Bild: John Thrackway
Ein etwas anderes Porträt unserer Generation.

Egoistisch, gestresst, langweilig, anmaßend. So sind Millenials – behaupten zumindest viele, viele Texte. Aber kann man das wirklich so verallgemeinern?

Das "My Room Project" des französischen Fotografen John Thrackway beantwortet diese Frage auf eine ganz eigene Weise.

Sechs Jahre lang ist Thrackway durch die Welt gereist und hat 1200 Menschen in ihren Zimmern fotografiert.

Die Protagonisten stammen aus 55 verschiedenen Ländern und kennen sich nicht, haben aber eines gemeinsam: Sie sind zwischen 18 und 30 Jahren alt, also Millenials.

Das Ergebnis ist faszinierend und zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf aller Welt leben – den vielen Autoren und Wissenschaftlern zum Trotz, die immer wieder versuchen, unsere Generation auf einige Schlagwörter zu reduzieren.

In der Fotostrecke: So wohnen Millenials in aller Welt
1/12

Die Fotos erzeugen eine Nähe zu eigentlich völlig fremden Menschen, wir erhaschen einen Blick in ihre Schlafzimmer – den Ort, an dem sie die meiste Zeit verbringen.

Plötzlich können wir ihren Alltag erahnen; uns ausmalen, wie sie leben, was sie mögen, was ihnen wichtig ist.

Das Setting
Manchmal haben die Leute mich um ein paar Minuten Zeit gebeten, um noch schnell aufzuräumen. Manchmal war es ihnen aber auch egal.
John Thrackway

John Thrackway hat die Fotos immer auf dieselbe Weise geschossen: Von der Zimmerdecke steil nach unten, der Protagonist sitzt mitten im Raum und schaut nach oben in die Kamera.

Erst dieses Setting macht die Fotos vergleichbar und erlaubt den Beobachtern, sich auf die Unterschiede im Bild zu konzentrieren.

Was uns trennt
Wenn ich eines gelernt habe durch dieses Projekt, dann dass die Welt ungerecht ist.
John Thrackway

Tatsächlich zeigen die Fotos, wie gut wir es im Westen haben. Jedem ist es bewusst und doch vergessen wir es im Alltag oft: Unsere Probleme und Sorgen haben oft eine andere Dimension als die Gleichaltriger in anderen Teilen der Welt.

Was uns eint
Ich habe mich gefragt, wie diese Fotos aussähen, wenn sie vor 20 Jahren aufgenommen worden wären. Ich vermute: komplett anders.
John Thrackway

Etwas zumindest eint unsere Generation, hat Thrackway auf seiner Reise bemerkt:

Fast alle Menschen, die er getroffen habe, würden das Internet und soziale Medien nutzen, sagt Thrackway. "Junge saudi-arabische Frauen genauso wie Menschen, die inmitten eines Waldes in Afrika leben. Keine Generation ist so vernetzt wie diese."

Das Buch

Die 100 besten Bilder und Geschichten will John Thrackway in einem Buch veröffentlichen. Es soll noch vor Weihnachten erscheinen.


Mehr Portrait-Kunst auf bento:

So sehen Menschen nach ein, zwei und drei Gläsern Wein aus:
1/12

Marcos Alberti hat sie zu sich nach Hause eingeladen und fotografiert.

Hier geht es zum Artikel.


Gerechtigkeit

Drei Sätze, die Merkel so leider nicht zu Putin sagen wird
Erstmals seit vier Jahren ist er wieder auf Berlin-Besuch.

Wladimir Putin ist wieder da. Am Mittwochabend trifft er in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Gespräch. Es ist das erste Berlin-Treffen seit vier Jahren – und es ist viel passiert.

  1. Russland hat die Krim annektiert und unterstützt Separatisten im Ukraine-Konflikt.
  2. Die russische Luftwaffe fliegt seit einem Jahr Angriffe in Syrien.
  3. Die Europäische Union hat Wirtschaftssanktionen gegen Moskau ausgesprochen.