Mit diesen Food-Fotos kann kein Influencer mithalten!

Minus 84 Grad Celsius. So kalt ist es dort, wo Cyprien Verseux seit November 2017 arbeitet. Er ist Astrobiologe und Glaziologe und forscht in der Concordia Station in der Antarktis. Bei diesen Temperaturen erstarren Getränke und Speisen innerhalb kürzester Zeit. Das hat Cyprien ausprobiert und fotografiert. Dabei entstanden spektakuläre Fotos, die er auf seinem Twitter-Account teilt:

"Ich habe schon vermutet, dass Mittagessen auf dem Dach keine gute Idee war."

So hast du Spiegeleier noch nie gesehen, oder?


Hier sind noch mehr faszinierende Antarktis-Fotos von Cyprien:

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Aber was macht ein Astrobiologe eigentlich in der Antarktis?

Leben auf engstem Raum, Isolation, monatelang keine Sonne, um einen herum nichts als Eis. Das Leben in einer Polarstation ähnelt dem einer bemanntem Langzeitmission im Weltraum. Deshalb beteiligen sich Weltraumorganisationen wie die National American Space Agency (NASA) oder die European Space Agency (ESA) an Hightechstationen wie der Concordia Station in der Antarktis, deshalb sind dort Forscher wie Cyprien stationiert. 

Bis bemannte Flüge irgendwann auf dem Mars landen können, müssen zunächst viele medizinische, psychologische und technische Probleme gelöst werden. Die Concordia-Crew um Cyprien ist vielen Bedingungen ausgesetzt, die den Herausforderungen einer Marsmission sehr ähneln. Oliver Angerer war 2006, kurz nach der Inbetriebnahme der Concordia Station, zuständig für die Koordinierung des Forschungsprogramms. Er erklärte damals auf der Website der ESA, warum bis heute in der Antarktis geforscht wird, wenn es um Probleme in der Raumfahrt geht:

Concordia ist insofern ein idealer Ort für uns, als die Forschungsstation in punkto Isolation ähnliche Bedingungen bietet wie ein Raumschiff, zumindest im Winter. Und der dauert in der Antarktis von Mitte Februar bis November, also rund neun Monat
Oliver Angerer, zuständig für die Koordinierung des Concordia-Forschungsprogramms 2006

Wo genau liegt die Concordia Forschungsstation?

Die Concordia Station liegt auf einer Höhe von 3250 m und ist 100 km von der Küste entfernt. Die nächsten Menschen leben 600 km weit entfernt, schreibt Cyprien in einer Mail an bento. Die Internationale Raumstation ISS kreist in 400 km Entfernung um die Erde. Damit liegt die ISS näher an der Zivilisation als die Polarstation. (ESA

Cyprien berichtet auf seinem Blog "Mars la blanche" ("Der weiße Mars") von seinem Leben auf der Station – und der Isolation.

Während des größten Teils des Jahres wäre es einfacher, Astronauten in ihre Heimat zurückzuschicken als die, die hier leben.
Cyprien Verseux

Neun Monate im Jahr ist die Station wegen der Kälte nicht erreichbar: Dann ist es so kalt, dass Fahrzeuge nicht dorthin oder zurück fahren können. Auch die Sonne sah die Crew drei Monate nicht. Erst im August überschritt sie wieder den Horizont, erzählt Cyprien.
Die Betreiber der abgeschiedenen Station sind das französische Polarinstitut Paul Emile Victor (IPEV) und Forschungseinrichtungen aus dem italienischen Antarktisprogramm (PNRA). 

Im Moment befinden sich dreizehn Menschen in der Forschungseinrichtung. Zur Crew vor Ort gehören Techniker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ein Koch und die Ärztin Carmen Possnig, die mit Cyprien gemeinsam die Fotos gemacht hat.

"Wir werden oft gefragt, wie kalt es dort ist.", sagt Cyprien. "Die Antwort – mehr als minus 80 Grad – ist so weit von den Temperaturen entfernt, die man normalerweise kennt, dass diese Aussage gar keine genaue Vorstellung hervorrufen kann. Meine Kollegin Carmen Possnig und ich haben uns entschieden die Fotos zu machen, um diese Temperatur zu veranschaulichen", schreibt Cyprien bento. 

Er wird noch bis Dezember in der Concordia Station bleiben. 

Mit seinen außergewöhnlichen Food-Fotos überbrückt Cyprien seine Abgeschiedenheit von der Zivilisation – und begeistert Menschen um die ganze Welt. 



Haha

Diese besoffene Taube ist vollkommen zurecht Neuseelands Vogel des Jahres
Unser Held des Tages

Er fällt betrunken von Bäumen und wird dafür gefeiert – der Kereru. Diese besondere Taubenart wurde jetzt in Neuseeland offiziell zum Vogel des Jahres gewählt.

Leibgericht des Kereru: verdorbenes Obst.

Mit 5833 Stimmen wurde der Kereru von der "Royal Forest and Bird Protection Society of New Zealand", der größten neuseeländischen Naturschutzorganisation, zum Vogel des Jahres gekürt und setzte sich sogar gegen einen Konkurrenten mit Tinder-Profil durch (Forest & Bird). Was ihn so besonders macht: Er frisst oft verdorbenes Obst, das in seinem Bauch gärt. Deshalb fällt er öfter Mal betrunken vom Ast (The New Zealand Herald).