Bild: Meredith White / Club Clitoris

Vulven in Herzform, Finger in Mösen, blutige Unterhosen. Klingt ekelhaft? Die Illustratorin Meredith White hat es sich zur Aufgabe gemacht, negative Assoziationen kunstvoll zu brechen.

Penisse, so die Künstlerin, habe die Welt schließlich schon genug gesehen, während Zeichnungen oder realitätsgetreue Illustrationen von Vulven weiterhin gemischte Reaktionen hervorrufen.

Aber warum fühlen sich manche Menschen beim Anblick einer Vagina überhaupt unwohl?

Die Vorstellung einer Standard-Vagina hält sich hartnäckig in den Köpfen einiger, während das Bewusstsein für unterschiedliche Penisgrößen und Schaftbreiten regelmäßig durch mediale Debatten geschaffen, geprägt als auch neu definiert wird – und sei es durch Donald Trumps Äußerungen im US-Wahlkampf.

Die Texanerin publiziert ihre Illustrationen auf Instagram, dort kann sie ihre Ideen auf unkomplizierte Weise teilen und so viele unterschiedliche Frauen ansprechen. Mittlerweile hat sie über 10.000 Follower und einen eigenen Webshop, in dem man Sticker und T-Shirts bestellen kann.

Zeichnungen von Vulven also, um Diversität zu fördern und jungen Frauen zu zeigen, dass sie keine Schamlippen-Operation brauchen, bevor sie sich "da unten" akzeptieren können. Weibliche Genitalien, sie werden fälschlicherweise oft als ekelig oder anstößig empfunden – statt für ihre natürliche Form, ihre Schönheit und Einzigartigkeit gefeiert zu werden.

Wir zeigen Merediths Kunst:
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Das Problem, man ahnt es schon, ist tiefer in der Gesellschaft verwurzelt. Vulven werden versteckt oder auf Fotos so retuschiert, dass sie der ästhetischen Vorstellung des Otto Normalpornoverbrauchers entsprechen. Dabei ist es wenig wunderlich, dass nicht alle Schamlippen und Hügel gleich aussehen. Nicht selten hängen die inneren Schamlippen heraus – nur wird das kaum gezeigt.

Love your period, your natural labia, and your body hair!
Meredith White

Um festzustellen, wie mit dem Tabu-Thema Menstruation umgegangen wird, reicht ein Blick in die Werbung. Ausgeschlafene Frauen hüpfen wieder zurück in die Betten ihrer Liebsten, nachdem sie einen kurzen Blick aus dem Fenster gewagt haben. Dazwischen: Animationen von seidig-glatten Tampons, die Reinheit und Sauberkeit vermitteln sollen. White kämpft auch gegen dieses einseitige Bild an.

Wer möchte, kann Meredith White unter #flauntyourform auch ein Bild seiner eigenen Vulva zusenden. Sie zeichnet diese dann detailgetreu nach – inklusive Haaren, Labiafalten, Vertiefungen, runzeligen Stellen und Leberflecken. "Durch meine Zeichnungen trage ich dazu bei, dass diese Frauen sich selbst und ihre Körper ein Stück weit besser akzeptieren lernen", sagt White zu bento.

So schreibt zum Beispiel Userin @tyraneche:

"I didn't know what my vagina looked like from a second person perspective until I became a cam girl. It was fine in the 90's, but in the 2000's when I began to see detail, I learned they're as unique as our faces. To see mine was beautiful. My vagina became apart of my beauty identity. I looked at photos and saw pretty."

Die Userin wusste nicht, wie ihre Vulva aus der Perspektive eines anderen Menschen aussah, bis sie anfing, als Camgirl zu arbeiten. Mit der Zeit habe sie gelernt, dass Vulven genauso einzigartig sind wie Gesichter.

"Wie man in meinen Zeichnungen sehen kann, sind alle Vulven – unabhängig von Form und Größe – schön", erzählt White. Es störe sie, dass Medien und Werbung das Gegenteil promoten, um Geld durch Schamlippen-Operationen zu verdienen und den Beauty-Absatzmarkt anzukurbeln.

Beauty is subjective, and we don’t have to rely on media, advertising, or stereotypes to define what’s beautiful or normal. We can define our own perception of beauty.
Meredith White

Erst die Werbung habe Frauen diese Natürlichkeit abgesprochen, in dem sie ein Millionengeschäft mit dem Verkauf von Rasierern und Haarentfernungsprozeduren witterte. Firmen würden davon profitieren, Frauen weiterhin als unsicheres Geschlecht zu instrumentalisieren.

Instead of allowing the media and social stereotypes to keep us apart, insecure, and comparing ourselves, we need to unite!
Meredith White

Deshalb Club Clitoris, deshalb die Zeichnungen und deshalb das Engagement der jungen, talentierten Illustratorin. Um die Welt wieder ein kleines Stück aufgeschlossener zu machen.


Fühlen

Frauen tragen ihre abgetrennten Köpfe. Das Internet schaut zu

Wir geben es gerne zu: Das Einzige, das größer ist als unser Internet, ist dessen Wunsch nach Aufmerksamkeit – und um diese zu erhaschen, wird gerne mal übertrieben. "Ted Cruz spricht in Zeitlupe – dieses Video wird dich bis in deine finstersten Träume verfolgen!" Ganz ehrlich? Nein, wird es nicht. Sicher, es ist schon ganz unterhaltsam, aber es wird dich nicht traumatisieren.

An solchen Überschriften erkennt man Autoren, denen die Ideen ausgegangen sind und die versuchen, ihre Leser mit großer Geste und leeren Worten für das Clickbaithäppchen der Woche zu begeistern. Es ist ein verlogenes Spiel – und es endet hier und jetzt, denn was wir dir gleich zeigen, ist tatsächlich echtes Albtraummaterial.

Hier ein Interview, das Conan O'Brien mit Maria Menounos geführt hat. Dabei trägt sie ihren abgetrennten Kopf auf dem Schoß.