Bild: Marvel
Das ist zumindest die Ausrede von Marvel.

Immer weniger Menschen kaufen Comics von Marvel. Der Verlag gehört zu den größten der Branche – doch die Verkäufe der Bände gingen 2016 zurück, wie die Macher selbst eingestehen mussten (Comicbookmovie.com).

Jetzt hat der Marvel-Vizechef David Gabriel in einem Interview einen möglichen Grund dafür genannt: Die Geschichten seien zu divers. "Wir haben das Gefühl, dass die Leute keine Vielfalt mehr wollen", sagte Gabriel dem Handelsmagazin ICv2.

​"Sie wollen da draußen einfach keine weiblichen Charaktere."
Marvel-Vize David Gabriel

Gabriel betonte im Interview, dass der Verlag zwar diese Haltung nicht teile – aber die Verkaufszahlen da eindeutig seien. "Wir haben uns die Zahlen aller diversen Charaktere angesehen, aller neuen Helden, die nicht zum Kern gehören – und die Leute haben die Nase gerümpft."

Um welche Charaktere geht es genau? Einige Beispiele der neuen Marvel-Helden:
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Allein an der Unlust männlicher Comic-Leser dürfte es nicht liegen. Denn längst wird fast die Hälfte aller Marvel-Comics von Frauen gekauft. In den vergangenen acht Jahren ist der Anteil von 10 auf 40 Prozent gestiegen (comicsbeat.com).

Im Netz empörten sich Fans des Verlags auch schnell über die Äußerung. Mit weiblichen oder schwarzen Helden habe das nichts zu tun, argumentierten sie – eher mit miesem Storytelling oder überhöhten Preisen. Ein Fan will nicht zum x-ten Mal lesen, wie Uncle Ben, ein Charakter aus "Spider-Man", einen tragischen Tod stirbt:

Ein anderer stört sich daran, dass die Comic-Ikone "Captain America" in einer der jüngeren Erzählungen auf die Seite der bösen Nazi-Organisation Hydra wechselte:

Viele dürfte aber auch stören, dass klassische Helden wie "Iron Man" oder "Thor" mit weiblichen Rollen besetzt werden. Zwar schlüpfen über die Jahrzehnte immer wieder andere Charaktere in die Kostüme, aber meist bleiben die Träger untereinander relativ ähnlich. Die Neu-Deutung eines Helden als Frau ist manchen Traditionalisten dann zu hart.

Auch G. Willow Wilson, die Erfinderin der muslimischen Heldin Kamala Khan, ist sich nicht sicher, ob es richtig ist, die Original-Helden immer komplett auf neu zu trimmen: "Vielfalt funktioniert nicht als Form von performativer Schuld", schreibt sie auf ihrem Blog.

Charaktere wie "Luke Cage" (mehr zu ihm bei bento) oder der "Black Panther" würden funktionieren, weil sie in einer glaubwürdigen Welt dargestellt werden – einen weiblichen oder schwarzen Charakter hingegen in eine zuvor weiße Welt zu setzen, sei zu scheitern verurteilt:

"Wer will schon ein Vermächtnis, wenn das Vermächtnis scheiße ist?"
G. Willow Wilson

Verschwinden die Marvel-Heldinnen also wieder? Nein, sagt Marvel-Vize Gabriel. Auch wenn sich Fans vor allem die klassischen – also männlichen und weißen – Helden wünschen, würde der Verlag weiter an möglichst vielfältigen Charakteren arbeiten:

"Wir sind stolz auf unsere einzigartigen Charaktere, die neue Stimmen in unser Universum bringen."
David Gabriel

Und zumindest einige Händler scheinen ihm recht zu geben: Die neuen Helden würden eine ganz neue Zielgruppe ansprechen, die vorher noch nie in Comic-Buchläden war, berichteten Händler auf einer Konferenz (ICv2). Sie brächten zwar noch nicht das große Geld – aber einen sichtbaren demografischen Wandel.

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