Bild: dpa/Yannis Kolesidis
"Das ist keine Performance, das ist kein Konzert – das ist das Leben selbst"

Ein weißes Klavier unter einer Plane im Matsch, mitten im Flüchtlingslager in Idomeni. Dort, wo mehr als zehntausend Menschen verzweifelt im Dreck auf Hilfe hoffen, hat der chinesische Künstler Ai Weiwei am Samstag eine junge Syrerin auf einem Klavier spielen lassen. Nour Alkhzam sei auf der Flucht nach Deutschland, wo ihr Mann bereits seit eineinhalb Jahren lebe. Seit drei Jahren habe sie aufgrund des Krieges kein Klavier mehr angerührt – bis zu diesem Moment.

"Das ist keine Performance, das ist kein Konzert – das ist das Leben selbst", sagt Ai Weiwei über ihren Auftritt.

Ai Weiwei will die Menschen auf die Flüchtlingskrise aufmerksam machen. Kürzlich hatte er bei einer Benefizgala unter den Sitzen aller Gäste Rettungsdecken verteilt und damit für viel Empörung gesorgt. Ein andermal ummantelte er die Säulen des Konzerthauses am Gendarmenmarkt in Berlin mit orangenen Rettungswesten. Der Künstler stellte damit vor allem eine groteske Mischung aus High-Society und Flüchtlingselend zur Schau. Zusätzlich dreht Ai Wieweit aktuell auf der griechischen Insel Lesbos eine Dokumentation über die verheerende Lage der Ankommenden.

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