwischen den Zehen.

So sieht es aus, wenn sich eine Fotografin in den Sommer verliebt – die Fotostrecke:
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Ist der Mensch wirklich dafür gemacht, ständig zu frieren, Heizungen aufzudrehen, sich über einen sehr schönen sonnigen Tag zu freuen, wie Frühling!, nur um sich dann wieder über einen Kälteeinbruch, typisch Deutschland, zu ärgern?

"Meine Fotos zeigen unbeschreibliche Hitze, 40 Grad", sagt Paloma Rincón. "Ich will diese Laune rüberbringen aus Sonnentagen wie diesen."

Die Künstlerin auf Instagram.

Rincón zeigt Spiegeleier unter Glasglocken, die an den Körperzustand erinnern, der sich einstellt, wenn man in der Sonne liegt und langsam zerfließt. Zu sehen ist auch eine aufgeschnittene Discokugel mit einer Melone drin: Feierei, Strandparty, kühlende frische Frucht. Und dann ist da noch eine im Pool schwimmende Ananas, einfach so.

Entspannung, Leichtigkeit, ewiges In-der-Gegend-herumliegen: Rincón spielt mit dem, was sich womöglich jeder Betrachter wünscht – und sie vermischt die Dinge, all diese kräftigen Farben, pink, senfgelb, blau, so ist das eben im Sommer.

"Obst gibt es in so vielen unterschiedlichen Formen und Farben, mich inspiriert das", sagt die Fotografin. Ausschließlich Frieden transportieren, das wolle sie hingegen nicht: Zerbrochene Papagei-Figuren und Glasscherben "sollen zeigen, dass hier etwas passiert, inmitten der Hitze. Und dass nicht jeder Temperaturen wie diese überlebt."

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