Bild: Tasha Tylee

Heulen bedeutete mal, bei Mama im Arm zu liegen, nachdem man vom Klettergerüst gefallen war oder sich das neue Fahrrad ohne Stützräder einfach kein Stück nach vorn bewegen ließ. Lange her.

Heute lässt uns der Verlust der großen Liebe weinen, oder der Umzug in eine Stadt, in der man gar nicht leben will – die ewige Angst vor eigenen Schwächen, die man sich unerwartet eingestehen muss.

Tasha Tylee, 23, faszinieren diese Tränen: "Ich habe schon immer gedacht, dass junge Menschen in traurigen, verletzlichen Momenten sehr schön sind", sagt sie.

Weil ihr dieser Eindruck nicht mehr aus dem Kopf ging, entwickelte die Fotografin aus Brisbane in Australien ein Projekt: Sie lud über mehrere Tage enge Freunde zu sich ein, ging mit ihnen ins Badezimmer, hielt ihnen aufgeschnittene Zwiebeln unter die Augen und wartete, bis Tränen liefen.

In der Fotostrecke: So sieht Verletzlichkeit aus
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Anschließend bat Tasha ihre Freunde, unter den Bildern zu notieren, wann sie das letzte Mal geweint haben – und welcher Satz ihres Gegenübers sie dazu gebracht hat. Die Zitate zeigen, wie weit weg das Klettergerüst ist, das Fahrrad mit Stützrädern: Diese Menschen sind erwachsen, und sie weinen, weil ihnen etwas Erwachsenes passiert ist.

Tasmin: "Das Leben verändert sich die ganze Zeit, und es ist wichtig, die Kontrolle nicht zu verlieren."(Bild: Tasha Tylee)

Was genau, das kann der Betrachter nur erahnen. Vielleicht hat Claudia, die mit den aufgerissenen, fast fordernden Augen, erst vor Kurzem ihren Job verloren, den sie so mochte. Offenbar wird Sam von seinen Eltern nicht so akzeptiert, wie er ist. Tasmin legt nachdenklich den Kopf auf die Knie. Was hat sie durchgemacht?

Die Tränen stören nicht, im Gegenteil: Jetzt will man fragen, was los ist. Was dazu geführt hat, dass geheult und geschnieft – und wann vielleicht irgendwann wieder gelacht wurde.

Sam: "Du brauchst deinen Lebensstil nicht jedem auf die Nase binden, das ist beschämend für die Familie."(Bild: Tasha Tylee)
Wir haben die Fotografin Tasha gebeten, uns zu erzählen, was sie über weinende Menschen, Trauer und Heulanfälle denkt.
"Als ich elf war, bekam meine Mutter die Diagnose: Krebs. Ein Jahr später starb sie", sagt sie. "Seitdem versuchte ich immer, meine Tränen zurückzuhalten, stark zu sein. Erst jetzt, ich werde älter, merke ich, dass Weinen befreit."
"Wir tun immer alle so, als sei Weinen was Schwaches. Männer, die weinen, sind angeblich Pussys. Frauen sind Drama Queens oder haben ihre Periode. Die meisten finden Weinen peinlich und beschämend."
Lauren: "Dich wird nie wieder jemand lieben."(Bild: Tasha Tylee)
"Badezimmer waren für mich immer ein Ort der Traurigkeit. Da geht man hin, um zu heulen."
Chloe: "Du bist nicht das Mädchen, in das ich mich mal verliebt habe – und wenn doch, dann schäme ich mich, so blind gewesen zu sein."(Bild: Tasha Tylee)
"Meine Fotoserie soll zeigen, dass ein Lächeln schön und gut ist, aber Trauern gehört eben auch zur Realität."
Claudia: "Es gibt kein Zurück mehr."(Bild: Tasha Tylee)
"Es war sehr intensiv, diese Fotos zu machen. Für mich und die Menschen vor der Kamera. Manchmal saßen wir da, haben uns gemeinsam an traurige Momente erinnert – und einfach ein bisschen zusammen geweint."

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Erinner dich – mit Fotos:


Haha

Was in den Zehn Geboten stünde, wenn Gott sie für Millenials geschrieben hätte
Du sollst nicht spoilern!

Nichts ist unangenehmer als seinem Kumpel aus Versehen zu verraten, was mit Jon Snow aus Game of Thrones passiert ist – obwohl der Kumpel Staffel noch gar nicht gesehen hat.

Spoilern ist ein modernes Tabu, man macht das einfach nicht.

In den vergangenen Jahren haben sich noch viel mehr solcher ungeschriebene Alltags-Gesetze entwickelt. Die Leute von College Humour haben sie gesammelt – in einem sehr witzigen Video: Ein bärtiger Hips... äh Moses kommt in einen Coffee-Shop und hat die zehn Gebote mitgebracht – in einer aktualisierten Version und natürlich auf zwei Tablet-PCs.