Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Tätowieren darf jeder. Der Beruf des Tätowierers ist nicht geschützt und bedarf keiner Ausbildung. Das heißt: Jeder, der will, kann ein Tattoo-Studio eröffnen und loslegen – mal abgesehen von seinem Talent. Es gelten lediglich die Hygienestandards der Gewerbeämter. Die Behörden überprüften jedoch nicht, ob Tätowierer auch nur ein bisschen Ahnung von dem haben, was sie tun.

Bisher war der Politik das ziemlich egal. Jetzt hat sich CSU-Minister Christian Schmidt mit dem Tätowierer Daniel Krause – bekannt aus "Berlin Tag & Nacht" – zusammengetan. Beide bewerben die neu gegründete Homepage "Safer Tattoo". Die soll potenzielle Tattooträger über die Gefahren beim Tattoo-Stechen informieren: Welche Risiken gibt es? Auf welche Hygiene-Standards muss ich achten?

(Bild: BMEL)

Schmidt ist Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Wegen letzterem kümmert er sich auch um Tattoo-Fragen. Verbraucherschutz bedeutet, dass die Politik möglichst kundenfreundliche Regeln für Unternehmen festlegt.

Schmidt sagt nun: "Gerade zu Beginn der Urlaubszeit warne ich vor spontanen Tattoos, die aus einer Urlaubslaune heraus entstehen. Sie sind ein Souvenir, das einem ein Leben lang erhalten bleibt – und das leider auch Risiken birgt." Wer sich also ein Tattoo stechen lassen will, soll sich vorher ausreichend informieren. (BMEL)

Welche Risiken meint er genau?
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Die Tipps des Ministeriums zählt der Tätowierer Daniel Krause auch in einem Aufklärungsvideo auf:

Krause betreibt bereits seit Jahren Lobbyarbeit im Bundestag. Er setzt sich dafür ein, dass es bundesweit einheitliche Arbeits- und Hygienestandards für die Studios gibt. Auch sollen Tätowierer verpflichtet werden, ihre Kenntnisse nachzuweisen – nur noch Profis sollen also ein Studio eröffnen dürfen.

Scheint, als hätte er jetzt mit Minister Schmidt einen Verbündeten gefunden. Allerdings zunächst nur für die Aufklärungskampagne. Schmidt will sich vor allem für einheitliche Standards einzusetzen. Ein konkretes Gesetz ist noch nicht in Arbeit.

Was passieren kann, wenn man bei der Wahl von Tattoo und Tätowierer all zu leichtfertig ist:
Hier sind noch mehr Tattoo-Fails:
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Nachtrag: Die Polizei verbietet Tattoos nicht länger grundsätzlich. Die Bundespolizei hat die Vorgaben im Jahr 2015 gelockert. Auch einige Bundesländer erlauben welche, solange sie verfassungskonform und nicht zu explizit sind. Hier wird auch im Einzelfall unterschiedlich entschieden. Bundesweit einheitliche Regeln gibt es nicht. 2012 klagte ein Polizei-Bewerber gegen das Land Nordrhein-Westfalen, weil er wegen seiner Tätowierung abgelehnt wurde. Das Gericht gab ihm Recht: Das sei ein Verstoß gegen das Grundrecht der freien Persönlichkeitsentfaltung.

Wie du mit Fails umgehen kannst:

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