Das Selfie von Naruto gehört niemandem.

Im Streit um das Urheberrecht an einem Selfie hat der Affe Naruto von der indonesischen Insel Sulawesi vor einem US-Gericht eine Niederlage erlitten - von der der Makake vermutlich gar nichts mitbekommen hat. Im September hatte die Tierschutzorganisation Peta eine Copyright-Klage im Namen des Affen eingereicht.

Naruto müsse zum "Urheber und Eigentümer seines Fotos" erklärt werden, forderte Peta und sah darin offenbar eine gute Gelegenheit, sich für weitreichendere Tierrechte einzusetzen und auf ein schlagzeilenträchtiges Thema aufzuspringen. Das Urheberrechtsgesetz in den USA verbiete einem Tier nicht das Copyright, argumentierte Peta, "und da Naruto das Foto gemacht hat, gehört ihm das Copyright, wie es jedem Menschen gehören würde".

Den Bundesrichter William Orrick in San Francisco sah das am Mittwoch anders. Zwar könnten US-Kongress und -Präsident grundsätzlich den Schutz von Gesetzen auch auf Tiere ausweiten, erklärte er. Es gebe aber "keinen Hinweis" darauf, dass dies beim Urheberschutz der Fall sei. Der Affe Naruto besitze daher kein Copyright an seinen Fotos.

Der britische Fotograf David Slater hatte 2011 eine Serie von Tierbildern auf Sulawesi aufgenommen. In einem später veröffentlichten Buch fügte er zwei von Naruto aufgenommene Selbstporträts hinzu - die Bilder des grinsenden Affen gingen um die Welt.

Slater argumentierte damals, er habe das Urheberrecht an den Fotos, weil er das Stativ aufgebaut habe und dann nur für wenige Minuten weggegangen sei. In dieser Zeit habe der Affe seine Kamera an sich gerissen. Der Fotograf klagte zudem darüber, dass ihn die Verbreitung der Fotos im Internet viel Geld gekostet habe, weil weniger Leute sein Buch gekauft hätten.

Das US Copyright Office betonte 2014 in einem Bericht, dass niemand das Urheberrecht an Bildern hätte, die durch die Natur, Tiere oder Pflanzen entstanden seien.

Dieser Beitrag ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.