Bild: shiba.art.online
Und was machst du so?

Standest du schon einmal vor einem Gemälde in einem Museum und dachtest: Das könnte ich auch! Das Gemälde eines berühmten Künstlers wie Wassily Kandinsky, Jackson Pollock oder Hilma af Klint kann Millionen wert sein. Wenn du allerdings mit Farben auf Papier kleckst, bekommt das Ergebnis mit viel Glück einen Platz im Wohnzimmer deiner Eltern. Was aber, wenn sogar ein Hund mehr Geld mit Kunst verdient als du?

Das ist Hunter. Er ist ein Hund. Und er malt Bilder.

(Bild: shiba.art.online)

Hunter ist ein Shiba und lebt in Edmonton, Kanada. Denise und Kenny haben ihrem Hund das Malen beigebracht. Jetzt verkaufen sie Hunters Kunstwerke online.

bento haben sie erzählt, wie es dazu kam:

Warum malt Hunter?

Die Idee kam den beiden, als sie beschlossen, zu Hause Bilder aufzuhängen – aber sich einfach nicht auf etwas einigen konnten. Weil ihr Hund so ein großer Teil ihres Lebens war, überlegten Denise und Kenny, ob nicht Hunter etwas für sie malen könnte. Wenig später war das erstes Bild fertig. Das Ergebnis: gut. Erschreckend gut sogar, fanden Denise und Kenny.

„Das erste Gemälde sah so toll aus – wir waren richtig geschockt.“

Daraufhin malte Hunter viele weitere Bilder. Auf seinem Instagram-Account kann man ihm sogar dabei zusehen.

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Aber wie funktioniert das eigentlich?

"Am Anfang war es nur ein weiterer lustiger Trick, den wir ihm beigebracht haben", erzählen Denise und Kenny. "Wir haben schon früh entdeckt, dass Hunter ein schlauer und aktiver Hund ist, der körperliche und geistige Herausforderungen braucht."

Da Hunter schon vorher Dinge auf Kommando mit dem Mund halten konnte, mussten ihm die beiden nur zeigen, wie er mit dem Pinsel die an der Wand angebrachte Leinwand berühren sollte.

Und was malt er?

Das ist wohl eine Sache der Interpretation. Denise wählt die Farben für Hunter anhand seiner Umgebung aus. Sie erklärt das am Gemälde "Selfie": Hier wurden Hunter nur Farben gegeben, die sich in seinem Fell wiederfinden – schwarz, hellbraun und cremefarben.

(Bild: shiba.art.online)

Außerdem gibt es eine "Nachthimmel-Reihe" aus dunkleren Tönen, mit goldenen und silbernen Streifen – wie der klare Winterhimmel in Edmonton, an dem Nordlichter zu sehen sind.

Wer jetzt aber glaubt, Hunter würde immer wieder das gleiche Bild in unterschiedlich Farben malen, unterschätzt den Künstler gewaltig.

"Wir sind immer wieder erstaunt darüber, wie jedes Bild immer wieder den gleichen Stil hat, aber dennoch so einzigartig ist", erzählen Denise und Kenny. "Seine Pinselstriche hängen ganz von seiner Laune ab und fangen so sogar Gefühle ein, die er zu dem Zeitpunkt hat." Was will Hunter mit seiner Kunst wohl vermitteln? Ist es die Trauer über einen verlorenen Stock? Die Freude über seinen Lieblingsball? Oder der Ärger darüber, die Farben Rot und Grün kaum unterscheiden zu können? (Dogs Magazin)

Und wer kauft diese Bilder? 

Die meisten Menschen kennen Hunter aus dem Internet. Sie folgen ihm auf Facebook oder Instagram, verfolgen sein Hundeleben und sehen ihm beim Malen zu. Viele von ihnen lieben Tiere – und insbesondere die Hunderasse Shiba.

Manchmal veranstalten Denise und Kenny mit Hunter gemeinsam "Paint Nights" auf Instagram, die sie dann live übertragen. Hunters Fans können mit ihnen interagieren, Kommentare schreiben und Hunter kennenlernen.

Ein Gemälde auf Acrylpapier kostet 50 kanadische Dollar (circa 33 Euro). Die Leinwände verkaufen Denise und Kenny für 60 kanadische Dollar (circa 39 Euro). "Als wir das letzte Mal nachgesehen haben, hat er mehr als 150 Gemälde an Fans auf der ganzen Welt verkauft", sagen Denise und Kenny.

Bisher hat Hunter aber noch nicht gelernt, seinen eigenen Etsy-Shop zu verwalten und die Post zu frankieren.

In einer Zeit, in der alles digital ist, sei es schön, etwas zu haben, das einzigartig und richtig greifbar ist, meinen Denise und Kenny. Darum wollen so viele Menschen eines von Hunters Bildern kaufen – und ihm nicht nur auf Instagram zusehen, sagen die beiden. Ihnen geht es nicht anders.

Denn eines haben Hunter und Künstler wie Kandinsky, Pollock oder Klint gemeinsam: Ihre Werke bleiben auch nach ihrem Tod erhalten. Shibas können bis zu 15 Jahre alt werden. Hunter ist erst fünf – er hat möglicherweise also noch eine große Karriere vor sich.

„Uns ist klar, dass unsere Zeit mit Hunter begrenzt ist und wir schätzen jede Minute mit ihm. Wir machen viele Fotos und Videos von ihm, damit wir die Erinnerungen mit ihm festhalten können.“

Danach seien Hunters Bilder an den Wänden die schönsten Erinnerungen, sagen Denise und Kenny. Sie können sie auch in vielen Jahren noch in die Hand nehmen, wenn sie Hunter vermissen.

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Fühlen

"Ich glaube nicht, dass er seine Taten bereut" – Sandras Vater saß im Knast. Wie sie damit umgeht
Wie fühlt man sich, wenn der Vater ein Verbrecher ist?

Mütter und Väter sind für ihre Kinder für eine gewisse Zeit häufig wie Superhelden. Sie zweifeln nicht an ihrem Urteil, stellen ihr Verhalten nicht infrage, glauben, dass ihre Eltern zu den Guten und nicht den Bösen gehören – und immer für sie da sind. 

Aber nicht immer können Eltern diese Superhelden sein. Weil sie das Leben überfordert, weil sie selbst gebrochen sind, weil sie auf die schiefe Bahn geraten. Sie können keine Superkräfte für ihre Kinder entfalten, kein Vorbild sein. So, wie in Sandras Fall. Sie ist 26 und lebt in Norddeutschland. Ihr Vater saß während ihrer Kindheit im Gefängnis. 

Wie fühlt sich das Leben mit einem Vater im Gefängnis an? Wie geht man als Kind und junge Erwachsene damit um? Wie ist es, wenn der Vater nicht nach Hause kommt, weil er anderen Menschen etwas angetan hat?  

Sandras Namen haben wir geändert, den von ihrem Vater bewusst nicht erwähnt. Sie möchte keine Probleme bekommen. 

Das ist Sandras Geschichte: 

Ende der Achtzigerjahre bekam mein Vater Lebenslänglich, weil er mehrere Morde in Auftrag gegeben hatte. Es ging offenbar um viel Geld und seine Geschäfte – so genau weiß ich das nicht.